Montag, 24. August 2026

[Rezension] Die Schule des Meeres – Ruf aus der Tiefe (Bd. 1) von Robin Dix

Hardcover
Illustriert von Helge Vogt
Ab 9 Jahren
208 Seiten
ISBN: 978-3-8339-1151-4
Erschienen: 03.08.2026

Klappentext:

Der elfjährige Fynn hat nie erfahren, wer seine Eltern waren. Alles, was ihm von ihnen geblieben ist, ist ein geheimnisvoller schwarzer Seestein. Als Fynn eines Tages von einem grummeligen Kapitän über Bord seines Schiffes geworfen wird, beginnt das größte Abenteuer seines Lebens. Fynn wurde nach Akademar berufen, eine verborgene Schule tief unten im Meer. Dort werden seit Jahrhunderten Meereshüter ausgebildet, die über die Ozeane wachen. Zwischen uralten Geheimnissen und neuen Freundschaften entdeckt Fynn eine magische Welt, von der er nie zu träumen gewagt hätte. Doch als er im frechen Oktopus Loki sein Seelentier findet, gerät er ins Zentrum rätselhafter Ereignisse. Warum scheint ausgerechnet ihre Verbindung etwas Besonderes zu sein? Und welche Rolle spielt der geheimnisvolle Seestein? Um die Wahrheit herauszufinden, muss Fynn über sich hinauswachsen. Denn schon bald wird klar: Das Schicksal von Akademar könnte in seinen Händen liegen.

Quelle: Baumhaus Verlag

Rezension:

Der elfjährige Fynn lebt in einem Waisenhaus. Wer seine Eltern waren, hat er nie erfahren. Das Einzige, was sie ihm hinterlassen haben, ist ein geheimnisvoller schwarzer Stein, den er immer als Anhänger um seinen Hals trägt. Unter den anderen Waisenkindern findet er keinen Anschluss. Er war schon immer irgendwie anders, sodass er die meiste Zeit alleine verbringt. An Adoptionstagen hofft er immer sehnlichst, dass er endlich ein neues Zuhause findet, aber er wurde bisher jedes Mal enttäuscht. Bis zu dem Tag, an dem der grummeliger Kapitän Maynard auftaucht und ihn mit auf sein Schiff mit. Fynn kann sein Glück kaum fassen. Doch mitten auf hoher See wird er von dem Kapitän plötzlich über Bord geworfen. Er landet in Akademar, eine verborgene Schule tief unten im Meer, wo schon seit vielen hundert Jahren Meereshüter ausgebildet werden. Auch Fynn wurde dazu auserwählt, ein Wächter der Ozeane zu werden. Doch dann wird ausgerechnet ein Oktopus sein Seelentier und Fynn droht, schon wieder zum Außenseiter zu werden. Denn seit einem schlimmen Krieg hat sich kein Meeresmensch mehr mit einem Oktopus verbunden...

Bei diesem Buch war sofort klar, dass ich es lesen muss. Schon allein das Cover hat mich direkt in den Bann gezogen, sieht es nicht großartig aus? Ich war wahnsinnig gespannt, was mich dahinter erwarten wird und wurde nicht enttäuscht.

Robin Dix legt hier einen sehr vielversprechenden Serienstart vor, an dem nicht nur junge Fantasy-Fans ihre helle Freude haben. Die Handlung weiß von Beginn an zu fesseln und entwickelt innerhalb kurzer Zeit einen regelrechten Sog, dem man sich kaum mehr entziehen kann. Mit Akademar hat der Autor einfach eine faszinierende Welt erschaffen, in die man nur zu gerne eintaucht. Es finden sich darin zwar einige bekannte Elemente – eine magische Schule mit unterschiedlichen Häusern, tierische Begleiter, ein Waisenjunge, der an einem geheimen Internat aufgenommen wird – doch dies tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Denn die Geschichte enthält auch ganz eigene Ideen und Motive, die begeistern. „Die Schule des Meeres“ ist einfach ein richtig cooler Mix aus magischem Unterwasser-Setting, Internatsgeschichte und Harry-Potter-Vibes, gepaart mit wichtigen Themen wie Freundschaft, Mut, Zusammenhalt, Meeresschutz, Diskriminierung und Einsamkeit. Das Buch ist weitaus tiefgründiger als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten würde. Fynn ist ein sehr sympathischer Protagonist, jedoch kein typischer Held. Er war schon immer ein Außenseiter und Underdog, der sich nichts mehr wünscht, als endlich ein liebevolles Zuhause zu finden. Anfangs noch unsicher muss er lernen, mit Vorurteilen umzugehen und an sich selbst zu glauben. Man schließt ihn sofort fest ins Herz und kann seinen Wunsch, dazuzugehören nur zu gut nachvollziehen. Umso schöner ist es daher zu sehen, wie Fynn im Verlauf an Selbstvertrauen gewinnt, sich den Herausforderungen stellt und mutig über sich hinauswächst.

Die weiteren Figuren sind ebenfalls wunderbar gezeichnet, vor allem Krabbe Sinatra ist ein Highlight. Mit seiner großen Klappe und vorlauten Art bringt er ordentlich Schwung in die Geschichte und sorgt für einige laute Lacher. Doch auch Oktopus Loki ist ein toller Charakter, der sich im Nu in das Leserherz schleicht. An ihm wird anschaulich (aber kindgerecht) gezeigt, wie ungerecht Ausgrenzung funktioniert und wie schnell es passieren kann, dass wir andere zu Unrecht verurteilen.
Zum Ende hin wird besonders aufregend und der Cliffhanger am Schluss steigert die Neugier aufs Weiterlesen. Was für ein Glück, dass der zweite Band bereits im November erscheinen wird. Ich freue mich schon sehr darauf!

Optisch ist dieses Buch ein ganz besonderer Genuss. Mit seinen wunderschönen, atmosphärischen schwarz-weiß Illustrationen erweckt Helge Vogt die magische Welt von Akedemar zum Leben und fängt die Atmosphäre der Geschichte perfekt ein.

Fazit: „Die Schule des Meeres – Ruf aus der Tiefe“ ist eine spannende und fantasievolle Geschichte ab 9 Jahren über die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und den Mut, an sich selbst zu glauben. Ein meertastisches Unterwasser-Abenteuer voller Wunder und Geheimnisse zum Abtauchen und Mitfiebern. Dies war mein erstes Werk von Robin Dix und sicherlich nicht mein letztes. Ich bin begeistert von diesem Reihenauftakt und schon voller Vorfreude auf den zweiten Band. Wer Schulgeschichten, Magie und das Meer liebt, sollte Fynn unbedingt nach Akademar begleiten. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.







Vielen lieben Dank an den Baumhaus Verlag für das Rezensionsexemplar! 

 

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