Klappentext:
Quelle: Woow Books
Rezension:
Viele Jahre sind vergangen, seit wir Schönrinde einen Besuch abgestattet haben. Der kleine Fuchs Bartolomäus ist zwischen erwachsen und leitet die Buchhandlung seines Onkels. Seine Frau ist bei der Geburt ihres zweiten Sohnes verstorben, sodass er seine zwei Söhne Ernst und Lothar alleine großziehen muss. Ernst ist seit dem Tod seiner Mutter verstummt und kommuniziert nur noch mit einer kleinen Schiefertafel. Als ihre Buchhandlung ihr 80-jähriges Jubiläum feiert, machen sie eine furchtbare Entdeckung: Die alte Eiche, in der sie wohnen und ihren Laden haben, ist von einem gefährlichen Pilz befallen. Ernst ist untröstlich. Er kann sich einfach nicht damit abfinden, ihren geliebten Baum zu verlieren. Verschwindet er, verschwinden auch seine Mutter ein Stück mehr. Von seiner Freundin Tilda Maulwurf erfährt er von einer Autorin, die in der Wald-Tageszeitung von Schönrinde Geschichten über einen Wunschbaum veröffentlicht. Ob es diesen Baum wohl wirklich gibt? Zusammen mit Tilda (und einem blinden Passagier) büxt er heimlich aus, um sich auf die Suche nach der Autorin zu machen. Ob es ihnen wohl gelingen wird, die alte Eiche zu retten?
Hierbei handelt es sich um den vierten und letzten Band der Jahreszeiten-Saga „Erinnerungen des Waldes“. Dank kleiner Rückblicke kann man dem Geschehen sicherlich auch ohne Vorkenntnisse folgen, allerdings macht es erheblich mehr Spaß, wenn man die chronologische Reihenfolge einhält.
Ein letztes Mal entführt uns Mickaël Brun-Arnaud nach Schönrinde – eine fantasievolle, von Tieren bewohnte Welt. Die Geschichte schließt direkt an den vorherigen Band an, wechselt aber immer wieder für längere Passagen auf eine spätere Zeitebene, die gut 25 Jahre danach spielt. Die Wechsel zwischen den verschiedenen Zeiten sind sehr gelungen und sorgen für ein ganz besonderes, abwechslungsreiches Leseerlebnis, bei dem man sich wünscht, dass es niemals vorbeigeht. Man trifft auf lauter alte Bekannte, was für Fans der ersten Stunde die reinste Freude ist. Gleichzeitig ist es aber auch unheimlich schön, neue Gesichter zu kennenzulernen, die Schönrinde nur noch charmanter machen. Vor allem den kleinen stummen Ernst, der ähnlich mutig und eigensinnig ist wie sein Vater, schließt man sofort fest ins Herz. Gemeinsam mit ihm begibt man sich als Leser*in auf eine abenteuerliche Reise voller Überraschungen, Melancholie und Hoffnung. Der französische Autor beweist einmal mehr ein Händchen dafür, ernste Themen mit einer wohligen Atmosphäre zu vereinen. Behutsam, feinsinnig und in schönster Sprachpoesie erzählt er von Verlust, Trauer, Alzheimer und Mutismus, aber auch von Freundschaft, Liebe, Mut und Familienbande. Viele liebevolle Anspielungen und witzige Wortspiele zaubern einem immerzu ein Schmunzeln ins Gesicht, berührende Szenen erwärmen das Herz und durch die bildlichen Beschreibungen hat man durchweg das Gefühl, selbst dabei zu sein. Letzteres wird noch durch die wundervollen farbigen Illustrationen von Sanoe verstäkt. Mit ihrem nostalgischen und detailverliebten Stil erweckt sie die Welt von Schönrinde zum Leben und fängt die besondere Stimmung der Geschichte gekonnt ein.
Die Auszüge aus „Frau Murmeltiers Geschichten“ sowie der Stammbaum und Plan von Sternenstieg am Schluss sind das Sahnehäubchen obendrauf und runden das Ganze perfekt ab.
Fazit: Ein wunderbares Finale haben Mickaël Brun-Arnaud und Sanoe hier geschaffen, mit dem sie ihre Jahreszeiten-Reihe würdig abschließen. Auch der vierte Band ist eine tiefgründige, einfühlsame und märchenhafte Geschichte ab 10 Jahren, die Jung und Alt gleichermaßen fesselt, berührt und verzaubert. Zeitlos schöner Lesegenuss vom Allerfeinsten. Ich habe auch diesen Band von den ersten Seiten an geliebt und ihn mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendet. Ich werde Schönrinde und seine liebenswerten Bewohner*innen sehr vermissen. Von mir gibt es sehr gerne 5 von 5 Sternen!
Vielen lieben Dank an den Woow Books Verlag für das Rezensionsexemplar!
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