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Donnerstag, 29. März 2018

[Rezension] Lieber Feind von Jean Webster

Hardcover
416 Seiten
Ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-551-56045-2
Erschienen: 21.03.2018

Klappentext:

Ein Waisenhaus leiten? Sally McBride erklärt ihre beste Freundin Judy für komplett verrückt, als diese ihr die Leitung des John-Grier-Heims übertragen will. Hätte ihr Verlobter nicht schallend gelacht und damit ihren Ehrgeiz geweckt, Sally hätte niemals eingewilligt.
Plötzlich einhundert Kinder zu haben, ist keine leichte Aufgabe! Und die Zustände im Heim sind haarsträubend. Mit Verve geht Sally an die Arbeit, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch dabei macht sie sich nicht nur Freunde. Ihr liebster Feind allerdings ist und bleibt der betreuende Kinderarzt Dr. Robin MacRae.


Mittwoch, 21. März 2018

[Rezension] Dieser Augenblick, erschreckend und schön von Marci Lyn Curtis

Hardcover
416 Seiten
Ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-551-56028-5
Erschienen: 21.03.2018

Klappentext:

Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters, kehrt Grace nach New Harbor zurück, ein kleiner Ort an der Küste Floridas. Ihr Ex-Freund Owen, den sie seit Anbeginn der Zeit liebt, wohnt noch immer da; ebenso wie ihre ehemalige beste Freundin. Allerdings ist nichts mehr, wie es einmal war. Doch ob sie es wollen oder nicht, die Leben der Drei sind untrennbar miteinander verbunden. Und Grace muss sich endlich ihr Leben zu eigen machen, so schrecklich und schön es auch ist. Dieser Augenblick, er gehört ihr. 


Sonntag, 14. Januar 2018

[Rezension] Die Anarchie der Buchstaben von Kate de Goldi

Hardcover
160 Seiten
ISBN: 978-3-551-56003-2
Ab 12 Jahren
Erschienen: 21.10.2014

Klappentext:

***Schön durcheinander!***
Jeden Donnerstag besucht Perry ihre Oma im Heim Santa Lucia. Oma weiß nicht immer, wer Perry eigentlich ist, und außerdem findet sie, Perry sei ein Jungenname. Aber Perry macht das nichts aus. Und dann hat sie diese gute Idee mit dem Abc! Ein Buch über alle und alles in Santa Lucia, bei dem Oma und die anderen mitmachen sollen. Es geht zwar etwas durcheinander, und das Ganze wird eher ein Acb oder ein Abv. Aber ein bisschen Anarchie hat noch niemandem geschadet. 

Freitag, 12. Januar 2018

[Rezension] Im Jahr des Affen von Que Du Luu

Hardcover
288 Seiten
ISBN: 978-3-551-56019-3
Ab 14 Jahren
Erschienen: 18.03.2016

Klappentext:

Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam. Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat – und der Suche nach Glück.

Donnerstag, 11. Januar 2018

[Rezension] Nicht nur ein Liebesroman von Emma Mills

Hardcover
416 Seiten
ISBN: 978-3-551-56037-7
Ab 14 Jahren
Erschienen: 29.09.2017

Klappentext:

Die siebzehnjährige Sloane hätte nie gedacht, dass sie nach ihrem Umzug von New York nach Florida so schnell Freunde finden würde – vor allem nicht in der glamourösen Vera und ihrem Zwillingsbruder, dem ernsthaften und stillen Gabe. Durch sie beginnt Sloane, sich ganz allmählich zu öffnen. Und lernt bei ihrer Suche nach einem verschollenen Bild schließlich sogar, wie viel Liebe im Leben und in ihr steckt ... 

