Klappentext:
Quelle: Ueberreuter Verlag
Rezension:
Anna teilt gar nicht gerne. Ständig bekommt sie zu hören, dass sie teilen soll. Ihre Lieblingsfarben, ihre Gummibärchen, sogar ihre Geburtstagstorte! Zum Glück gibt es ihre Oma, die sie ganz für sich allein hat. Sie freut sich daher sehr auf die Ferien bei ihrer Oma, wo sie nichts teilen muss und immer genau das bekommt, was sie gerade braucht. Doch dann erfährt Anna, dass ihr Cousin Tarek ebenfalls zu Besuch kommt. So was Doofes, jetzt muss Anna auch noch ihre Oma teilen. Auch Tarek ist alles andere als begeistert. Doch da kommt ihm eine Idee: Sie können ihre Oma doch gerecht teilen. Aber kann das wirklich funktionieren? Nach ein paar nicht so erfolgreichen Ideen beschließen die beiden, ihre Großmutter in eine linke und eine rechte Hälfte zu teilen. Oma gibt alles, um es den beiden recht zu haben, aber zwei Dinge gleichzeitig kochen und mit beiden Kindern zwei verschiedene Spiele zu spielen ist ziemlich anstrengend. Oma raucht schließlich ganz schön der Kopf bis sie vor Erschöpfung schließlich einschläft. Am Ende erkennen Anna und Tarek, dass es zusammen doch viel mehr Spaß macht und Oma genug Liebe für sie beide hat.
Johanna Lindemann und Andrea Stegmaier präsentieren mit ihrem neuen gemeinsamen Werk ein ganz zauberhaftes Bilderbuch über Konflikte, Eifersucht, Gemeinschaft und eine halbe Oma. Auf eine sehr humorvolle und nachvollziehbare Weise greift das Buch ein Thema auf, das viele Kinder irgendwann beschäftigt: Das Teilen. Junge Kinder müssen meist erst lernen, dass sie nicht alles für sich beanspruchen können und es sogar viel schöner ist, Dinge zu teilen und gemeinsam Zeit zu verbringen. So wie Anna und Tarek, die sich anfangs gar nicht riechen können und ihre Oma ganz für sich alleine haben wollen. Eine Situation, die sicherlich viele von uns kennen. Auch ich habe mich in dieser Geschichte sehr wiedergefunden. Denn wenn Großeltern-Besuch anstatt, gab es zwischen meinen Schwestern und mir früher oft Streit um Oma und Opa. Für Erwachsene ist dieses Buch wie ein kleiner Nostalgietrip in die eigene Kindheit. Es weckt Erinnerungen an Ferien und Wochenenden bei den Großeltern, wo man verwöhnt wird und es immer lecker Essen und gemütliche Brettspielenachmittage gibt. Obwohl sich Anna und Tarek eine ganze Weile um ihre Oma zanken, kommt die Erzählung überaus herzerwärmend und unterhaltsam daher. Die Ideen der beiden Kinder, wie sie ihre Oma halbieren können, sind so lustig mitzuerleben. Vor allem die geteilte Oma im Zauberkabinett ist einfach herrlich. Gleichzeitig ist es aber auch unheimlich schön zu sehen, was für eine liebe Großmutter die zwei haben. Oma schimpft nicht mit den beiden Streithähnen, lächelt immer das besondere Oma-Lächeln und lässt ihre Enkelkinder selbst herausfinden, dass es zusammen viel mehr Spaß macht und Liebe größer wird, wenn man sie teilt.
Andrea Stegmaier hat diese herzallerliebste Geschichte mit ihren unverwechselbaren Bildern zum Leben erweckt. In sanften Farben und mit viel Liebe zum Detail setzen die Illustrationen das Erzählte perfekt in Szene und fangen die Emotionen gekonnt ein. Man kann wunderbar mitverfolgen, wie sich die Stimmung zwischen Anna und Tarek im Verlauf ändert bis sie am Ende schließlich gemeinsam fröhlich lachen. Aber auch bei der Oma kann man sehr gut erkennen, wie sie zunehmend müder wird – die ganze Zeit zwei verschiedene Sachen gleichzeitig machen kann aber auch wirklich ziemlich anstrengend sein. Habt ihr schon mal mit der einen Hand Spaghetti und mit der anderen Pizza gemacht?
Vielen lieben Dank an den Ueberreuter Verlag für das Rezensionsexemplar!




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