Klappentext:
Quelle: Fischer Sauerländer
Rezension:
Mika ist richtig wütend. Die große Schwester Jule darf allein zu Tante Trudi fliegen, aber Mika nicht. Das ist so unfair! Ständig darf Jule alles, nur weil sie älter ist. Mama versucht Mika zu trösten, aber keine Umarmung oder lieben Worte helfen. Die Wut im Bauch zwickt, zwackt und knurrt und Mika verwandelt sich mal wieder in ein Krawallkelchen. Und dass die weltbesten Futterknödel alle sind, macht das Ganze auch nicht besser. Doch anstatt weiter zu krawallen, hat das Krawallkelchen eine Idee: Es macht einfach neue Futterknödel und zwar ganz alleine. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn die Zutaten und ein richtiges Rezept fehlen. Zum Glück hat Mika tolle Freunde, die immer gerne helfen. Und Mika erkennt schließlich, dass ein wenig Hilfe gar nicht schlimm ist und gemeinsam eh alles viel mehr Spaß macht als alleine.
Kennt ihr schon das Rotkehlchen Mika, das sich bei starken Gefühlen immer in ein Krawallkelchen verwandelt? Bereits drei Bilderbücher mit diesem kleinen Piepmatz sind erschienen, die immer eine eigenständige Geschichte erzählen. Man kann die Bände somit problemlos unabhängig voneinander lesen.
Gerade kleine Kinder mit älteren Geschwistern versuchen oft mit den Großen mitzuhalten und fühlen sich häufig ungerecht behandelt. Ständig dürfen die Älteren schon Dinge tun, für die man selbst angeblich noch zu klein ist. Genau so ergeht es auch unserem Krawallkelchen. Und wie immer, wenn es sich aufregt, wird es schnell laut, stampft mit dem Fuß auf und krawallt. Diese Situation aus dem Familienalltag wird so alltagsnah und nachvollziehbar dargestellt, dass sich sicherlich viele Kitakinder mit Mika identifizieren können. Auf seine gewohnt liebenswert-krawallige Art zeigt Mika den kleinen Zuhörer*innen einmal mehr, dass jedes Gefühl wichtig und absolut okay ist und hilft ihnen auf spielerische Weise dabei, ihre eigenen Emotionen zu verstehen und zu benennen. Sehr schön ist auch die Botschaft, dass es keine Schwäche ist, wenn man sich mal von anderen helfen lässt, sondern eine echte Stärke. Es macht einfach große Freude, das Krawallkelchen beim Wachsen zu begleiten und zu sehen, wie es mit der Hilfe seiner wunderbaren Freunde über sich hinauswächst. Madlen Ottenschläger erzählt das Ganze in gewohnt lebendiger und wortwitziger Sprache, die beim Zuhören und Vorlesen gleichermaßen Spaß macht und mit den Bildern ein perfektes Zusammenspiel ergibt.
Die Illustrationen von Ramona Wultschner sind mal wieder herrlich anzuschauen – fröhlich, bunt und ausdrucksstark und voller süßer Details. Sie fangen die Emotionen gekonnt ein und zaubern einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Vor allem Mika ist so knuffig gezeichnet, einfach zum Verlieben.
Hinten im Bucht gibt es dann noch ein tolles interaktives Extra: Ein eingedrucktes Gefühlsrad, das dabei hilft, mit Kindern über ihre Gefühl ins Gespräch zu kommen.
Fazit: „Das Krawallkelchen – Kann’s schon ganz alleine!“ ist eine humorvolle und warmherzige Geschichte über starke Gefühle, Selbstständigkeit und der Erkenntnis, dass man sich auch mal helfen lassen darf. Ein bezauberndes Bilderbuch ab 4 Jahren mit zuckersüßen Illustrationen und einer starken Identifikationsfigur zum Liebhaben. Mein Herz hat das Krawallkelchen im Sturm erobert, ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.




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