Dienstag, 9. Januar 2018

[Rezension] Löffelglück von Tracy Holczer

Bildquelle: Suse Kopp
Hardcover
320 Seiten
ISBN: 978-3551560070
Ab 12 Jahren
Erschienen: 21.11.2014

Klappentext:

***Ein bezauberndes Debüt voller Glück und Magie*** Wer tausend Kraniche aus Papier faltet, bekommt einen Wunsch erfüllt. Seit Grace zu ihrer Großmutter in die kleine Stadt Auburn Valley gezogen ist, findet sie immer wieder Papier-Kraniche. Schickt ihre Mutter ihr Zeichen aus dem Himmel? Schließlich hat sie früher immer Kraniche aus (geklauten) Löffeln gemacht. Und Grace braucht ein Zeichen, genauso wie sie endlich ein Zuhause braucht. Eine kleine Mumie mit Brille, das Suppenrestaurant Löffel und nicht zuletzt die kleine kalifornische Stadt selbst zeigen ihr den Weg. Eine Geschichte über die heilende Kraft von Sarkophagen, Gemeinschaft und einer Schüssel guter Suppe. 

Erschienen im Königskinder Verlag

Montag, 8. Januar 2018

[Rezension] Jenseits des Meeres von Jon Walter

Hardcover
320 Seiten
ISBN: 978-3-551-56017-9
Ab 12 Jahren
Erschienen: 02.10.2015

Klappentext:
Ein Land im Bürgerkrieg. Eine Hafenstadt in Flammen. Nur ein einziges Schiff nimmt noch Flüchtlinge auf. Doch der Preis für die Überfahrt ist für die meisten viel zu hoch.
Wie sollen Malik und sein Opa an Bord kommen? Und wird Maliks Mutter es rechtzeitig zu ihnen schaffen?
Malik muss all seinen Mut zusammennehmen, damit ihm die Flucht gelingt. Sein Erfindungsreichtum, eine streunende Katze und Opas besonderer Zaubertrick sorgen dafür, dass er dabei nie die Hoffnung verliert.
Ein erstaunliches und zutiefst menschliches Debüt über Krieg und Hoffnung, Flucht und Heimat – erzählt durch die Augen eines Jungen.



Sonntag, 7. Januar 2018

[Rezension] Wörter auf Papier von Vince Vawter

Hardcover
288 Seiten
ISBN: 978-3-551-56001-8
Ab 12 Jahren
Erschienen: 21.10.2014

Klappentext:

***Meine Seele stottert nicht***
Victor ist der beste Werfer von ganz Memphis. Nicht nur beim Baseball. Jede Zeitung, die er austrägt, landet perfekt auf der Veranda. Doch wenn Victor an Freitag denkt, wird ihm mulmig zu Mute. Dann muss er das Geld bei den Abonnenten einsammeln. Und das, wo er so sehr stottert, dass er kaum zwei Wörter hintereinander herausbringt.
Der heiße Sommer 1959 bringt die seltsamsten Begegnungen mit sich. Da ist Mrs Worthington, die Kummer hat; der Fernsehjunge, der nie rauszugehen scheint; und der weise Mr Spiro, der Victor einen stotternden Dichter nennt.


Quelle: Königskinder Verlag

Samstag, 6. Januar 2018

[Rezension] Auf Umwegen von Andrew Smith

Hardcover
336 Seiten
ISBN: 978-3-551-56018-6
Ab 14 Jahren
Erschienen: 02.10.2015

Klappentext:

Finn berechnet die Zeit in Meilen, nicht in Minuten. So erklärt er sich die Welt und so überzeugt er sich davon, wirklich zu sein, nicht eine Romanfigur im Kult-Bestseller seines Vaters. Stets am Rande der Katastrophe – als Kind ist ein totes Pferd von einer Brücke auf ihn gefallen – hat Finn immerhin den besten Freund der Welt: den total irren, aber ganz vortrefflichen Cade. Und dann lernt er Julia kennen, das erste Mädchen, das er liebt.
Als Julia wegzieht bricht Finn das Herz. Zusammen mit Cade macht er sich auf eine Reise, die sie nicht – wie geplant – zum College ihrer Wahl führt. Ein unerwarteter Unfall macht sie zu ebenso unerwarteten Helden.


