Klappentext:
Quelle: NordSüd Verlag
Rezension:
Eines Tages ist es plötzlich da. Ein riesiges schwarzes Tier. Still liegt es vor der Stadt und blockiert den Weg. Alle Bewohner*innen sind in heller Aufruhr. Verunsichert kommen sie zusammen und betrachten dieses große Unbekannte. Was sollen sie jetzt damit machen? Sie beschließen kurzerhand, es zuzudecken. Dann ist die Gefahr gebannt. Oder vielleicht doch nicht? Jetzt liegt das Tier verborgen vor der Stadt und versperrt immer noch den Weg. Es folgt eine neue Idee und noch eine, aber alle Versuche scheitern. Auf das Mienchen hören sie nicht. Erst als alle beginnen zu streiten, kommt die Kleine zu Wort. Sie geht mutig auf das Tier zu, spricht es freundlich an und zeigt den anderen, wie einfach eine Lösung manchmal sein kann und es sich lohnt, über den Tellerrand zu schauen.
Sich auf etwas Neues einzulassen und seine Vorurteile zu überwinden, erfordert manchmal ganz schön viel Mut. Wie oft ziehen wir vorschnelle Schlüsse, lassen von uns von ihnen leiten und kommunizieren nicht miteinander. Vieles im Leben könnte sich viel leichter klären lassen, wenn wir aufgeschlossener für das Fremde wären und einander richtig zuhören würden. Wir Erwachsenen sollten die Welt viel öfters mal aus Kinderaugen betrachten: Neugierig, offen und unbedarft. Genau davon erzählen Kerstin Hau und Stella Dreis in ihrem gemeinsamen Bilderbuch, bei dem bereits der Titel und das Cover direkt die Neugier wecken. Vor was gilt es sich hier in Acht zu nehmen? Zu welchem Wesen gehört diese riesige schwarze Tatze?
Mit Humor, Charme und klaren Worten entführt uns Kerstin Hau in eine kleine Stadt, zu ulkig aussehenden Figuren mit ausgefallenen Namen. Wimpf, Wompf, Timpe-Ma und Timpe-Pa – alle fürchten sie sich vor diesem großen unbekannten Etwas, das eines Tages plötzlich da ist. Nur das Mienchen stellt Fragen statt zu urteilen. Doch wie das eben oft so ist, hören wir Erwachsenen viel zu selten auf die Kinder. Dabei können auch wir Großen eine Menge von den Kleinen lernen. Die Geschichte vermittelt einige wertvolle Botschaften ohne belehrend zu wirken und bietet viele tolle Gesprächsanlässe. Mit ihren kurzen Sätzen und den vielen Wiederholungen eignet sie sich zudem sehr gut zum Vorlesen und macht auch schon den Kleinsten Spaß.
Optisch ist das Buch für mich ein besonderes Highlight. Stella Dreis’ wunderschöne, zarte Illustrationen sind farblich recht minimalistisch gehalten, aber dennoch enorm ausdrucksstark. In Grau- und Brauntönen und knalligen orangen Akzenten erwecken sie das Erzählte zum Leben, laden zum Hinschauen und Entdecken ein und lassen viel Spielraum für einige Interpretationen. Vor allem an den Stadtbewohner*innen werden Kinder ihre Freude haben, diese sehen wirklich herrlich knuffig aus.
Fazit: „Obacht!“ ist ein kluges und außergewöhnliches Bilderbuch ab 4 Jahren, das auf spielerische Weise zeigt, wie wichtig es ist, miteinander zu reden und offen für Neues zu sein. Ein zeitlos schönes Plädoyer für mehr Kommunikation und Offenheit. Ich bin begeistert von diesem Buch, ich kann es nur empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den NordSüd Verlag für das Rezensionsexemplar!




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