Klappentext:
Quelle: Fischer Sauerländer
Rezension:
England, 1833. Auf den Verwunschenen Inseln müssen alle Kinder mit neun Jahren einen Inselfunkentest absolvieren um herauszufinden, ob sie von Magie berührt und auserwählt worden sind. Nur wer ein positives Ergebnis hat, kann zu einer Hexe oder einem Zauberer ausgebildet werden. Zumindest lautet so das Gesetz. Die verstoßene Hexe Miss Hegotty ermöglicht aber auch all denjenigen, die den Test nicht bestanden haben, eine magische Ausbildung. Die zwölfjährige Eglantine träumt genau davon: Eine Hexe werden. Denn nur so kann sie ihr geliebtes verzaubertes Haus Lindwurm und ihren Vater retten. Denn ihr hinterhältiger Onkel Fungus setzt alles daran, ihr Zuhause in die Finger zu bekommen. Doch leider war Eglantines Zauberfunkentest negativ…
Nachdem mich Dominique Valente bereits mit ihrer „Der Zauber von Immerda“ - Serie begeistern konnte, war ich wahnsinnig gespannt auf ihre neue Kinderbuchreihe. Schon das Cover hat mich direkt in den Bann gezogen und was soll ich sagen, dahinter ging es ganz genauso weiter.
Dominique Valente präsentiert hier einen zauberhaften Serienstart, an dem nicht nur junge Fantasy-Fans ihre helle Freude haben. Mit viel Humor und Wärme entführt uns die englische Autorin in ein alternatives viktorianisches England, wo es lebendige Häuser, Lindwurm-Butler und Säuselhexen gibt und viele Kinder davon träumen, an Miss Hegottys geheimer Zauberschule aufgenommen zu werden. Wer nun aber denkt, es hier mit einer typischen magischen Schulgeschichte zu tun zu bekommen, hat falsch gedacht. Tatsächlich halten wir uns zu keiner Zeit in einer Lehranstalt auf. Als Leser*in begleitet man abwechselnd die 12-jährige Eglantine und die 14-jährige Victoria, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten. Während die eine davon träumt, endlich eine Hexe zu werden, wünscht sich die andere nichts weniger. Eglantine lebt in einem alten verzauberten Haus und hat es aufgrund ihres kleinen Arms (der auf eigenen Erfahrungen der Autorin beruht) nicht immer leicht. Victoria ist eine reiche Prinzessin, hat als Mädchen aber nicht viel zu sagen und wird rund um die Uhr bewacht und kontrolliert. In beiden schlummert jedoch eine Stärke und Entschlossenheit, für die man sie nur bewundern kann. Trotz aller Hindernisse und Herausforderungen geben die Zwei nicht auf, wachsen über sich hinaus und lernen, für sich selbst und andere einzustehen. Sie zeigen uns, dass Zusammenhalt stark macht und es sich lohnt zu kämpfen und niemals die Hoffnung zu verlieren.
In diesem Buch steckt weitaus mehr als nur ein aufregendes Hexenabenteuer - es erzählt eine berührende und kraftvolle Geschichte über Freundschaft, Tapferkeit, Feminismus, Widerstand und Gerechtigkeit. Dominique Valente hat hier einfach eine faszinierende Welt erschaffen, voller wertvoller Botschaften, origineller Ideen und ausgefallener Figuren. Vor allem das magische Haus Lindwurm ist ein herrlicher Charakter – so ein Haus würde ich auch gerne mal besuchen. Großartig sind aber auch die Briefe der geheimnisvollen Miss Hegotty, die ganz plötzlich wie aus dem Nichts auftauchen. Es ist einfach ein großer Spaß, sich von Valentes wunderschöner Erzählweise verzaubern zu lassen, welche kongenial von Kinderbuchautorin Kathrin Tordasi ins Deutsche übertragen wurde.
Die zahlreichen liebevollen schwarz-weiß Kapitelvignetten von Simona Ceccarelli runden das Leseerlebnis perfekt ab und die Leseprobe zu Band 2 im Anschluss steigert die Vorfreude aufs Weiterlesen. Schade, dass wir uns darauf noch bis nächstes Frühjahr gedulden müssen. Denn auch wenn es am Ende (erfreulicherweise) keinen fiesen Cliffhanger gibt, kann man die Fortsetzung kaum erwarten.
Fazit: „Miss Hegottys Geheimschule – Zwei Hexen und ein Zauberfunke“ ist eine spannende und fantasievolle Geschichte ab 10 Jahren über den Mut, an sich selbst zu glauben und für das zu kämpfen, was richtig ist. Ein wunderbares magisches Abenteuer voller Herz, Witz und Mädchenpower.
Vielen lieben Dank an den Fischer Sauerländer Verlag für das Rezensionsexemplar!




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