Freitag, 5. Januar 2018

[Rezension] Kleiner Wahn von Dianne Touchell

Hardcover
272 Seiten
ISBN: 978-3-551-56009-4
Ab 14 Jahren
Erschienen: 02.10.2015

Klappentext:

Rose liebt Michael. Und Michael liebt Rose. Sie haben zum ersten Mal Sex. Schüchtern und liebevoll. Dass sie keine Kondom benutzen, ist nicht so schlimm. Schließlich ist es für beide das erste Mal, da kann ja nicht viel passieren. Zwei Monate später zählt Rose die Tage: 61 seit ihrer letzten Periode und der Schwangerschaftstest ist eindeutig positiv. Was werden ihre Eltern, was werden die Leute sagen? Das kann nicht sein und das darf nicht sein.
Rose verdrängt, dass sie schwanger ist. Und Michael verdrängt, dass Rose schwanger ist. Und das Unheil nimmt seinen Lauf …


Donnerstag, 4. Januar 2018

[Rezension] Ein Glück für immer von Ruta Sepetys

Hardcover
384 Seiten
ISBN: 978-3-551-56002-5
Ab 14 Jahren
Erschienen: 21.11.2014

Klappentext:

New Orleans in den Fünfzigerjahren: zwielichtige Gestalten, dunkle Gassen. Josie Moraine, Tochter einer Prostituierten, ist früh selbstständig geworden. Über dem Buchladen, den sie mit ihrem besten Freund Patrick zusammen führt, hat sie ein kleines Zimmer. Doch insgeheim träumt sie vom Smith College und einer Studentinnen-Freundschaft mit Charlotte. Und auch wenn das unerreichbar scheint für eine junge Frau ihrer Herkunft, will Josie sich nicht von ihren Plänen abbringen lassen.
Dann taucht der Gangster Cincinnati in der Stadt auf. Ein Mann wird ermordet. Und Josie muss Entscheidungen treffen, die ihr Schicksal bestimmen.

Dienstag, 2. Januar 2018

[Rezension] Der Gesang der Nachtigall von Lucy Strange

Hardcover
336 Seiten
ISBN: 978-3-551-56041-4
Ab 14 Jahren
Erschienen: 29.09.2017

Klappentext:

England 1919. Seitdem sie und ihre Familie nach Hope House gezogen sind, ist die zwölfjährige Henry ganz auf sich allein gestellt. Mama ist krank, Vater arbeitet außer Landes und Nanny Jane muss sich um Baby Piglet kümmern. Sich selbst und ihren Büchern überlassen, beginnt Henry, ihre neue Umgebung zu erkunden: das große Haus mit seinem vergessenen Dachboden, das geheimnisvolle Licht, das jenseits des Garten durch die Bäume schimmert, und die geisterhaften Schatten, die niemand außer ihr zu sehen scheint. Und auch niemand außer ihr scheint zu merken, in welcher Gefahr ihre Familie schwebt ...

Sonntag, 17. Dezember 2017

[Rezension] Der Koffer von Robin Roe

Hardcover
416 Seiten
ISBN: 978-3-551-56029-2
Ab 16 Jahren
Erschienen: 24.03.2017

Klappentext:

»Wie viele Sterne?«, hat Julians Vater immer gefragt, wenn er ihn abends ins Bett brachte. Zehntausend-Sterne-Tage waren die besten überhaupt. Doch Julians Eltern sind tot. Seit er bei seinem Onkel wohnt, ist ihm ist nichts geblieben als Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen. Als Julian seinem Pflegebruder Adam wiederbegegnet, ist er zunächst voller Glück. Adam, der so nett ist und so tollpatschig und trotzdem zu den Coolen gehört. Doch es ist schwierig Vertrauen zu fassen. Und je mehr Vertrauen Julian fasst, desto mehr kommt Adam hinter seine Geheimnisse. Das bringt sie beide in große Gefahr. 


Rezension:


Wer meine Rezensionen verfolgt, der wird wohl mittlerweile wissen, dass ich die Bücher aus dem Königskinder Verlag liebe! „Der Koffer“ fehlte bis vor kurzem noch in meiner Sammlung, was sich aber in diesem Monat geändert hat. Ich war schon mega gespannt auf dieses Buch und habe es, kurz nachdem es bei mir eingezogen, endlich gelesen!

