Klappentext:
Quelle: Carlsen Verlag
Rezension:
Am Rande eines finsteren Waldes lebt Ava mit ihrem Vater und ihrer kleinen Schwester Linn. Sie führen kein leichtes Leben, die Armut und der nagende Hunger werden immer größer. Als der Winter naht, beschließt der Vater mit seinen Töchtern in die Stadt des Kaisers zu gehen, in der Hoffnung, sich dort ein besseres Leben aufzubauen. Der kürzeste Weg führt durch den geheimnisvollen Wald, in dem angeblich eine böse Hexe hausen soll. Schon am ersten Tag verschwindet ihr Vater spurlos und die Schwestern bleiben verängstigt alleine zurück. Als sie versuchen, ihre Reise alleine fortzusetzen, stoßen sie auf eine alte Hütte, in der die unheimliche, blinde Nebula lebt, zusammen mit fünf Kindern, die nicht ihre sind, aber freiwillig bei ihr bleiben. Auf den ersten Blick scheint Nebula gut für ihre Schützlinge zu sorgen. Aber warum hält sie Linn in ihrer Kammer gefangen? Wieso verbietet sie Ava den Kontakt zu ihrer Schwester? Irgendetwas stimmt hier nicht. Ist Nebula etwa eine Hexe?
Auf dieses Buch (übersetzt von Meike Blatzheim und Sarah Onkels) war ich wahnsinnig gespannt. Fantasyromane, die von Märchen und großen Klassikern inspiriert sind, habe ich schon immer gerne gelesen. Ihr auch? Dann solltet ihr an der Eventyr-Saga auf keinen Fall vorbeigehen!
Gry Kappel Jensen präsentiert hier einen sehr vielversprechenden Reihenstart, der definitiv hält, was das wunderschöne Cover verspricht. Mit einem feinen Gespür für Atmosphäre entführt uns die dänische Autorin in eine finstere, mittelalterlich anmutende Welt, in denen Hexen ihr Unwesen treiben und Hunger, Angst und Hoffnungslosigkeit an der Tagesordnung stehen. Die Geschichte startet recht ruhig, entwickelt aber bereits nach kurzer Zeit eine Sogwirkung, der man sich kaum mehr entziehen kann. Spannend, bedrohlich, märchenhaft und geheimnisvoll schreitet die Handlung voran, erzählt von Geschwisterliebe, Mut, Gerechtigkeit, Verlust, Krankheit und trügerischer Geborgenheit und davon, dass die Welt nicht schwarz oder weiß ist, sondern voller Zwischentöne. Immer wieder erkennt man Ähnlichkeiten zu Hänsel und Gretel und Krabat und doch entfaltet die Erzählung einen ganz eigenen Zauber. Im Mittelpunkt steht durchweg die Halbwaise Ava – ein mutiges und starkes Mädchen, das viel zu früh erwachsen werden musste. Ihre tiefe Zuneigung für ihre kleine Schwester Linn geht zu Herzen, ihre Skepsis und Entschlossenheit lassen einen richtig mitfiebern. Eine lange Zeit weiß man nicht, woran man bei Nebula ist. Was sind ihre Absichten? Warum trennt sie die Schwestern voneinander? Meint sie es gut mit ihnen oder ist sie doch eine böse Hexe? Gry Kappel Jensen erzählt das Ganze so bildhaft und mitreißend, dass das Kopfkino direkt anspringt und Lesepausen nahezu unmöglich sind. Das Ende ist passend, macht aber deutlich, dass noch nicht alles erzählt wurde. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass uns der Carlsen Verlag nicht allzu lange auf die deutsche Übersetzung des zweiten Bandes warten lässt. Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, weiterzulesen!
Fazit: „Tochter des Nebelwaldes“ ist ein gelungener Auftakt einer atmosphärischen Fantasy-Reihe ab 12 Jahren. Ein wunderbares düsteres Märchen, das in eine Welt voller Magie und Geheimnisse entführt. Fesselnd, tiefgründig, schaurig-schön. Ich kann den ersten Band der Eventyr-Saga nur empfehlen, ich bin absolut begeistert von diesem Buch! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar!

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