Samstag, 16. Mai 2026

[Rezension] Aylin 1: Das Geheimnis der Elfen von Ricardo Serrazina und Madie

Hardcover
Übersetzt von Anne Bergen
Illustriert von Madie
96 Seiten
ISBN: 978-3-98721-746-3
Erschienen: 26.03.2026

Klappentext:

Aylin fühlt sich unter ihren Mitschülern oft unwohl. Manchmal meint sie, die Gedanken der anderen hören zu können, und dann verliert sie sich in Tagträumereien. Ziemlich unangenehm, wenn man seinem Crush gegenübersteht… Kein Wunder also, dass sie lieber malt! In ihren Zeichnungen träumt Aylin sich in eine fantastische Welt der Elfen, voller Magie und Abenteuer. Zumindest dachte sie immer, dass es nur ein Traum sei. Doch dann treffen die Realität und ihre Fantasien aufeinander... 

Quelle: Splitter Verlag

Rezension:

Umgeben von Bergen und Wäldern liegt das Städtchen Lost Falls. Hier wohnt Aylin mit ihrem Adoptivvater. Aylin ist ein recht verträumtes und schüchternes Mädchen und hat sich schon immer anders als ihre Mitschüler*innen gefühlt. Manchmal hat sie sogar den Eindruck, dass sie die Gedanken der anderen hören kann. Sie flüchtet sich daher oft in ihre Zeichnungen, mit denen sie magische Welten und Elfen zum Leben erweckt. Von ihrer Umwelt bekommt sie dann noch kaum noch was mit, was manchmal ganz schön peinlich sein kann. Vor allem, wenn ihr gerade ihr Schwarm vor ihr steht. Als sie während eines Schulausflugs im Wald verirrt und einen merkwürdigen Ort entdeckt, ändert sich ihr Leben schlagartig. Aylin erfährt, dass sie in Wahrheit eine Elfe ist! Wie konnte ihr Adoptivvater das nur all die sechzehn Jahre vor ihr geheim halten? Auf einmal überschlagen sich die Ereignisse und Aylin fragt sich, wer sie eigentlich wirklich ist.

Ricardo Serrazina und Madie präsentieren hier einen gelungenen Serienstart, der definitiv Lust auf mehr macht. Für ältere Leser*innen bietet die Geschichte zwar nicht viel Neues, weiß aber dennoch zu unterhalten. Vor allem bei der eigentlichen Zielgruppe wird dieser Jugendcomic Anklang finden. Die Sprache ist sehr modern (mit Textnachrichten inklusive) und es finden sich viele klassische Themen, die für die entsprechende Leserschaft relevant sind: Schule, Freundschaft, Liebe, Selbstzweifel und die Suche nach der eigenen Identität. Aylin ist eine sehr sympathische Protagonistin, mit der sich Teeanger leicht identifizieren können. Ihre Probleme, Gedanken und Ängste werden sehr glaubhaft beschrieben und ihr Gefühl, anders zu sein als die anderen, können sicherlich einige junge Leser*innen nachvollziehen. Die weiteren Charaktere hätten vielleicht etwas mehr Tiefe vertragen können, aber wer sich an Stereotypen nicht groß stört, wird hier seine Freude haben. Vor allem Aylins beste Freundin Amy ist ein kleines Highlight, ihre herrlich direkte und witzige Art muss man einfach lieben.

Langweilig wird es auf den gut 100 Seiten zu keiner Zeit. Die Geschichte ist eine gelungene Mischung aus Realität und Fantasy und wechselt gekonnt zwischen Schulalltag und magischer Welt. Besonders die Szenen, die dem Bösewicht gewidmet sind, sind sehr geheimnisvoll und verströmen eine angenehm düstere Atmosphäre. Am Ende bleiben viele Fragen offen, sodass man den zweiten Teil kaum erwarten kann.
 

Optisch ist dieser Comic ein besonderer Genuss. Die Zeichnungen von Madie sind detailverliebt, lebendig und ausdrucksstark, die Farben warm, hell und klar. Nur die Augen sind für meinen Geschmack etwas zu groß geraten, allen voran bei Aylin. Sehr gelungen ist dafür die Wahl, die Passagen mit der unheimlichen Unbekannten in dunklen Seiten zu halten. Das verleiht dem Ganzen einen zusätzlichen, wunderbaren bedrohlichen Zauber.

Fazit: „Aylin 1: Das Geheimnis der Elfen“ ist ein vielversprechender Auftakt einer magischen Coming-of-Age-Comicreihe ab 12 Jahren. Eine spannende und unterhaltsame Graphic Novel, die durch ihr wunderschönes Artwork besticht und trotz bekannter Elemente zu fesseln vermag. Ich hatte viel Spaß beim Lesen und freue mich schon sehr auf den zweiten Band. Ich kann diesen Jugend-Fantasy-Comic sehr empfehlen, vor allem Fans von W.I.T.C.H. sollten ihn sich unbedingt mal genauer anschauen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

 



 

Vielen lieben Dank an den Splitter Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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