Donnerstag, 7. Mai 2026

[Rezension] Ida - keine Katzengeschichte von Noah Eggert

Hardcover
Illustriert von Noah Eggert
Ab 9 Jahren
160 Seiten
ISBN: 978-3-949866-23-4
Erschienen: 18.03.2026

Klappentext:

Ida lebt mit ihrer Mutter in einem Haus am Waldrand. Auf den ersten Blick wirkt ihr Leben ganz normal, doch in Wirklichkeit bewegt sich die junge Katze zu Hause wie auf Eierschalen: Die Stimmung ihrer Mutter schlägt oft blitzschnell um und Ida fühlt sich häufig unsicher und allein. Auch in der Schule ist sie eine Außenseiterin. Doch alles ändert sich, als Ida Moritz und seine Mutter kennenlernt. Mit ihnen erlebt sie zum ersten Mal seit Langem wieder Momente voller Freude und Geborgenheit. Findet Ida den Mut, ihren eigenen Weg zu gehen?

Quelle: Edition Helden

Rezension:

Das kleine Katzenmädchen Ida lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter in einem Haus am Waldrand. Nach außen wirkt alles völlig normal, doch die Wahrheit sieht ganz anders aus. Die Stimmung ihrer Mutter kann von einer Sekunde auf die andere kippen. Ihr Verhalten ist wie eine Achterbahnfahrt – von liebevoll über abwesend bis hin zu wütend, zornig und verletzend. Ida lebt zu Hause in ständiger Angst, hat kaum Luft zum Atmen und versucht, ihre Unsicherheiten und Gefühle irgendwie auszuhalten. Sie hat früh gelernt, sich anzupassen, versucht nichts falsch zu machen und befolgt die Anweisungen ihrer Mutter. Dass dieses Leben alles andere als normal ist, weiß sie gar nicht. Ida hat keine Freunde, in der Schule ist sie eine Außenseiterin. Doch dann lernt sie den Katzenjungen Moritz und seine Mutter kennen. Diese Begegnung verändert alles. Gemeinsam mit den beiden erlebt Ida endlich wieder Momente voller Wärme, Freude und Geborgenheit. Es entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft, die Ida Halt gibt und dazu ermutigt, für sich selbst einzustehen.

Noah Eggert legt hier ein eindrucksvolles Comic-Debüt vor, das ein schwieriges Thema kindgerecht aufgreift. Eindringlich und ehrlich, aber auch sehr behutsam erzählt der deutsche Künstler von familiärer psychischer und physischer Gewalt, emotionaler Unsicherheit, Vernachlässigung, Freundschaft und Neuanfang. Für seine Geschichte wählt er vermenschlichte Katzen, mit denen sich Kinder leicht identifizieren können. Man fühlt und leidet mit der kleinen Ida mit und wünscht ihr nichts mehr, als dass sie endlich den Mut findet, aus diesem Albtraum auszubrechen und für sich selbst einzustehen. Der Autor traut seinen jungen Leser*innen einiges zu. Ob Idas ständige Ängste, Schuldgefühle und innerliche Zerrissenheit, die Stimmungsschwankungen und Wutausbrüche ihrer Mutter – Noah Eggert verharmlost nichts, was für eine sehr ernste, fast schon beklemmende Atmosphäre sorgt. Trotz aller Ernsthaftigkeit ist „Ida – Keine Katzengeschichte“ aber eine Erzählung, die Mut macht und Hoffnung spendet. Sie zeigt allen betroffenen Kindern und Jugendlichen, dass sie nicht alleine sind, dass sie keine Schuld tragen und Hilfe holen erlaubt ist. Es gibt einen Weg hinaus und niemand muss ihn alleine gehen.

Optisch ist dieser Comic besonders gut gelungen. Noah Eggerts farbige Zeichnungen sind detailreich und so ausdrucksstark, dass viele Worte oft gar nicht vonnöten sind. Gekonnt veranschaulichen sie die Gefühle und Emotionen und machen das komplexe Thema im Zusammenspiel mit den Texten und Sprechblasen greifbar.

Fazit: „Ida – keine Katzengeschichte“ ist ein einfühlsamer und berührender Kindercomic über häusliche Gewalt, die Kraft der Freundschaft und den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Ein echter Mutmacher für alle Betroffenen. Ich persönlich fand die Grundstimmung etwas zu bedrückend für ein Kinderbuch ab 9 Jahren, kann es aber dennoch sehr empfehlen. Dieser Katzencomic ist ein überaus wichtiges Buch, das sehr nahe geht und hoffentlich den Weg an viele pädagogische Einrichtungen finden wird. Von mit gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!





 

Vielen lieben Dank an den Edition Helden Verlag für das Rezensionsexemplar!


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