Mit neun Jahren hat der heute 14-jährige Julian seine Eltern bei einem Autounfall verloren. Seitdem lebt er, nach einem kurzen Zwischenstopp bei einer Pflegefamilie, bei seinem gewalttätigen Onkel. Das Einzige, was dem Jungen noch geblieben ist, ist ein alter Koffer voller Erinnerungen. Diese geben ihm die Kraft, die er braucht, um sein alles andere als leichtes und schönes Leben zu überstehen. Ein neuer Lichtblick bietet es sich ihm, als er seinen ehemaligen Pflegebruder Adam wiedertrifft. Dieser ist heute 18 und gehört, trotz seiner aufgedrehten und etwas tollpatschigen Art, zu den Coolen und ist bei allen beliebt. Dass er immer mehr Zeit mit dem stillen und merkwürdigen Julian verbringt, können seine Freunde zunächst nicht verstehen. Auch Julian kann sein Glück erst kaum fassen und es fällt ihm schwer, Adam an sich heranlassen. Dieser fasst aber immer mehr Vertrauen zu dem kleinen, dünnen Jungen. Allerdings stößt er dabei auch auf schlimme Geheimnisse, die nicht nur Julian, sondern auch ihn selbst in große Gefahr bringen...

Ich habe nun wirklich schon recht viele Königskinder gelesen, ganz besonders in der letzten Zeit. Ich kann daher auch gar nicht so richtig sagen, welches denn nun mein absolutes Lieblingskönigskind ist. „Der Koffer“ zählt auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Die Geschichte, die in diesem Buch erzählt wird, hat mich zutiefst berührt und mir ein einzigartiges Leseerlebnis beschert!

Robin Roe hat mit ihrem Debüt einen Roman geschaffen, welcher mich geschockt, bewegt und nachdenklich gestimmt hat. Die Thematik in dem Buch ist eine sehr ernste und auch berückende, die einem nur zu deutlich vor Augen führt, dass wir oft ein ganz falsches Bild von unseren Mitmenschen haben und viel zu schnell über andere urteilen.

Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr mich dieses Buch berührt hat und wie unglaublich toll ich es fand! Die Geschichte ist sehr emotional und geht ganz sicher jedem unter die Haut. Mich haben viele Szenen in dem Buch fassungslos und schockiert zurückgelassen. Was dem Protagonisten Julian alles Schlimmes angetan wird, mag man sich gar nicht näher vorstellen. Ich hatte beim Lesen einen riesengroßen Hass auf Julians Onkel und war entsetzt darüber, zu was dieser Mensch alles in der Lage ist.

Ich kann euch aber beruhigen. So erschütternd vieles in dem Buch auch ist, der Autorin ist es wunderbar gelungen, die Handlung nicht zu bedrohlich und schockierend werden zu lassen, sondern hat diese mit einem liebenswerten Humor und großartigen Charakteren ausgestattet.

Fangen wir mal bei Julian an. Dieser ist am Anfang des Buches vierzehn Jahre alt, wirkt aber durch sein Aussehen und sein Verhalten deutlich jünger. Er ist klein, blass dünn und wird aufgrund einer Lernschwäche von vielen für dumm und zurückgeblieben gehalten. Etwas merkwürdig mag Julian vielleicht wirklich sein, dies liegt aber daran, dass er den Tod seiner Eltern immer noch nicht verarbeiten konnte und sein Zuhause alles andere als schön und liebevoll ist. Julian hat sich aber irgendwie mit seiner Lebenssituation arrangiert, hat Plätze gefunden, wo er sich wohl fühlt und wo er alles für eine Weile vergessen kann.
Ich habe den kleinen Julian sofort fest in mein Herz geschlossen. Das Wort „klein“ habe ich hier bewusst gewählt, denn obwohl Julian eigentlich ein Teenager ist, vergisst man dies beim Lesen immer wieder und ich habe mich öfters dabei ertappt, dass ich mir Julian als einen kleinen sechs- oder siebenjährigen Jungen vorgestellt habe.

