Sonntag, 25. Januar 2026

[Rezension] WINNIE - Die wahre Geschichte des berühmten Bären von Lindsay Mattick und Sophie Blackall

Hardcover
Übersetzt von Annabel Lammers
Illustriert von Sophie Blackall
Ab 3 Jahren
56 Seiten
ISBN: 978-3-95939-253-2
Erschienen: 08.01.2026

Klappentext:

Wer hätte gedacht, dass es ihn, Pardon, sie wirklich gegeben hat? Winnie, auch bekannt als „Pu, der Bär“, war eine Amerikanische Schwarzbärin, die der kanadische Veterinär Harry Colebourn auf seinem Weg zur Front im ersten Weltkrieg fand. Wie er sie liebevoll aufzog und nach Europa brachte, und wie es schließlich zu den Geschichten im Hundert-Morgen-Wald kam, erzählt dessen Urenkelin Lindsay Mattick einfühlsam ihrem eigenen Sohn. Und wir dürfen lauschen, staunen und Kopfschütteln. Um hinterher glücklich und dankbar zu sein, dass dies alles wirklich wahr ist und unser Liebling durch A. A. Milnes Erzählungen unvergesslich wurde.

Quelle: Bohem Verlag

Rezension:

Wer kennt ihn nicht, Pu, den Bären oder auch Winnie-the-Pooh? Ob aus den Romanen von Alan Alexander Milne oder den Disney-Zeichentrickfilmen: Von dem weltberühmten Bären aus dem Hundert-Morgen-Wald hat sicherlich nahezu jeder schon mal gehört. Wusstet ihr aber, dass es ihn (oder besser gesagt eigentlich „sie“) wirklich gab? Also ich tatsächlich nicht und das, wo ich so ein großer Pu-der-Bär-Fan bin. Tatsächlich ist es auch völlig an mir vorbeigegangen, dass der Bohem Verlag bereits vor zehn Jahren das hier vorliegende Bilderbuch herausgebracht hat. Was für ein Glück, dass anlässlich zum 100. Geburtstag von Pu, dem Bären, eine Neuauflage davon erschienen ist und ich dank dieser darauf aufmerksam geworden bin. Mir wäre ansonsten etwas ganz Wundervolles entgangen.

Zu Beginn lernen wir eine Mutter und ihren kleinen Sohn Cole kennen. Eigentlich ist schon Schlafenszeit, aber der Junge möchte unbedingt noch eine Geschichte hören. Eine wahre Geschichte. Über einen Bären. Und so beginnt die Mutter zu erzählen. Von einem kanadischen Veterinär namens Harry Colebourn aus Winniepeg, der vor über hundert Jahren gelebt hat. Während des ersten Weltkriegs sagte er seiner Heimat auf Wiedersehen und reiste zur Front, um sich dort um die Pferde der Soldaten zu kümmern. Auf seinem Weg begegnete er an einem Bahnsteig einem Trapper, der in Begleitung eines kleinen weiblichen Schwarzbären-Babys war. Er kaufte das Kleine für 20 Dollar und taufte es nach seiner Heimatstadt „Winnie“. Von da an war die Bären immer dabei, im Zug, auf dem Übungsplatz, bei seiner Arbeit und sogar auf dem Schiff, das sie nach England fuhr. Erst als er nach Frankreich musste, brachte er das „Maskottchen der Soldaten“ in den Londoner Zoo.

Das Buch ist größtenteils die Einschlafgeschichte der Mutter, bei der es sich um die Autorin Lindsay Mattick handelt. Immer wieder wird die Erzählung jedoch von kleinen Dialogen zwischen Mutter und Sohn unterbrochen. Cole möchte es nämlich manchmal ganz genau wissen. Was ein Veterinär ist, zum Beispiel. Solch schwierige Begriffe werden hier sehr leicht und verständlich erklärt, sodass auch schon jüngere Kinder dem Text folgen können.

Was das alles nun aber mit dem Pu, dem Bären, zu tun hat, wird erst zum Ende hin klar. Mehrere Jahre nachdem Harry Colebourn Winnie in den Zoo gebracht hat, freundete sich ein Junge namens Christopher Robin mit der Schwarzbärin an und taufte seinen Stoffbären nach ihr. Inspiriert davon schrieb sein Vater Alan Alexander Mine die unvergesslichen Bücher über Winnie-the-Pooh, die auch heute noch Jung und Alt begeistern und nichts von ihrem Zauber verloren haben. Und dank Lindsay Mattick, bei der es sich um die Urenkelin von Harry Colebourn handelt, kennen nun auch wir die wirklich wahre Geschichte des wohl bekanntesten Bären der Kinderliteratur.

Neben den liebevollen Texten und der gelungenen Mischung aus gemütlicher Gutenachtgeschichte und historischer Realität überzeugt das Buch auch optisch auf ganzer Linie. Die Illustrationen von Sophie Blackall sind einfach zauberhaft anzusehen. Ausdrucksstark, detailverliebt und voller nostalgischer Atmosphäre und Wärme. Mit feinem Strich und zarten Farben erwecken sie das Erzählte zum Leben und laden zum Verweilen, Entdecken und immer-wieder-Angucken ein.

Abgerundet wird das Ganze von Originalfotos und Dokumenten wie beispielsweise ein Bild von Harry und Cole oder Auszüge aus Harrys Tagebuch. Nach dieser Lektüre wird garantiert jeder den Wunsch verspüren, sofort in die Welt des Hundert-Morgen-Walds einzutauchen und Winnie-the-Pooh neu zu entdecken.

Fazit: Ein bärig schönes Bilderbuch ab 3 Jahren über die unglaubliche Entstehungsgeschichte des legendären Pu, den Bären, haben Lindsay Mattick und Sophie Blackall hier geschaffen. Ein echter Schatz in jedem Bücherregal für alle Winnie-the-Pooh-Fans und die, die es noch werden wollen. Berührend, fesselnd, faszinierend, wunderbar zeitlos. Ich bin total verlieb in dieses Schätzchen und kann es jedem nur ans Herz legen! Von mir gibt es sehr gerne 5 von 5 Sternen. 

 





Vielen lieben Dank an den Bohem Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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