Klappentext:
Quelle: cbj Verlag
Rezension:
Als ein Junge einen großen Bruder bekommt, ist er zunächst ziemlich skeptisch. Sein Mutter meint, dass er einfach abwarten solle. Dann würde er schon merken, wie toll es ist, einen kleinen Bruder zu haben. Doch nach zwei Jahren ist sich der Junge sicher: Er braucht keinen kleinen Bruder! Mama, Papa, Opa, die Haustiere und sein Bär Bruno reichen ihm völlig. Ein kleiner Bruder ist total nervig und einfach zu nichts gebrauchen. Der Junge versucht daher alles Mögliche, um ihn loszuwerden: Er schickt ihn mit der Post nach Frankreich, setzt ihn im Zoo aus und schießt ihn sogar mit einer Rakete zum Mond. Doch egal, was er auch unternimmt, der kleine Bruder kommt immer wieder zurück. Doch dann verschwindet eines Tages sein Lieblingskuscheltier Bruno. Alle suchen nach ihm, doch Bruno bleibt verschwunden. Der Junge ist todunglücklich, keine tröstenden Worte helfen – bis plötzlich der kleine Bruder seinen Plüschteddy findet und ihm strahlend bringt. Da erkennt der Junge, dass so ein kleiner Bruder vielleicht doch ganz praktisch ist. Seinetwegen kann er also doch bleiben.
Nat Amoore und Nathaniel Eckstrom haben hier ein bezauberndes Bilderbuch geschaffen, dass auf eine liebevolle und augenzwinkernde Weise zeigt, wie es ist, mit einem kleinen Geschwisterkind aufzuwachsen. Ein neues Familienmitglied ist in der Regel immer ein Grund zu großer Freude, allerdings bringt es auch eine Menge Veränderungen mit sich. Gerade für das große Geschwisterkind ist die neue Familienkonstellation nicht immer leicht. So wie für den großen Bruder in dieser Geschichte, der von seinem kleinen Bruder die meiste Zeit ziemlich genervt ist. Man kann mit ihm einfach gar nichts anfangen und weil er kleiner ist, wird er ständig bevorzugt. Die beschriebenen Situationen wird wohl jedes ältere Geschwisterkind kennen. Auch ich kann ein Liedchen von nervigen kleinen Geschwistern singen. Doch obwohl ich schon immer sehr fantasievoll war, bin ich damals tatsächlich nicht auf den Gedanken gekommen, meine kleinen Schwestern per Post nach Frankreich zu schicken oder im Zoo auszusetzen. ;)
Das Buch bietet viele tolle Gesprächsanlässe und ist dank der kurzen Sätze auch schon für die Kleinsten leicht verständlich. Kinder werden es lieben, dieser witzigen Geschichte zu lauschen. Vor allem optisch ist dieses Buch ein großer Spaß.
Die Illustrationen von Nathaniel Eckstrom sind herrlich witzig, kreativ und voller süßer Details. Sie setzen das Erzählte perfekt in Szene und erzählen oft weit über den Text hinaus. Mein persönliches Highlight ist die Zeichnung vom kleinen Bruder im Briefkasten. Das Bild ist einfach zum Schmunzeln schön.
Fazit: „Ich will doch keinen kleinen Bruder!“ ist eine warmherzige und humorvolle Geschichte über die ganz normale Geschwisterliebe und die Erkenntnis, dass kleine Brüder eigentlich doch nicht so schlimm sind. Ein zauberhaftes Bilderbuch ab 3 Jahren für alle großen Geschwister. Ich bin begeistert von diesem niedlichen Buch, ich kann es wärmstens empfehlen. Von mir gibt es 4,5 – hier gerundet auf 5 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den cbj Verlag für das Rezensionsexemplar!




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