Klappentext:
Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag
Rezension:
Die 12-jährige Eliza und ihr kleiner sechsjähriger Bruder Krekel befinden sich auf der Suche nach ihren fünf verschwunden Brüdern. Alle behaupten, dass sie auf dem Meer ertrunken seien – vor allem ihre neue Stiefmutter, die eine wahre Hexe ist. Sie hat dafür gesorgt, dass ihre Brüder verschwunden sind, da ist sich Eliza sicher. Denn sie weiß, wozu ihre böse Stiefmutter fähig ist. Ohne Geld und als Junge verkleidet flieht sie mit dem kleinen, ängstlichen Krekel und versucht in einer Hafenstadt auf einem Schiff anzuheuern. Ihr Ziel: Die weißen Klippen, die sich weit draußen auf dem wilden Meer befinden. Denn Eliza weiß, dass sie dort fündig werden wird. Ihr Weg ist jedoch voller Herausforderungen und Gefahren. Die Geschwister müssen nicht nur Hunger, Durst und Sturmfluten trotzen, auch ein uralter Fluch gefährdet ihre Reise. Doch mit jeder Menge Mut und Entschlossenheit, einem hilfsbereiten alten Fischer und einer strengen (aber freundlichen) Lehrerin kann Eliza das Unmögliche schaffen. Nichts kann sie aufhalten, ihre Brüder und ihre Familie zu retten.
Es gibt solche Bücher, da weiß man schon nach den ersten paar Seiten, dass man sie lieben wird. „Eliza und der Ruf der Schwäne“ war so ein Buch für mich. Einmal mit dem Lesen begonnen, konnte ich nicht mehr damit aufhören. Ich glaube, ich habe nun schon etwas länger kein Buch mehr gelesen, dass mich so dermaßen in seinen Bann gezogen hat – und das soll bei meinem hohen Bücherpensum was heißen.
Annet Schaap legt hier einen ganz wundervollen Kinderroman vor, der definitiv zu Recht in den Niederlanden ausgezeichnet wurde. Mit vielen Elementen aus dem bekannten Märchen „Die wilden Schwäne“ von Hans Christian Andersen erzählt die niederländische Autorin von Geschwisterliebe, Tapferkeit, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und Selbstlosigkeit, von Gut und Böse, Armut und Reichtum. In wunderschöner bildlicher Sprache entführt uns die Autorin in eine vergangene Zeit, in eine magisch-realistische Welt. Die Geschichte beginnt ohne große Erklärungen, erst nach und nach erfahren wir, warum Eliza und Krekel auf sich alleine gestellt sind und was es mit dem Verschwinden ihrer großen Brüder auf sich hat. In insgesamt sieben Teilen (die jeweils von einer doppelseitigen schwarz-weiß Illustration der Autorin eingeläutet werden) begleiten wir das Geschwisterpaar auf ihrer gefährlichen Reise, die am Land beginnt und bis übers Meer führt. Auf gut 460 Seiten entfaltet sich ein unglaubliches Abenteuer voller Spannung, Poesie und Magie und durchzogen von einer wohlig-düsteren Atmosphäre. Die Altersempfehlung vonseiten des Verlags ist ein bisschen mit Vorsicht zu genießen. Es geht am Ende zwar alles gut aus (so viel sei schon mal verraten), aber wie es sich für ein Märchen gehört, wird es stellenweise auch recht unheimlich, traurig und finster. Ich persönlich würde das Lesealter daher ein, zwei Jahre höher ansetzen. Wer es aber gerne anspruchsvoller mag, sollte an diesem Buch auf keinen Fall vorbeigehen. Eliza ist eine beeindruckende Protagonistin – mutig, tapfer und willensstark. Unbeirrt geht sie ihren Weg und riskiert sogar ihr eigenes Leben, um das ihrer Brüder retten. Auch die weiteren Charaktere, die teils herrlich überspitzt gezeichnet sind, werden so einzigartig beschrieben, dass sie lange im Gedächtnis bleiben. Vor allem der kleine Krekel ist eine Figur, die einem fest ans Herz wächst. Seine Entwicklung ist fast noch eindrucksvoller als die seiner Schwester. Er gewinnt im Verlauf an Mut und Stärke und lernt, wer er eigentlich ist (passenderweise heißt der Roman im Niederländische auch „Krekel“). Der Schluss ist überraschend und schließt diese märchenhafte Erzählung gelungen ab.
Fazit: „Eliza und der Ruf der Schwäne“ ist ein fesselnder, fantastischer Abenteuerschmöker ab 10 Jahren über Mut, Geschwisterliebe und die Kraft, über sich hinauszuwachsen. Ein faszinierendes modernes Märchen, inspiriert von Hans Christian Andersens „Die wilden Schwäne“. Poetisch, außergewöhnlich, großartig erzählt. Annet Schaap hat mir hier ein neues Herzensbuch beschert. Ich habe die 460 Seiten regelrecht verschlungen und bin einfach nur begeistert. Unbedingt lesen! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar!




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