Sonntag, 6. September 2020

[Rezension] Memento Monstrum: Vorsicht, bissig! von Jochen Till und Wiebke Rauers

Hardcover
Mit farbigen Illustrationen von Wiebke Rauers
Ab 9 Jahren
200 Seiten
ISBN: 978-3-649-63010-4
Erschienen: 01.09.2020

Klappentext:
Das neue Kinderbuch von Jochen Till zum Vorlesen, Selberlesen und Schmunzeln - für die ganze Familie! Warnung! Dieses Buch enthält Graf Draculas ziemlich wahre Memoiren. Und es kommen jede Menge abscheuliche Kreaturen darin vor. Riesenhafte Yetis, hinterlistige Werwölfe, schleimige Fischmonster … Lies es besser nicht! Du könntest Dinge erfahren, die du bisher nicht über Monster wusstest. Haarsträubende Dinge, die diese Ungeheuer freundlich, ja geradezu menschlich erscheinen lassen. Also, hör auf meinen Rat, du hast nur diese eine Chance: Leg das Buch schnell weg und geh weiter, bevor du in seine Fänge gerätst! Hochachtungsvoll, Van Helsing



Rezension:

Als ich das erste Mal von „Memento Monstrum“ hörte, war es sofort um mich geschehen. Sieht das Cover nicht umwerfend und unglaublich niedlich aus? Also ich bin ganz hin und weg von dieser bezaubernden Aufmachung. Das Cover ist wahrlich der reinste Augenschmaus. Da die Bücher von Jochen Till mittlerweile absolute Must-Haves für mich sind und ich zudem ein großer Fan von der großartigen Zeichenkunst der Wiebke Rauers bin, stand für mich umgehend fest: „Memento Monstrum“ muss ich unbedingt lesen! Ich ließ das Buch daher nur zu gerne bei mir einziehen.

Graf Vlad Dracula kann es nicht fassen. Seine Frau verlässt ihn - für zwei volle Tage! Gemeinsam mit seiner Tochter wird sie sich einen schönen zweitägigen Wellness-Urlaub in Paris machen. Und er? Ihn erwartet zu Hause ein wahres Horrorwochenende. Zwei ganze Tage muss er auf seine drei Enkelkinder aufpassen und sie bespaßen. Wie soll er das nur schaffen?
Als er es sich zusammen mit seinen Enkeln in der hauseigenen großen Bibliothek gemütlich macht, fällt den Kindern beim Bücherhaus bauen ein altes Fotoalbum in die Hände. Die Drei sind sofort Feuer und Flamme und bitten ihren Großvater darum, dass er ihnen Geschichten aus seinem (sehr langen) Leben erzählt. (Opa Dracula zählt mittlerweile stolze 589 Jahre.)
So beginnt Graf Dracula also zu berichten. Er erzählt von seiner Begegnung mit der hinreißenden Yeti, die sich nichts sehnlicher wünschte, als eine Primaballerina zu werden; von seinem allerersten Haustier; von der Mumie namens Jack, die in Wahrheit gar keine war und von dem äußerst musikalischen Werwolf Archibald. Und nicht zu vergessen: Von Van Helsing, der einfach nicht locker lässt und ihm ständig mit seinem Holzpflock auflauert. Sein Ziel: Graf Dracula töten.




Graf Dracula – wer hat nicht schon von ihm gehört? Auch Geschichten von Yetis, Werwölfen und Mumien dürften den meisten wohl bekannt sein. Aber, haltet euch fest: Alles, was ihr über diese ganzen schauerlichen Kreaturen wisst, ist Humbug! Ja, echt! Graf Dracula ist gar kein böser Vampir – er ist ein liebevoller und ziemlich cooler Großvater und total sympathischer Kerl. Der Yeti aus dem Himalaya ist in Wahrheit eine charmante Yetidame und Werwölfe sind ganz klar nicht immer die blutrünstigen Bestien, wie uns stets weisgemacht wird. Ihr glaubt mir nicht? Lest „Memento Monstrum“ - dann seht ihr, dass ich euch keine Lügenmärchen erzähle. Jochen Till ist es irgendwie gelungen, an die wahren Memoiren des berühmten Graf Dracula heranzukommen und da er dieses erstaunliche Wissen nicht für sich behalten wollte, hat er uns daran teilhaben lassen. Genial, oder?
In „Memento Monstrum“ werdet ihr das große Vergnügen haben, Graf Dracula höchstpersönlich kennenzulernen sowie seine drei äußerst charmanten Enkelkinder: Rhesus, Vira und Globine.
Ihr werdet zudem in den Genuss von vier ganz famosen Geschichten kommen, die sowohl Graf Dracula als auch so einige Monster in einem völlig neuen Licht dastehen lassen. Und als wäre das nicht schon brillant genug (ja, es kommt tatsächlich noch besser): Wir erfahren endlich, was es wirklich mit dem Meisterdetektiv Sherlock Holmes auf sich hat und dass die Beatles vor ihrer großen Karriere mit einem echten Monster musiziert haben. Na, neugierig geworden? Worauf wartet ihr dann noch? Schnappt euch „Memento Monstrum“ und legt los mit dem Schmökern! Ich wünsche euch ein monstermäßig gutes Lesevergnügen. :D

