Klappentext:
Quelle: Adrian Verlag
Rezension:
Die saure Traube macht ihrem Namen wahrhaftig alle Ehre. Sie vergisst keine Stichelei, keine Ungerechtigkeit oder Beleidigung. Schon die kleinsten Dinge regen sie auf und machen sie richtig zornig. Doch so war es nicht immer. Früher war die Traube sogar sehr süß, lebte friedlich mit ihrer Familie auf einem gemeinsamen Rebstock und versuchte aus allem das Beste zu machen. Doch dann wurde sie von ihren Freunden schwer enttäuscht (zumindest dachte die Traube das zuerst) und ein heftiger Groll stieg in ihr auf. Seit dem Tag geht die Traube verbittert und grimmig durchs Leben und lässt alle ihren Unmut spüren. Ein Tag sollte jedoch alles verändern. Die saure Traube kommt zu spät zu einem Treffen mit ihrem besten Freund Lenny. Dieser ist ziemlich verärgert darüber, hört sich die Entschuldigung der Traube gar nicht an und verhält sich richtig unfair. Da erkennt die Traube, dass sich Lenny genauso verhält wie sie die ganze Zeit. Sie beschließt, etwas zu verändern – sie möchte wieder eine süße Traube sein!
Schon das farbenfrohe Cover mit der keck dreinblickenden Traube ist ein Hingucker und fällt einem direkt ins Auge. Die Geschichte dahinter begeistert ebenfalls vom ersten Moment an und ist nicht nur für Kinder überaus lehrreich. Denn in der sauren Traube, die uns die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt, wird sich sicherlich jeder in irgendeiner Weise wiederfinden. Ob ihre Enttäuschung und Verärgerung darüber, dass sie von ihren Freunden (vermeintlich) hängen gelassen wurde. Ihr immer großer werdender Groll, der sie zu einem ziemlich sauren Zeitgenossen macht – sehr zum Leidwesen ihrer Mitfrüchte. Und ihr Aha-Moment, dank dem sie wieder lernen wird, das Leben zu genießen und fröhlich und gelassener durch die Welt zu gehen – jeder wird die hier beschriebenen Situationen bestimmt schon einmal erlebt haben. Manchmal passiert irgendetwas, dass einem ziemlich die Laune verhagelt. Doch anstatt immer tiefer in seinem Groll zu versinken und anderen die Schuld dafür zu geben, sollte man Dinge, die einen belasten, sofort klären und sein eigenes Verhalten reflektieren. Die Geschichte der sauren Traube lehrt uns, dass Missgeschicke und Fehler passieren – niemand von uns ist perfekt. Wichtig dabei ist nur, dass wir die Fehler auch bei uns selbst suchen und nicht nur bei anderen und den Mut besitzen, offen darüber zu sprechen. Darüber hinaus erinnert sie uns auch daran, wie viel schöner das Leben ist, wenn man es von der Sonnenseite aus betrachtet und anderen stets freundlich, rücksichtsvoll und mitfühlend begegnet. Dieses Buch regt zum Nachdenken an und bietet viele tolle Gesprächsanlässe und Denkanstöße zum Thema Gefühle. Gleichzeitig kommt es aber auch unheimlich witzig daher, mit seinen köstlichen Wortspielen und Illustrationen. Vor allem optisch ist auch dieser Band für mich ein echtes Highlight!
Die Illustrationen von Pete Oswald sind jedes Mal ein ganz besonderes Genuss. Ausdrucksstark, bunt und voller Witz und Charme setzen sie das Erzählte mal wieder perfekt in Szene und zaubern einem immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht. Es gibt auf sämtlichen Seiten einfach so viele lustige Details zu entdecken. Die Großeltern unserer kleinen Traube zum Beispiel, die mittlerweile Rosinen sind. Hach, herrlich.
Vielen lieben Dank an den Adrian Verlag und die Agentur Buch Contact für das Rezensionsexemplar!




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