Dienstag, 27. Februar 2018

[Rezension] Pogo und Polente von Jochen Till

Hardcover
Mit Illustrationen von Raimund Frey
144 Seiten
ISBN: 9783864293795
Erschienen: 19.02.2018 


Klappentext:
Pogo hat es nicht leicht. Seine Eltern sind Punks und nehmen ihr Punk-Sein sehr ernst. Pogo bekommt Ärger, wenn er gute Noten schreibt, sein Zimmer aufräumt oder zu leise Musik hört! Eines Tages zieht Vanessa in die Nachbarschaft. Sie ist überkorrekt, meckert ständig herum und schreibt selbst gemalte Strafzettel. Vanessas Vater ist Polizist – der natürliche Feind eines jeden guten Punks! Damit sind die Nachbarschaftsstreitigkeiten vorprogrammiert...
Quelle: Tulipan Verlag




Rezension:


Die Bücher von Jochen Till lese ich immer sehr gerne. Ganz besonders mit seiner Luzifer junior Reihe konnte er mich hellauf begeistern. Als ich nun in der Vorschau des Tulipan Verlages auf sein neues Buch „Pogo und Polente“ gestoßen bin, konnte dieses meine Neugier sofort wecken. Noch größer wurde diese, als ich gesehen habe, dass das Buch von Raimund Frey illustriert wurde, der auch der Illustrator der Luzifer junior Bücher ist. Ein neues Buch von Jochen Till, welches sich übrigens total witzig anhört, zusammen mit den Zeichnungen von Raimund Frey – das muss einfach spitze sein. „Pogo und Polente“ wanderte daher auch sogleich auf meine Wunschliste für den Februar.


Pogo Dosenbier Patzke hat es wahrlich nicht leicht. Nicht nur, dass er mit diesem merkwürdigen Namen gestraft ist, er hat auch noch ziemlich verrückte Eltern, mit denen ein ganz normales Leben völlig undenkbar ist. Pogos Eltern sind Punks und das mit Leib und Seele. Daher ist das Leben bei den Patzkes auch ziemlich verdreht. Wenn Pogo ein gutes Zeugnis nach Hause bringt (was er übrigens tut, er ist ein Einser-Schüler) bekommt er mächtig Ärger. Zur Strafe muss er dann ganz laut Musik hören. Auch ein ordentliches Zimmer ist verboten. Und arbeiten, um Geld zu verdienen, also, das geht ja mal gar nicht. Aber genau das beschließt Pogo in den Sommerferien zu tun. Er möchte sich endlich ein Smartphone kaufen, um auch mal von zu Hause aus im Internet surfen zu können und nicht nur in der Bibliothek, die nur alle paar Tage geöffnet hat. So kommt es also, dass Pogo zweimal in der Woche Prospekte austrägt. Klar, dass seine Eltern nichts davon wissen dürfen, diese wären entsetzt, dass ihr Sohn so etwas Spießiges wie arbeiten tut. Noch entsetzter wären sie aber vermutlich, wenn sie wüssten, dass er sich mit Polente abgibt. Dies anfangs eher ungewollt, aber selbst das wäre schon der reinste Horror für Mama und Papa Patzke. Wer Polente ist? Polente ist das neue Nachbarmädchen von Pogo und natürlich heißt sie nicht wirklich Polente sondern Vanessa. Diese kann man nur als eigentümlich bezeichnen. Nicht nur, dass sie an allem herummeckert, Strafzettel für jeden noch so kleinen Regelverstoß verteilt oder generell überkorrekt ist – nein, Vanessa trägt auch noch die ganze Zeit über eine Polizeiuniform. Daher beschließt Pogo auch, sie Polente zu nennen. Er ist zuerst ziemlich genervt von seiner neuen Nachbarin, die ihn ständig kritisiert. Als dann aber in der Stadt immer wieder Fahrräder spurlos verschwinden und auch sehr bald Pogos Rad von der Diebstahlserie betroffen ist, beschließen die beiden Kinder, gemeinsam die Spur des Täters aufzunehmen. Während ihren Ermittlungen lernen sich Pogo und Polente immer besser kennen und trotz der anfänglichen Meinungsverschiedenheiten, werden die beiden schließlich Freunde und ergeben ein super Team. Ob es ihnen wohl gelingen wird, den Fahrraddieb auf die Schliche zu kommen?

Hach, was hatte ich hier Spaß beim Lesen. Mir hat das Buch total gut gefallen, der Humor von Jochen Till ist einfach ganz genau mein Geschmack.

