Freitag, 9. April 2021

[Rezension] Lias und der Herr der Wellen von Akram El-Bahay

Hardcover
 
Ab 11 Jahren
352 Seiten
ISBN: 978-3-7641-9281-5
Erschienen: 15.02.2021

Klappentext:

Als Lias das Haus seiner Großtante Hermine betritt, spürt er sofort, dass hier etwas anders ist. Das Haus scheint ihn regelrecht zu rufen, zu locken. Doch was für ein Geheimnis verbirgt sich hinter den alten Mauern? Als Lias versucht, dem Rätsel auf die Spur zu kommen, führt ihn jeder Raum des Hauses in neue fantastische Welten – die Buchwelten seiner Großtante. Um das Geheimnis zu lüften, wagt er sich auf eine Reise, die ihm alles abverlangen wird und die ihn auch zum Herrn der Wellen führt …

 

Quelle: Ueberreuter Verlag

Rezension:

Da mich meine bisherigen Werke von Akram El-Bahay hellauf begeistern konnten, war meine Freude groß als ich hörte, dass dieses Frühjahr ein neuer Fantasyroman von ihm im Ueberreuter Verlag erscheinen wird. Da stellte sich mir gar nicht erst die Frage ob ich das Buch bei mir einziehen lassen möchte - „Lias und der Herr Wellen“ musste ich einfach unbedingt lesen!

Der 13-jährige Lias zieht zusammen mit seinen Eltern in das riesengroße Haus seiner spurlos verschwundenen Großtante Hermine, welches sie vor kurzem geerbt haben. Die Begeisterung über den Umzug hält sich bei Lias zunächst sehr in Grenzen. Er möchte nicht in diesem zugigen alten Kasten leben, der so heruntergekommen aussieht, als wäre er schon tausend Jahre alt. Doch dann stößt Lias in dem Arbeitszimmer seiner Großtante auf deren Romane und seine Meinung über sein neues Zuhause sich sehr rasch ändern. Hermine ist eine erfolgreiche Schriftstellerin und hat schon zahlreiche Bücher geschrieben. Ihr erstes Werk trägt den „Der Herr der Wellen“ und Lias beschließt kurzerhand mal reinzulesen. Er ist sofort ganz gefesselt von der packenden Geschichte. Besonders angetan ist er von der Figur Sila, ein tapferer und abenteuerlustiger Junge. Während Lias liest, vernimmt er auf einmal merkwürdige Geräusche. Ist es das Haus? Spricht es etwa zu ihm? Lias folgt dem Ruf und gelangt zu einem verschlossenem Zimmer. Ehe er sich versieht, landet der 13-jährige in den magischen Buchwelten seiner Großtante. Eine unvorstellbare Reise beginnt, voller Rätsel, Abenteuer und Gefahren. Ob Lias das Geheimnis von Hermines Verschwinden lüften wird?

Ein altes mysteriöses Haus, eine Reise in magischen Buchwelten, eine Geschichte für Fans von „Die unendliche Geschichte“ und „Tintenherz“ - das klang einfach nur wundervoll und wie für mich gemacht. Ich habe den neuen Fantasyroman von Akram El-Bahay wirklich förmlich „Lies mich!“ nach mir rufen gehört. Dem Ruf bin ich natürlich nur zu gerne gefolgt – und was soll ich sagen, ich bin ungeheuer froh darüber, dass ich es getan habe!

Ich habe mich eindeutig mal wieder zurecht so sehr auf neues Lesefutter von Akram El-Bahay gefreut: Meine Erwartungen konnten vollkommen erfüllt werden. Ich habe herrliche Lesestunden mit dem Buch verbracht und es für meinen Geschmack viel zu schnell wieder beendet.

Ich war mir bereits nach den ersten paar Seiten ziemlich sicher, dass mich Akram El-Bahay auch mit „Lias und der Herr Wellen“ auf ganzer Linie überzeugen wird. Von der geheimnisvollen Atmosphäre, die von Beginn an herrscht, und von Akram El-Bahays zauberhaftem, bildgewaltigem Schreibstil war ich sofort ganz hingerissen und unser Hauptprotagonist Lias war mir auf Anhieb sympathisch. Als es uns dann schließlich gemeinsam mit Lias in die fantastische Buchwelt aus Großtante Hermines Roman „Der Herr der Wellen“ verschlägt, war es komplett um mich geschehen. Wie ich es von Akram El-Bahay gewohnt bin, hat er auch dieses Mal eine Fantasywelt voller Magie, märchenhafter Orte und interessanter Geschöpfe erschaffen, von der man dank der detailreichen Beschreibungen durchweg das reinste Kopfkino hat. Es macht einfach nur wahnsinnig viel Spaß gemeinsam mit Lias durch die Buchwelten seiner Großtante zu reisen und dabei ständig neue tolle Orte zu entdecken, lauter faszinierenden Figuren und Wesen zu begegnen und ein aufregendes Abenteuer nach dem nächsten zu erleben.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Die Handlung kann mit jeder Menge spannungsreicher Szenen, Geheimnisse und Überraschungen aufwarten, sodass man immerzu am Mitfiebern und Mitbibbern ist. Wo ist Hermine? Warum ist sie so plötzlich verschwunden? Welche Rätsel verbirgt ihr Haus? Was wird Lias alles in den Erzählungen seiner Großtante erleben? Was für Gefahren erwarten ihn? Wer ist Freund und wer ist Feind? Und wird es ihm am Ende gelingen, seine Großtante zu wiederfinden?

