Klappentext:
Quelle: Hanser Verlag
Rezension:
Die 16-jährige Lara Jean steht kurz vor ihrem letzten Highschooljahr und hatte noch nie einen festen Freund. Unsterblich verliebt war sie aber schon öfters, sogar in Josh, dem Freund ihrer großen Schwester. Von ihren Schwärmereien weiß allerdings niemand. Nur ihrer Hutschachtel konnte sie sich anvertrauen. Denn um ihre Gefühle zu verarbeiten und mit ihrer Verliebtheit abzuschließen, hat Lara Jean jedes Mal einen Abschieds-Liebesbrief geschrieben. Verschickt hat sie keinen einzelnen, sondern nur sicher in ihrer Schachtel aufbewahrt. Doch dann kommt eines Tages plötzlich der beliebte (und ziemlich überhebliche) Peter Kavinsky in der Schule auf sie zu – mit einem Brief in der Hand. DEM Brief, dem sie ihn damals geschrieben hat! Zu Hause muss Lara Jean zu ihrem Entsetzen feststellen, dass alle ihre fünf Briefe verschwunden sind. Irgendjemand muss sie genommen und heimlich verschickt haben. Um vor allem vor Josh nicht ihr Gesicht zu verlieren, lässt sie sich auf eine Fake-Beziehung mit Peter ein. Ob das gut geht?
Zu Comic-Adaptionen von bekannten Büchern oder Klassikern greife ich immer wahnsinnig gerne. Und da ich die Lara-Jean-Reihe damals verschlungen und geliebt habe, war die Graphic Novel von „To all the boys I’ve loved before“ natürlich ein absolutes Muss für mich. Ob sich diese nah am Original orientiert, kann ich nur tatsächlich gar nicht so genau sagen. Es ist nun schon gute zehn Jahre her, dass ich den Roman gelesen habe (wo ist nur die Zeit geblieben?!) und die Netflix-Verfilmung habe ich bis heute nicht gesehen, obwohl sie nun schon seit Ewigkeiten ganz weit oben auf meiner Watchlist steht. Meine Erinnerungen an die Handlung waren daher nicht mehr frischesten, was mir durch die Graphic Novel erst so richtig bewusst geworden ist. Dies hat mein Lesevergnügen aber in keinster Weise geschmälert, eher im Gegenteil. Da ich mich nur noch vage an Einzelheiten erinnert konnte, habe ich bestimmte Szenen in der Comic-Version nicht vermisst. Denn natürlich musste die Geschichte sehr abgespeckt werden. Die Romanvorlage umfasst schließlich 352 Seiten, während die Graphic Novel mit 168 deutlich schlanker ist. Meinem Empfinden nach hat Véronique Grisseaux aber einen guten Job gemacht. Hier und da merkt man zwar, dass einzelne Passagen weggelassen oder sehr gekürzt wurden, aber die wichtigsten Elemente sind dennoch enthalten, sodass der Charme des Originals erhalten bleibt.
Jenny Han hat mit „To all the boys I’ve loved before“ eine zauberhafte RomCom geschaffen, die in keinster Weise kitschig daherkommt. Die Mischung aus Teenie-Drama, amerikanischen Highschool-Vibes, herzerwärmenden Familienmomenten und Romantik ist einfach total schön zu lesen, macht Spaß und reißt mit und funktioniert definitiv auch als Graphic Novel. Die Charaktere sind hier wunderbar getroffen. Nicht alle sind vielleicht auf Anhieb sympathisch (Peter wirkt zunächst wie der typische arrogante Mädchenschwarm), aber mit der Zeit schließt sie man sie alle ins Herz. Vor allem in Lara Jean und ihre Familie muss man sich direkt verlieben. Die liebevollen Momente im Hause Song mochte ich schon immer ganz besonders gerne, aber auch die romantischen Szenen machen richtig viel Freude und zaubern einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Mit Lara Jean werden sich sicherlich viele junge Leser*innen identifizieren können. Sie ist ein zurückhaltendes und verträumtes Mädchen, manchmal auch ein bisschen naiv, aber gerade das macht sie zu so einer liebenswerten und authentischen Protagonistin.
Das Zeichnungen im Manga-Stil von Akimaro sind ein besonderes Highlight warm, ausdrucksstark und detailverliebt. Sie passen einfach perfekt zu dieser süßen Geschichte und sorgen durch die sanfte Farbpalette für eine absolute Wohlfühlatmosphäre.
Fazit: „To all the boys I’ve loved before“ nach dem Bestseller von Jenny Han ist eine gelungene und wunderschön gestaltete Graphic-Novel-Adaption für alle Fans der Reihe und die, die es noch werden wollen. Eine zuckersüße Liebesgeschichte über das Erwachsenwerden, Familie, heimliche Gefühle und den Mut, sich selbst treu zu bleiben.Witzig, turbulent und romantisch. Mir hat es viel Spaß gemacht, nach langer Zeit endlich mal wieder in die Welt von Lara Jean einzutauchen. Ich bin begeistert von dieser Neuinterpretation und hoffe sehr, dass auch noch die zwei weiteren Bände als Comics umgesetzt werden. Von mir gibt es 4,5 – hier gerundet auf 5 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar!





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