So wirkt er auf viele seiner Mitmenschen, auch auf Adam, unseren zweiten Protagonisten in dieser Geschichte. Adam ist bereits 18, geht auf dieselbe Schule wie Julian und war für ein paar Monate sein Pflegebruder. Als er Julian wiederbegegnet, entwickelt er sofort einen Beschützerinstinkt für diesen kleinen schmächtigen Jungen.
Adam ist ebenfalls ein großartiger Charakter! So einen wie ihn hätte wohl jeder liebend gerne als großen Bruder. Er ist hilfsbereit, humorvoll und besitzt einen herrlich liebenswerten Charme, sodass er allseits sehr beliebt ist. Ihn muss man einfach gern haben. In seiner Gegenwart taut sogar der stille Julian merklich auf und ist ein ganz andere Junge, als er es sonst ist.

Immer abwechselnd erfahren wir die Geschichte aus Julians und Adams Sicht. Mir haben diese Wechsel unglaublich gut gefallen. Das Buch hat eine richtige Sogwirkung auf mich ausgewirkt und da die Kapitel auch recht kurz sind, flogen die Seiten bei mir nur so dahin.
Neben Julian und Adam wurden auch die Nebencharaktere wundervoll ausgearbeitet und machen dieses Buch rundum perfekt.


Fazit: „Der Koffer“ erzählt eine Geschichte voller Schmerz und Leid. Das Buch erzählt aber auch eine Geschichte über eine wundervolle Freundschaft, über Liebe und Hoffnung. Robin Roe beschert uns mit ihrem Roman ein schreckliches und zugleich wunderschönes Leseerlebnis, welches uns schockiert, uns aber auch berührt und unterhält. Ich kann euch das Buch sehr ans Herz legen. So ein bewegendes Buch muss man einfach gelesen haben! In meinem Augen ist „Der Koffer“ eines der besten Werke aus dem Königskinder Verlag. Ich vergebe nur zu gerne volle 5 von 5 Sternen!






Dienstag, 12. Dezember 2017

[Rezension] Die wirkliche Wahrheit von Dan Gemeinhart

Hardcover
256 Seiten
ISBN: 978-3-551-56015-5
Ab 12 Jahren
Erschienen: 02.10.2015

Klappentext:

Mark ist ein ganz normaler Junge. Eigentlich. Er hat einen Hund namens Beau und eine beste Freundin namens Jessie. Er fotografiert gerne und träumt davon eines Tages einen Berg zu besteigen.
Aber in einer Hinsicht ist er anders. Mark ist krank. Krankenhaus krank. So krank, dass er vielleicht nicht wieder gesund wird.
Mark haut ab – Beau immer an seiner Seite. Im Gepäck seine Kamera, sein Notizbuch und einen Plan, wie der den Gipfel von Mount Rainier erreichen kann. Und wenn es das Letzte ist, was er tut.
Eine Geschichte über einen Jungen, der einen Berg besteigt und über ein Mädchen, das zurückbleibt. Eine Geschichte über große Fragen und kleine Augenblicke. Und über stillen Mut, Entschlossenheit und den treusten Hund der Welt.


Rezension:

Im Oktober hatte ich „Ein weiter Weg“ von Dan Gemeinhart gelesen und da ich von diesem Buch hellauf begeistert war, wollte ich nun auch unbedingt sein erstes Werk „Die wirkliche Wahrheit“ lesen. Das Cover konnte mich zwar nicht so ansprechen, dafür aber der Klappentext umso mehr. Mich hat bisher noch kein Königskind enttäuscht, daher war ich mir sehr sicher, dass mir auch „Die wirkliche Wahrheit“ richtig gut gefallen wird.

Eigentlich ist Mark ein ganz normaler Junge. Er hat einen Hund, der sein allerbester Freund ist, eine Freundin namens Jessie, die er von klein auf kennt und einen großen Traum, den er unbedingt verwirklichen möchte: Er möchte einen großen Berg besteigen. Und zwar nicht irgendeinen, er möchte den Gipfel des Mount Rainier erklimmen. Allerdings ist Mark leider kein normaler Junge. Er ist krank, sehr krank und wird vielleicht bald sterben. Anstatt erneut ins Krankenhaus zu gehen, haut Mark ab. Mit seinem Hund Beau macht er sich auf den Weg zum Mount Rainier. Obwohl er schwach ist und vielleicht nicht lebend von seiner Reise zurückkehren wird, zieht Mark mutig und entschlossen los. Es dauert nicht lange und die Polizei sucht nach ihm. In den Nachrichten wird von ihm berichtet und neben der Unwetterwarnung scheinen die Medien kein anderes Thema mehr zu kennen als den vermissten Jungen. Unbemerkt zum Berg zu gelangen ist daher nicht leicht, doch Mark hat ein Ziel und dieses möchte er auch erreichen, egal wie schwierig dies auch sein mag.