Ihr könnt mir glauben: Einmal in das Buch versunken, mag man daraus gar nicht mehr auftauchen. Die Idee, dass Romanfiguren in Buchwelten reisen mag nichts Neues sein, aber solche Geschichten zu lesen ist jedes Mal einfach nur das pure Vergnügen. Akram El-Bahay ist es zudem erstklassig geglückt, ein bekanntes Grundgerüst mit zahlreichen innovativen und genialen Einfällen zu versehen. „Lias und der Herr Wellen“ ist einzigartig und für Fans von „Die unendliche Geschichte“ und „Tintenherz“ definitiv ein großes Muss.

Bezüglich der Handlung hat mir überdies besonders gut gefallen, dass sie viele schöne Werte und Botschaften vermittelt. Die Macht und Magie von Worten, Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und Entschlossenheit – all diese Dinge haben unter anderem ihren Platz in der Geschichte gefunden.

Was die Charaktere angeht, kann ich mich ebenfalls nur positiv äußern. Mit Lias, aus dessen Sicht wir alles in der dritten Person erfahren, hat Akram El-Bahay einen großartigen Buchhelden ausgearbeitet. Lias ist mutig, liebenswert, neugierig und authentisch und eine fabelhafte Identifikationsfigur für uns Leser*innen. Ich habe Lias sofort ganz fest in mein Herz geschlossen und konnte mich jederzeit mühelos in ihn hineinversetzen.

Neben Lias dürfen wir im Verlauf der Geschichte noch vielen weiteren unvergleichlichen und facettenreichen Charakteren begegnen, wie beispielsweise den Herrn der Wellen und seiner Crew, dem Jungen Sila (der Lias zum Verwechseln ähnlich sieht) und dem Mädchen Bamba. Sila und Bamba habe ich besonders liebgewonnen. Die beiden Kinder werden sehr schnell richtig gute Freunde von Lias werden, auf die sich unser Romanheld stets verlassen kann.

Apropos Freundschaft: Auch zwischen Großtante Hermines Haus und Lias wird sehr rasch eine ganz außergewöhnliche Beziehung entstehen. Das Haus, müsst ihr wissen, besitzt ein gewisses Eigenleben und ist fraglos kein normales Haus, was ich einfach nur megacool fand. Mich hat es daher richtig gefreut, dass wir uns nicht nur in den Buchwelten von Lias Tante aufhalten, sondern auch in den Genuss von Szenen in der realen Welt kommen. Lias darf sich nicht zu lange in den Buchwelten aufhalten (warum, müsst ihr schon selbst herausfinden) – er muss daher öfters in die Wirklichkeit zurückkehren. Diese Wechsel zwischen den Welten fand ich äußerst gelungen, da sie für noch mehr Spannung sorgen.

Das Ende hat mir ebenfalls unheimlich gut gefallen. Es lässt keine Fragen offen und rundet die Geschichte perfekt ab, sodass ich das Buch mit einem rundum glücklichen und zufriedenen Gefühl wieder zuklappen konnte.

Fazit: Ein atemberaubendes Fantasyabenteuer voller Spannung und Magie!

Akram El-Bahay beschert Jung und Alt mit „Lias und der Herr der Wellen“ eine wunderschöne Geschichte, in der er uns Leser*innen auf eine unvergessliche und ganz fantastische Reise mitnimmt. Die Erzählung ist magisch, unterhaltsam und unglaublich fantasievoll, sie ist fesselnd, warmherzig und so wunderbar zeitlos. Ich kann jedem nur ans Herz legen in „Lias und der Herr der Wellen“ einzutauchen und sich von den magischen Worten Akram El-Bahays und seinem großen Einfallsreichtum verzaubern zu lassen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!
 
 
 





 
 
Vielen lieben Dank an den Ueberreuter Verlag für das Rezensionsexemplar!

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