Klappentext:
Quelle: Knesebeck Verlag
Rezension:
England, 1569. Die junge Waise Lady Grace Cavendish lebt am Hof von Elisabeth I. und zählt seit dem Tod ihrer Mutter zu den liebsten Hofjungfern der Königin. Doch nun wünscht Ihre Majestät, dass sich Grace verloben soll und stellt ihr drei Heiratskandidaten zur Wahl. Graces Begeisterung hält sich sehr in Grenzen. Sie will gar nicht heiraten und schon gar nicht einen der drei Freier. Sir Charles ist zwar nett, aber viel zu alt. Sir Gerald ist ein eingebildeter Schnösel und Lord Robert bringt in ihrer Anwesenheit kaum ein Wort heraus. Grace bleibt aber keine andere Wahl, als sich am Valentinsball für einen der drei Männer zu entscheiden. Sie trifft schließlich eine Entscheidung, doch schon wenig später wird Lord Gerald tot aufgefunden und Lord Robert wird als Hauptverdächtiger verhaftet. Grace aber merkt schnell, dass sich Sir Charles auf einmal äußert merkwürdig verhält. Und mit der Leiche stimmt ebenfalls etwas ganz und gar nicht. Gemeinsam mit ihren Freunden, dem Dienstmädchen Ellie und dem Akrobaten Masou, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln...
Als großer Fan von historischen Kinder- und Jugendkrimis war meine Neugier sofort geweckt, als mir Lady Gtace zum ersten Mal in der Verlagsvorschau begegnete. Vor allem das wunderschöne Cover hat mich direkt in den Bann gezogen (der Max Meinzold ist einfach ein echter Covergott). Die Geschichte dahinter hat sich leider nicht als das erhoffte Highlight entpuppt, hat mich aber dennoch sehr gut unterhalten.
Bereits 2004 ist die englische Original-Reihe rund um die junge Lady Grace Cavendish erschienen. Vermutlich hat die erfolgreiche Bridgerton-Serie ein wenig dazu beigetragen, dass Lady Grace nun endlich auch zu uns nach Deutschland kommt (sowohl als Buch als auch Fernsehserie). Denn auch wenn die beiden Reihen insgesamt recht verschieden sind, kommt hier ein gewisses Bridgerton-Feeling dennoch durchaus auf. Die Geschichte entführt uns ins Jahr 1569 an den Hof von König Elisabeth I. und wird in Tagebuchform aus der Sicht von Grace geschildert. Mit viel Witz und Charme schreibt die junge Hofjungfer ihre Erlebnisse nieder und gewährt uns interessante Einblicke in die damalige Zeit. Das Leben am Hofe des 16. Jahrhunderts wird sehr detailreich und anschaulich beschrieben. Man erfährt viel über Kleidung, Essen, Sitten und Regeln und den Tagesablauf junger adliger Damen. Dazu die etwas gehobene Ausdrucksweise (die aber in keinster Weise schwülstig daherkommt) sorgen für eine wunderbare passende Atmosphäre, sodass man sich direkt in diese Epoche hineinversetzen kann. Ein paar Beschreibungen weniger wären hier und da jedoch nicht schlecht gewesen. Stellenweise dreht sich die Handlung sehr viel um das Hofleben, was so manchen vielleicht ein wenig langweilen könnte. Auch der Kriminalfall ist recht simpel gestrickt. Eine gewisse Grundspannung ist zwar vorhanden und man kann auch ein bisschen miträtseln, aber erfahrenere Krimileser*innen werden am Ende nicht allzu sehr überrascht. Nichtsdestotrotz macht es Spaß dieses Buch zu lesen, was vor allem unserer Ich-Erzählerin zu verdanken ist. Grace ist eine herrlich eigensinnige, mutige und pfiffige Protagonistin, die sich nicht den Normen der damaligen Gesellschaft fügt und (ganz undamenhaft) ihren eigenen Weg geht. Ihr rebellischer Charakter ist höchst erfrischend, ohne übertrieben zu wirken.
Fazit: „Lady Grace Mysteries: Giftmord“ ist ein unterhaltsamer und charmanter, historischer Krimi ab 12 Jahren mit einer starken Heldin, die sich nicht unterkriegen lässt. Wer gerne in das elisabethanische Zeitalter eintaucht und spannende Detektivgeschichten mit cleveren Ermittlerinnen mag, sollte sich diesen Reihenauftakt unbedingt mal genauer ansehen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den Knesebeck Verlag für das Rezensionsexemplar!



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