Klappentext:
Quelle: Fischer Sauerländer
Rezension:
Bei Kinderbüchern mit schwierigen Themen wünscht man sich eigentlich, dass man sie nie brauchen wird. Und doch es ist unheimlich wichtig, dass es sie gibt, da sie für Betroffene wertvolle Begleiter und Trostspender sein können. So wie das hier vorliegende Bilderbuch von Azam Mahdavi und Maryam Tahmasbi, das das Thema Tod wunderbar kindgerecht aufgreift.
In „Das große Fehlen“ lernen wir ein kleines Mädchen kennen, das vor kurzem seine Mutter verloren hat. Wir begleiten sie durch den Alltag und können richtig spüren, wie allein und traurig sie sich fühlt und wie groß ihre Sehnsucht nach ihrer verstorbenen Mutter ist. Ihr einziger Freund in dieser schweren Zeit ist das große Fehlen, das hier als eine große gespenstartige Gestalt dargestellt wird. Dieses freundliche Wesen ist immer an der Seite des Mädchens – beim Frühstück, Schlafen, in der Schule – und gibt ihr Halt und Trost, hält liebevoll ihre Hand. Die Tage sind einsam und grau – bis das Mädchens entdeckt, dass die Blume, die sie mit ihrer Mutter vor deren Tod gepflanzt hat, eine Blüte bekommen hat. Sie schenkt sie dem großen Fehlen, das sie daraufhin immer bei sich trägt. Kurz darauf nehmen sie eine kleine Katze bei sich auf und das Mädchen kriecht immer mehr aus ihrem Schneckenhaus hervor. Das Fehlen ist weiterhin jederzeit da, doch das Mädchen lernt, damit umzugehen und wieder nach vorne zu schauen.
Azam Mahdavi und Maryam Tahmasbi erzählen diese bewegende Geschichten mit wenigen, aber aussagekräftigen Worten und eindrucksvollen Bildern. Auf eine sehr einfühlsame und sanfte Weise wird hier gezeigt, dass das Leben auch nach einem schmerzlichen Verlust weitergeht. Dieses große Fehlen wird nicht verschwinden, aber es wird mit der Zeit besser, damit zu leben. Die Trauer lässt sich leichter ertragen, man kann wieder neue Glücksmomente erleben und schöne Erinnerungen sammeln. Für alle, die ebenfalls gerade eine geliebte Person verloren haben und von einem großen Fehlen begleitet werden, kann dieses Buch sehr tröstend und kraftspendend sein. Denn obwohl es ein wirklich trauriges Thema behandelt, steckt es voller Hoffnung und hinterlässt ein warmes Gefühl im Bauch.
Die wundervollen Illustrationen von Maryam Tahmasbi sind ein ganz besonderer Genuss. In gedeckten, erdigen Farben fangen sie die Stimmung und Gefühle perfekt ein und erzählen oft weit über den Text hinaus. Anfangs noch grau und düster werden die Bilder im Verlauf zunehmend freundlicher und zeigen wunderbar, wie das Mädchen langsam ins Leben zurückfindet.
Fazit: „Das große Fehlen“ ist eine berührende und tröstliche Geschichte ab 4 Jahren über Verlust, kindliche Trauer und die Kraft, weiterzumachen. Ein warmherziges Bilderbuch, das Trost und Zuversicht schenkt. Für mich ist dieses Buch eines der schönsten Bilderbücher zum Thema Tod, das in der letzten Zeit gelesen habe. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den Fischer Sauerländer Verlag für das Rezensionsexemplar!



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