Dienstag, 5. Mai 2026

[Rezension] Das Glück liegt hinter der Hecke von Sara Pennypacker

Hardcover
Übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
Illustriert von Jens Rassmus
Ab 10 Jahren
320 Seiten
ISBN: 978-3-423-64136-4
Erschienen: 12.03.2026

Klappentext:

Leeva wächst allein bei ihren starrsinnigen Eltern auf, für die nur Geld und Ruhm etwas bedeuten. Dabei wünscht sie sich ganz etwas anderes. Eines Tages bricht sie aus ihrem viel zu engen Zuhause aus und lernt das Leben hinter der Gartenhecke kennen. Was auf sie wartet? Freunde, eine echte Familie und der Duft von Ingwerkeksen.

Quelle: dtv

Rezension:

Leeva Thornblossom ist irgendwas zwischen acht und neun Jahre alt. So ganz genau weiß sie das nicht, denn sie kennt ihr Geburtstagsdatum nicht. Ihre Eltern haben es ihr nie verraten – für solche Dinge interessieren sie sich nicht. Und für ihre Tochter erst recht nicht. Mr und Mrs Thornblossom sind die wohl schrecklichsten Eltern, die man sich vorstellen kann. Als Schatzmeister und Bürgermeisterin von Nutsmore haben sie nur Geld und Ruhm im Kopf. Genau aus diesem Grund haben sie auch Leeva bekommen. Von klein auf nutzen sie ihre Tochter aus und behandeln sie wie eine Dienstmagd und Gefangene. Von Liebe keine Spur. Leeva wünscht sich nichts mehr, als ein anderes Leben. Ein Leben, in dem sie nach draußen und zur Schule gehen darf und Eltern hat, die sie wirklich lieben. Als sie eines Tages (verbotenerweise) durch ihre Gartenhecke schlüpft, tut sich ihr eine ganz neue Welt auf. Eine wunderschöne Welt voller Wärme, Freundlichkeit, Bücher und Toastbrot. Dank Mrs Flowers, der Bibliothekarin der Stadtbücherei, dessen Neffe Harry, einem ängstlichen Jungen im Schutzanzug und einem verwaisten Dachs wird Leeva endlich erfahren, was Glück wirklich bedeutet.

Seit „Mein Freund Pax“ bin ich ein großer Fan von Sara Pennypacker. Die britische Autorin ist einfach immer Garant für ganz besondere Kinderbücher, was sie mit ihrem neuen Werk erneut unter Beweis stellt.

Sara Pennypacker hat hier ein außergewöhnliches Kinderbuch geschrieben, bei dem jeder Fan von schwarzhumorigen Geschichten à la Roald Dahl und Lemony Snicket ganz auf seine Kosten kommen wird. Die Handlung erinnert stellenweise sehr an Dahls „Matilda“. Eine tyrannische Schuldirektorin haben wir hier zwar nicht, dafür aber ein furchtbares Elternpaar, das mindestens genauso grässlich ist. Die beiden denken nur an sich, haben nichts als Geld und Ruhm im Kopf und schenken ihrer Tochter keinerlei Liebe und Zuwendung. Doch auch hier haben wir eine starke Protagonistin, die sich nicht unterkriegen lässt. Leeva ist das neue Gegenteil von ihren schrecklichen Eltern: Liebenswert, mitfühlend, mutig und klug. Sie liebt es, neue Dinge zu lernen, vor allem Wörter. Als sie sich eines Tages den strengen (und völlig absurden) Regeln ihrer Eltern widersetzt, wird sie endlich das echte Leben hinter ihrer Gartenhecke kennenlernen und auf viele großartige Menschen treffen. Mit ihrem starken Sinn für Gerechtigkeit, ihrer Tatkraft und Wissbegier und ihrem großem Herzen wird sie über sich hinauswachsen und endlich erfahren, was Freundschaft und Familie ausmacht. Dieses Buch mag manchmal ganz schön verrückt daherkommen, aber wenn man sich auf die Skurrilität einlässt, wird man mit einem köstlich spaßigen und rührenden Leseerlebnis belohnt. Leeva zeigt uns, dass es sich lohnt, niemals aufzugeben und wie wichtig es ist, für sich sich selbst und andere einzustehen. Und sie erinnert uns daran, dass Bibliotheken die wohl wundervollsten Orte auf der Welt sind.

Es macht einfach so viel Freude, die kleine Leeva auf ihrem Weg zu begleiten. Dank der kongenialen Übersetzung von Uwe-Michael Gutzschhahn liest sich dieses namenswortwitzige Buch wie aus einem Guss und die zahlreichen liebevollen schwarz-weiß Illustrationen von Jens Rassmuss runden das Ganze perfekt ab.
 

Fazit: „Das Glück liegt hinter der Hecke“ ist eine herzerwärmende und unterhaltsame Geschichte ab 10 Jahren über die Kraft der Entschlossenheit, Freundschaft und Gemeinschaft. Ein wunderbares Kinderbuch für alle, die sich jemals ungeliebt und unsichtbar gefühlt haben. Herrlich skurril und weise zugleich. Sara Pennypacker hat bei mir mal wieder voll ins Schwarze getroffen, ich kann ihren neuen Roman nur empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

 







Vielen lieben Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!

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