Mit „Die wirkliche Wahrheit“ ist dem Autor Dan Gemeinhart ein ganz wundervolles Buch gelungen, welches mich sehr berührt und nachdenklich gestimmt hat.

Ich habe nun schon einige Bücher gelesen, die von krebskranken Protagonisten handeln. In den meisten steht die Krankheit im Vordergrund; in diesem Buch jedoch ist das anders. Natürlich nimmt Marks Krebs auch einen gewissen Teil der Geschichte ein; das Hauptthema dieses Romans ist aber Marks Traum, welcher uns Lesern nur zu deutlich vor Augen führt, dass das Leben kurz sein kann und man keine Ewigkeiten Zeit hat, sich seine Träume und Wünsche zu erfüllen.

Mark ist schlimm krank und müsste sich eigentlich wieder in Behandlung begeben. Er ist es aber so langsam leid, immer wieder gegen den Krebs anzukämpfen. Anstatt also im Krankenbett zu liegen, zieht der Junge mit seinem Hund los, um den Mount Rainier zu besteigen, etwas, wovon er schon lange geträumt hat.

Ich war beim Lesen etwas hin und her gerissen. Einerseits konnte ich Mark natürlich verstehen, dass er sich, in seinem vielleicht nur noch kurzen Leben, seinen größten Traum unbedingt noch erfüllen möchte, andererseits war ich auch groß in Sorge um ihn, dass diese anstrengende Reise zu viel für ihn wird. Auch habe ich sein Handeln manchmal als etwas egoistisch empfunden. Ohne jemandem Bescheid zu geben, haut er einfach ab und lässt seine Eltern und seine beste Freundin Jessie in großer Sorge um ihn zurück.

Da das Buch sehr besonders aufgeteilt ist, bekommt man die Verzweiflung von Marks Eltern und Jessie sehr gut mit. Das Buch besitzt nämlich einmal die normalen Kapitel, welche aus Marks Sicht erzählt werden – dann gibt es aber auch noch die halben Kapitel, die aus der Perspektive von Jessie in der dritten Person geschrieben sind.

Mir hat diese ungewöhnliche Aufmachung richtig gut gefallen. Durch diese wird eine tolle Spannung erzeugt, die es mir sehr erschwert hat, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Wie man sich denken kann, sucht bald schon die Polizei nach Mark und dank der halben Kapitel erfahren wir Leser immer ganz genau, wie viel die Polizei weiß und wie nah sie Mark schon gekommen ist.

So groß meine Sorge um Mark auch war, ich wollte dennoch die ganze Zeit über, dass die Polizei ihn nicht aufspürt, damit er es bis zum Mount Rainier schafft. Mark zeigt eine so große Entschlossenheit und Willensstärke, dass man den Jungen nur dafür bewundern kann und es ihm zutiefst gönnt, dass sein Traum Wirklichkeit wird.

Zum Glück ist Mark auf seiner Reise nicht alleine. Sein treuer Hund Beau ist stets an seiner Seite und verteidigt ihn vor jeder noch so großen Gefahr. Mark begegnet auf seinem Weg zum Mount Rainier freundlichen, aber leider auch nicht so freundlichen Menschen und bei letzteren hätte es ohne seinen heldenhaften Beau übel enden können.

Ich habe den kleinen Hund sofort fest in mein Herz geschlossen und in meinen Augen macht gerade diese wundervolle und sehr innige Beziehung zwischen Beau und Mark dieses Buch zu etwas ganz Besonderem.

