Samstag, 9. Mai 2026

[Rezension] Stolz und Vorurteil - die Graphic Novel nach Jane Austen von Anna Opel und Elias Linnekuhl

Hardcover
Illustriert von Elias Linnekuhl
144 Seiten
ISBN: 978-3-98962-065-0
Erschienen: 23.04.2026

Klappentext:

Um keinen Preis will Elizabeth Bennet einen Mann wie Mr Darcy. Zu überheblich, zu kühl, zu reich. Und doch: Etwas flackert, wenn sie einander begegnen. Ihre Schlagfertigkeit, sein Edelmut … passt das etwa doch zusammen? Hat die Liebe überhaupt eine Chance, wo Vorurteile und verletzter Stolz den Blick trüben? Elias Linnekuhl und Anna Opel führen mit dieser Graphic Novel in die Welt der Bälle und Intrigen, der gesellschaftlichen Zwänge und der mühsam verborgenen Gefühle. Die wohl beliebteste Enemies-to-Lovers-Romance der Weltliteratur wird aufregend neu erzählt. Ein Muss für Jane-Austen-Fans und alle, die dabei sein wollen, wenn Liebe sich ihren Weg bahnt.

Quelle: Knesebeck Verlag

Rezension:

England, zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Mrs Bennet sucht händeringend nach guten Partien für ihre fünf Töchter. Leider sieht es mit dem Vermögen der Familie recht bescheiden aus. Als der reiche Mr Bingley und sein attraktiver Freund Mr Darcy in das benachbarte Anwesen ziehen und zu einem Ball einladen, ist Mrs Bennet ganz aus dem Häuschen. Mr Darcy wäre der perfekte Heiratskandidat für ihre zweitälteste Tochter Elizabeth. Dieser wird jedoch schon nach dem ersten Tanz klar, dass sie niemals einen Mann wie Mr Darcy heiraten wird. Er ist viel zu arrogant, kühl und stolz. Sie kann ihn nicht ausstehen. Doch je öfter sich ihre Wege kreuzen, desto mehr beginnt sie zu zweifeln. Ist er wirklich so abwesend und überheblich? Steckt vielleicht mehr hinter seiner Fassade, als sie vermutet hat? Aber hat ihre Liebe zwischen Stolz und Vorurteilen überhaupt eine Chance?

Bei Comic-Adaptionen von Klassikern werde ich immer sofort hellhörig. Und da ich letztes Jahr (endlich) die Werke von Jane Austen für mich entdeckt habe, war ich sehr gespannt auf die Graphic Novel von „Stolz und Vorurteil“ aus dem Knesebeck Verlag. Das Cover konnte schon mal direkt bei mir punkten. Der Einband ist sowohl zeichnerisch als farblich zauberhaft gestaltet und der Farbschnitt macht das Buch zu einem echten Hingucker. Das Innenleben konnte mich persönlich nicht vollends überzeugen, ich habe die Lektüre aber trotzdem nicht bereut.

Anna Opel und Elias Linnekuhl präsentieren hier eine gelungene Neuerzählung von der wohl bekanntesten Enemies-to-Lovers-Story aller Zeiten. Sowohl Neulingen als auch Kennern bietet diese Ausgabe gute Unterhaltung. Für Jüngere, die den Roman noch nicht kennen, ist sie ein schöner Einstieg in die Welt von Jane Austen – vor allem Wenigleser*innen werden daran dank der geringen Textmenge ihre Freude haben. Es muss allerdings dazu gesagt sein, dass es keine große Einführung oder ein Personenregister gibt und die Geschichte sehr gekürzt wurde. Ohne Vorkenntnisse könnte es Leser*innen schwerfallen, der Handlung durchweg zu folgen. Ein paar erklärende Texte zwischendurch und eine Figurenübersicht zu Beginn hätte ich nicht schlecht gefunden. Dennoch haben es die beiden Künstler*innen geschafft, die Grundstimmung und wichtigsten Elemente der Originalgeschichte in ihrem Comic einzufangen. Austens scharfsinniger Humor geht durch die Vereinfachung zwar etwas verloren, aber die Dialoge lesen sich trotz allem sehr unterhaltsam und die Charaktere sind so charmant wie man sie kennt. Wie eigentlich immer bei Adaptionen, sollte man versuchen, sie nicht zu sehr mit dem Original zu vergleichen, sondern sie als ein eigenständiges Kunstwerk betrachten. Gerade bei Romanen und Comics ist es logisch, dass sich die Ausgaben sehr voneinander unterscheiden.

Die Illustrationen von Elias Linnekuhl mochte ich besonders gerne. Stimmungsvoll und mit klaren Linien und einer gedeckten Farbpalette fangen sie die Atmosphäre der Regency-Zeit gekonnt ein und sorgen für einen wunderbaren passenden Retro-Vibe. Die Figuren sind sehr lebendig und ausdrucksstark gezeichnet, allerdings hätte man die Frauen vielleicht ein bisschen vielfältiger gestalten können – diese ähneln sich zum Teil doch sehr, sodass man leicht den Überblick verlieren kann.

 

Fazit: Anna Opel und Elias Linnekuhl haben Jane Austens zeitlosen Klassiker „Stolz und Vorurteil“ in ein frisches neues Gewand gekleidet und legen eine wunderhübsch gestaltete Graphic Novel der weltberühmten Liebesgeschichte vor. Dieses Buch ist eine schöne Ergänzung für Jane-Austen-Fans und all diejenigen, die die Originalgeschichte auf eine ganz neue Art und Weise erleben möchten. Ein gelungener Einstieg in die Welt von Jane Austen. Trotz meiner Kritikpunkte hatte ich viel Spaß beim Lesen und kann diese Neuinterpretation sehr empfehlen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

 






Vielen lieben Dank an den Knesebeck Verlag für das Rezensionsexemplar! 

 

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