Ich frage mich ja auch immer wieder, vorher er diese ulkigen Ideen nimmt. Ihr könnt euch ja vermutlich schon anhand des Covers und des Klappentextes denken, dass man es hier mit einer sehr unterhaltsamen Geschichte zu tun bekommt. Der erste Eindruck täuscht auch nicht, denn das, was einen zwischen den Buchdeckeln erwartet, wird wohl jedem zum Grinsen und Lachen bringen.

Am meisten amüsiert habe ich mich über Pogos Eltern, insbesondere den Vater. Susanne und Michael Patzke sind durch und durch Punks. Das kann man schon deutlich an ihrem Aussehen erkennen, aber auch ihr Verhalten und ihr Denken ist hundertprozentig punkig. So verwenden sie nie ihre richtigen Namen. Michael und Susanne, wie spießig ist das denn bitte? Nee, da muss schon etwas Cooleres her, wie Spritti und Kröte. Und selbstverständlich darf auch ihr Sohn keinen langweiligen, normalen Spießer-Namen haben. Daher heißt Pogo eben Pogo. Seinen zweiten Namen habe ich ja oben bereits genannt und ich tue es lieber nicht erneut. Ihr könnt euch bestimmt denken, wie peinlich Pogo sein zweiter Name ist. ;)

Ich muss ehrlich sein, ich würde nicht mit Pogo tauschen wollen. Da ist mir ein Spießer-Leben doch lieber. Die Regeln im Hause Patzke sind mir dann doch zu verdreht. Die Eltern freuen sich, wenn ihr Sohn schlecht in der Schule ist, wenn er keine Tischmanieren zeigt, wenn sein Zimmer ein Saustall ist oder wenn er sich nachts heimlich aus dem Haus schleicht. All das, was in normalen Familien verboten oder undenkbar ist, ist bei den Patzkes gerne gesehen.

Schon erstaunlich, dass Pogo bei so verrückten Eltern so normal und vernünftig ist. Er geht gerne zur Schule und hat auch nichts gegen das Arbeiten.
Auch gegen Polizisten hat er nichts. Diese sind nämlich die wohl größten Feinde der Punks. Polente ist Pogo anfangs dennoch nicht geheuer. Mit ihrem Polizisten-Tick geht sie ihm ziemlich auf den Geist, allerdings erfährt er dann, warum Pogo so ist. Dies lässt ihn das Ganze dann mit anderen Augen sehen.

Mir hat es richtig gut gefallen, wie sich Pogo und Polente immer näher gekommen sind und schließlich Freunde wurden. Neben all dem Witz und Humor vermittelt das Buch so auch noch die wichtigen Werte Freundschaft und Zusammenhalt. Und auch das Thema Vorurteile wurde gekonnt in die Geschichte eingebaut. Pogos Vater merkt nämlich schließlich auch noch, dass Polizisten gar nicht so schlimm und spießig sind wie er immer gedacht hatte.

Ich kann das Buch wirklich absolut empfehlen. Es ist total witzig, herrlich verrückt und auch richtig liebenswert. Pogo muss man einfach sofort in sein Herz schließen, aber auch all die anderen Charaktere sind super sympathisch.
Ich bin beim Lesen gar nicht mehr aus dem Schmunzeln und Grinsen herausgekommen. Verstärkt wurde meine Lachmuskeltätigkeit noch durch die vielen lustigen Illustrationen von Raimund Frey. Diese harmonieren perfekt mit der Geschichte und geben das Geschehen im Text wunderbar und höchst amüsant wieder. Hier zeigt sich mal wieder, dass Jochen Tills Geschichten und die Zeichnungen von Raimund Frey erstklassig zusammenpassen.

Für mich war der Lesespaß leider viel zu schnell wieder vorbei. Ich hoffe ja nun sehr, dass es noch weitere Geschichten mit Pogo und Polente geben wird. 

Fazit: Hier erwartet einen ein herrlich witziges und punkig verrücktes Lesevergnügen! Ich bin aus dem Grinsen gar nicht mehr herausgekommen und hatte richtig viel Spaß beim Lesen. Das Buch eignet sich perfekt für Jungen und Mädchen ab 10 Jahren zum Selberlesen, wird aber auch Erwachsenen die reinste Freude bereiten. Wenn man gerne humorvolle und skurrile Geschichten liest, die neben all dem Witz auch spannend sind und wichtige Werte wie Freundschaft und Zusammenhalt vermitteln, dann ist dieses Buch genau das Richtige. Eine geniale Story plus tolle Illustrationen, was will man mehr? Ich bin rundum zufrieden mit dem Buch und vergebe volle 5 von 5 Sternen!


Vielen Dank an den Tulipan Verlag, der mir dieses schöne Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!



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