Neben der bewegenden Story ist auch der Schreibstil sehr gefühlvoll und liest sich klasse. Bei mir flogen die Seiten nur so dahin. Besonders zum Ende wurde das Buch richtig spannend und ich bin aus dem Hoffen und Mitfiebern gar nicht mehr ausgekommen.

Nun kenne ich also auch Dan Gemeinharts anderes Werk aus dem Königskinder Verlag und auch von diesem bin ich hellauf begeistert! Ich kann euch „Die wirkliche Wahrheit“ sehr ans Herz legen! Eine so schöne und berührende Geschichte muss man einfach gelesen haben.

Fazit: „Die wirkliche Wahrheit“ erzählt eine wunderschöne und zutiefst berührende Geschichte, welche einen mitten ins Herz trifft. Die Freundschaft zwischen einem krebskranken Jungen und seinem treuen Hund wird wundervoll warmherzig beschrieben und hat mich sehr bewegt. Dieses Buch führt einen vor Augen, was wirklich wichtig ist im Leben und ich kann es absolut empfehlen. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!






Sonntag, 10. Dezember 2017

[Rezension] Winger von Andrew Smith

Hardcover
464 Seiten
ISBN: 978-3-551-56027-8
Ab 14 Jahren
Erschienen: 29.09.2016

Klappentext:
*** Sex und Liebe ***
Wenn man Ryan Dean West heißt, Klassenbester und dazu noch zwei Jahre jünger als alle anderen ist, wird einem der Kopf manchmal ins Klo gehängt. Aber Ryan Dean hat größere Sorgen: Wie soll er verhindern, dass sein neuer Zimmergenosse im Internat ihn nachts erwürgt? Noch wichtiger: Wie soll er Annie, die er wahnsinnig liebt, davon überzeugen, dass er nicht zu jung für sie ist? Ohne seinen Freund Joey aus dem Rugby-Team wäre dieses Schuljahr die Hölle. Dass Joey schwul ist, ist Ryan Dean völlig egal. Schließlich liebt er Joey. Auf total unschwule Art, versteht sich. Dann passiert das Undenkbare. Und Ryan Dean West begreift, was wirklich wichtig ist.

Rezension:

Ich liebe die Bücher aus dem Königskinder Verlag und kenne nun schon so einige wirklich großartige Werke! Auf „Winger“ war ich schon richtig gespannt gewesen. Der Klappentext verspricht eine sehr unterhaltsame Geschichte, welche genau in mein Beuteschema im Jugendbuchbereich passt.

Ryan Dean Wests Leben ist momentan nicht so, wie es der 14-jährige gerne hätte. Er ist zwei Jahre jünger als seine Klassenkameraden, ist Klassenbester (total uncool) und wird zudem von ein paar seiner Mitschüler schikaniert. So kommt es, dass sein Kopf eines Tages in einer Kloschüssel landet. Ziemlich eklig und alles andere als schön, aber Ryan Dean plagen noch andere, wichtigere, Dinge, welche für ihn sogar noch schlimmer sind, als ein Klo von innen zu sehen: Er ist unsterblich in Annie verliebt, nur weiß er nicht, wie er ihr seine Liebe gestehen soll. Schließlich ist er zwei Jahre jünger als sie, also viel zu jung. Zudem sieht sich Ryan Dean selbst als der totale Loser an, wie soll man also jemanden mit so einer Einstellung von sich überzeugen? Zum Glück steht er aber nicht alleine da, sondern hat einen guten Freund an seiner Seite. Joey ist zwar schwul und zusammen mit ihm abzuhängen ist nicht wirklich förderlich für Ryan Deans Ruf, dennoch würde er niemals auf diese wunderbare Freundschaft verzichten. Auch das Rugby Team bedeutet ihm viel. Als sich dann aber ein furchtbarer Zwischenfall ereignet, begreift Ryan Dean erst so richtig, was wirklich wichtig im Leben ist.

