Klappentext:
Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag
Rezension:
An einem Sonntagmorgen baut sich Ron aus Stöcken, Rinde und alten Brettern eine Hütte. Richtig toll sieht sie aus. Das findet auch Ben, der gerade mit seinem Hund spazieren geht. Als er die Hütte sieht, kann er es zuerst gar nicht glauben, das Ron sie ganz alleine gebaut hat. Er will auch eine haben. Und Ron baut ihm kurzerhand eine. Daraufhin verlangt Ben nach einer größeren Hütte, einem richtigen Haus. Ron erfüllt ihm auch diesem Wunsch. Es dauert nicht lange und andere Stadtbewohner*innen werden auf Ron aufmerksam. Immer mehr wollen auch eine Hütte haben. Und Ron baut sie ihnen. Immer größer und prächtiger werden sie, einige haben sogar mehrere Türme wie ein Schloss. Irgendwann ist ein richtiges Dorf entstanden aus Villen, Palästen und Schlössern. Doch da in keinem der Bauten Betten stehen, kehren die Menschen abends in ihre Stadt zurück – wo sie eine böse Überraschung erwartet.
Ein ungewöhnliches Bilderbuch haben uns Daniel Fehr und Maja P. Kastelic hier gezaubert. Einerseits ziemlich verrückt, andererseits aber auch sehr klug und überraschend tiefsinnig. Manchmal kriegen wir den Hals nicht voll und wissen gar nicht zu schätzen, was wir bereits besitzen. Anstatt uns zufriedenzugeben, wollen wir immer mehr und erkennen in unserer Gier gar nicht, was im Leben wirklich zählt. Genau davon erzählt Daniel Fehler in diesem Bilderbuch und zwar mit jeder Menge Fantasie und einem Augenzwinkern. Dass ein kleiner Junge wie Ron innerhalb eines Tages mehrere Häuser und sogar Paläste bauen kann, ist natürlich äußerst unrealistisch. Im ersten Moment wundert man sich darüber und muss unweigerlich über diese kreative Geschichte schmunzeln. Gleichzeitig beginnt sich aber auch zu fragen, ob man sich nicht vielleicht selbst manchmal ein bisschen wie die Stadtbewohner*innen verhält. Wünsche und Forderungen, die immer größer und selbstverständlicher werden, Verlangen und Naivität, die einen das richtige Maß vergessen lassen. Das Buch bietet einige tolle Anlässe, um mit älteren Kindern ins Gespräch zu kommen. Für jüngere Zuhörer*innen wird die Geschichte vermutlich etwas zu anspruchsvoll sein. Dennoch wird es auch schon den Kleinsten Freude bereiten, durch das Buch zu blättern und die wunderschönen Illustrationen zu betrachten.
Fazit: „Ron baut eine Stadt“ ist eine sehr fantasievolle, farbenfrohe und nachdenkliche Geschichte über Gier, Konsum und das richtige Maß. Ein außergewöhnliches Bilderbuch ab 5 Jahren, das zum Nachdenken einlädt und viele Gesprächsanlässe bietet. Mich persönlich konnte das Buch nicht vollends überzeugen, mir ist es für ein Kinderbuch dieser Alsterklasse ein wenig zu komplex. Optisch ist es für mich aber ein Highlight. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar!




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