Monstermäßig gut – das ist „Memento Monstrum“. Ihr könnt mir glauben: Das prächtige Cover verspricht eindeutig nicht zu viel. Auch das, was zwischen den augenschmeichelnden Buchdeckeln schlummert, ist wundervoll. Wie ich es von Jochen Till gewohnt bin, hat er mal wieder eine höchst amüsantes und sehr fantasievolles Kinderbuch geschrieben, das Groß und Klein bestens unterhält und für die schönsten (Vor-) Lesestunden sorgt.
Auch Wiebke Rauers hat mal wieder einen grandiosen Job gemacht und Bilder aufs Papier gezaubert, an denen man sich einfach nicht sattsehen kann. 

 

Mir hat „Memento Monstrum“ ein richtig tolles Leseerlebnis beschert. Die vier Erzählungen aus Graf Draculas Leben fand ich einfach nur herrlich; ich bin da aus dem Schmunzeln oft gar nicht mehr herausgekommen. Welche Geschichte ich am liebsten mochte? Hm, schwierig. Vermutlich die erste, in der es uns zu Beginn ins viktorianische London verschlägt und wir Yeti kennenlernen dürfen. Bei der Story hat‘s mir die Atmosphäre irgendwie voll angetan.

Vom Verlag wird „Memento Monstrum“ für Leser ab 9 Jahren empfohlen und dieser Empfehlung schließe ich mich gerne an. Allerdings muss ich sagen, dass mir persönlich der Spannungsbogen der Handlung für ein Buch dieser Altersklasse ein kleines bisschen zu niedrig war. Langweilig ist die Geschichte natürlich nicht, aber insgesamt habe ich sie einfach als ein wenig zu ruhig empfunden. Bis auf diesen Punkt bin ich aber wirklich hellauf begeistert von „Memento Monstrum“.

Besonders gut gefallen hat mir, wie das Buch aufgebaut ist. Es kommt zu ständigen Wechseln zwischen Graf Draculas Berichten und der Gegenwart, was durch zwei verschiedene Schriftfarben prima kenntlich gemacht wurde. Die Enkelkinder werden ihren Opa während des Erzählens öfters unterbrechen, um Fragen zu stellen oder die Geschichten zu kommentieren. Die Gespräche, die dabei entstehen, sind, wie die vier Monsterstories, zum schmunzeln schön.

Richtig klasse fand ich auch, dass das Buch so einige wichtige Botschaften vermittelt. Auf eine kindgerechte und monsterhaft gute Weise wird verdeutlicht, dass man an seinen Träumen und Wünschen festhalten und niemals aufgeben sollte. Man kann alles werden, was man möchte, man darf sich einfach nicht von seinem Weg abbringen lassen und muss an sich selbst glauben. Auch das Thema Vorurteile kommt zur Sprache. So realisiert Rhesus, dass Werwölfe nicht immer die bösen Monster sind, die er aus seinem Handyspiel kennt, sondern dass es auch sehr freundliche Werwölfe gibt.

Was dann natürlich auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben darf, sind die fantastischen Illustrationen von Wiebke Rauers. Egal ob die kleinen Zeichnungen von Krabbeltieren, die etwas größeren oder die wenigen doppelseitigen Illustrationen – ich bin von allen farbigen Bildern ganz hin und weg. Sie sind so wunderbar witzig und zuckersüß und schaffen eine ganz besondere, schaurig-schöne Stimmung.



 
Fazit: Ein humorvolles und monströs gutes Lesevergnügen für die ganze Familie! Ich bin eindeutig nicht mit den falschen Erwartungen an „Memento Monstrum“ herangegangen – mir hat es unheimlich viel Spaß gemacht, in dieses Buch abzutauchen und beim Durchschmökern die erstaunlichsten Dinge über Graf Draculas Leben zu erfahren. Jochen Tills witziger Erzählstil ist mal wieder allererste Sahne und die traumhaft schönen Illustrationen von Wiebke Rauers machen dieses Buch zu einem richtigen Schatz. Ihr könnt mir glauben – das wunderhübsche Cover verspricht definitiv nicht zu viel. Mir persönlich war der Spannungsfaktor insgesamt ein klein wenig zu niedrig, aber ansonsten bin ich wirklich einfach nur begeistert von den ziemlich wahren Memoiren von Graf Dracula. Ob Jung oder Alt, ob zum Vor- oder zum Selberlesen – ich kann „Memento Monstrum“ wärmstens empfehlen und vergebe 4,5 – hier gerundet auf 5 von 5 Sternen!








Vielen lieben Dank an den Coppenrath Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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