Die Erzählform von „Winger“ erinnert ein bisschen an ein Tagebuch. Wie erfahren alles aus der Sicht des 14-jährigen Ryan Dean und wie es in einem Tagebuch öfters geläufig ist, so wird auch hier nicht mit Umgangssprache und Schimpfwörtern gespart. Allerdings bekommen wir es hier mit wirklich sehr viel umgangssprachlichen Wörtern zu tun und wenn ihr euch an so etwas stören solltet, dann rate ich euch davon ab, „Winger“ zu lesen, denn Worte wie „Eier“, „Schwuchtel“ oder das F-Wort werden hier gerne und oft verwendet. Auch muss man auf diesen typischen „Jungs-Humor“ stehen. Ryan Dean geht mit seinen Kumpels und Mitschülern locker und ziemlich derb um. Es wird über heiße Mädchen gequatscht, über männliche Geschlechtsteile und vor Prügeleien wird hier auch nicht halt gemacht.

Mich hat das alles überhaupt nicht gestört. Mir war Ryan Dean sofort richtig sympathisch. Sein Spitzname Winger kommt übrigens von seiner Position im Rugby Team. Es ist eine Art eine Tradition im Internat, dass die Mitschüler nach ihren Spielpositionen benannt werden. Es geht in dem Buch also auch um Rugby, aber keine Sorge: Auch wenn man null Ahnung von dieser Sportart hat, so wie ich, versteht man trotzdem alles problemlos.

Ryan Dean oder eben kurz, Winger, besitzt einen großartigen Humor! Ich kam oft gar nicht mehr aus dem Schmunzeln heraus und habe ich immer köstlich über die saloppe Umgangsweise der Jungen und Wingers eigene Meinung über sich selbst amüsiert. Winger betont nämlich ziemlich oft, was für ein Loser er doch ist und die Dinge, die dazu führen, dass er so von sich denkt, sind teilweise zum Schießen komisch.

So ist auch der Schreibstil richtig witzig und liest sich klasse. Ich habe das Buch, trotz seiner gut 460 Seiten, in nur etwas über zwei Tagen durchgelesen, da ich es kaum noch aus der Hand legen konnte. Was mir auch sehr gut gefallen hat, waren die vielen Comic-Zeichnungen. Winger zeichnet nämlich leidenschaftlich gerne und gibt uns von seinen Werken sehr viele Kostproben. Zum Glück, denn diese sind sehr unterhaltsam und geben auf super komische Art die peinlichen Situationen in Wingers Leben wieder.
Und davon gibt es so einige. Ich möchte euch ja nicht zu viel verraten, denn vielleicht wollt ihr das Buch ja auch noch lesen, aber so viel: Winger lässt wahrlich kein Fettnäpfchen aus und stolpert von einer peinlichen (und für uns höchst amüsanten) Situation in die nächste.

Das Buch handelt allerdings nicht nur von den Themen Liebe, Sex und alltäglichen Jungs-Problemen. „Winger“ besitzt auch einen erstaunlichen Tiefgang und behandelt noch so vieles mehr wie die Werte Vertrauen, Toleranz und Freundschaft sowie die Themen Mobbing, Alkohol und Homosexualität.
Besonders das Ende regt sehr zum Nachdenken an und hat mich auch ziemlich schockiert. Das Buch unterhält einen also nicht nur, es stimmt einen auch nachdenklich, in meinen Augen eine tolle Mischung.

Winger“ war mein erstes Buch von Andrew Smith und es wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein. „Auf Umwegen“ steht bereits in meinem Regal und wird demnächst von mir gelesen werden. Nach diesem grandiosen Werk bin ich auf weitere Bücher des Autors schon mehr als gespannt!


Fazit: Absolute Leseempfehlung! Mit „Winger“ ist dem Autor Andrew Smith ein großartiges Jugendbuch gelungen, welches ich mir auch sehr gut als Schullektüre vorstellen könnte. Der Humor ist klasse und der Protagonist Winger super sympathisch. Neben dem Unterhaltungswert besitzt das Buch auch Tiefgang und behandelt wichtige Themen wie Mobbing, Homosexualität, Freundschaft und Vertrauen. Mir hat das Lesen hier sehr großen Spaß gemacht und wenn man sich an Umgangssprache und einen derben Jungs-Humor nicht stört, dann sollte man „Winger“ unbedingt lesen. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!