Dienstag, 24. Juli 2018

[Rezension] Mein Weg aus unsichtbarer Tinte von Kat Yeh

Hardcover
Ab 11 Jahren
288 Seiten
ISBN: 978-3-7348-4717-2
Erschienen: 17.07.2018

Klappentext:
Bea fühlt sich unsichtbar. Ihre beste Freundin will plötzlich nichts mehr mit ihr zu tun haben und ihre Eltern erwarten ein Baby. Wo ist da noch Platz für sie? Um zu verarbeiten, was in ihr vorgeht, schreibt Bea Gedichte – mit Tinte, so unsichtbar wie sie. Doch auf einmal antwortet ihr jemand. Wer steckt dahinter? Ist es ihre beste Freundin, die sich versöhnen will? Der Chefredakteur der Schülerzeitung? Oder doch der Junge, dessen Faszination für Labyrinthe so groß wie Beas Liebe zu Worten ist? Denn Will, mit dem sich Bea gerade angefreundet hat, ist so von den geheimnisvollen Geschichten über das Labyrinth des reichen Mr Leland beeindruckt, dass er es unbedingt einmal selbst sehen möchte. Also fassen Bea und er den Plan, dort heimlich einzubrechen. Als Will dabei verschwindet, setzt Bea alles daran, ihn zu retten. Wird sie den richtigen Weg finden – zu ihm und zu sich?



Rezension:

Die Bücher aus dem Magellan Verlag sind immer etwas ganz Besonderes. Bei einem Blick in die diesjährige Herbstvorschau habe ich ganz große Augen bekommen und packte einen Magellan-Titel nach dem nächsten auf meine Wunschliste. „Mein Weg aus unsichtbarer Tinte“ zählte mit zu meinen Favoriten. In das hübsche Cover hatte ich mich sofort verliebt und auch der Klappentext überzeugte mich auf Anhieb. Hier war ich mir sehr sicher, dass dieses schöne Buch ganz genau das Richtige für mich sein wird.

Unsichtbar sein, ob dies wohl möglich ist? Eigentlich ja nicht, aber Beatrix fühlt sich gerade genau so: Unsichtbar und allein. Seit sie aus dem Urlaub zurückgekehrt ist, ist alles anders. Ihre Eltern erwarten ein Baby und Beas beste Freundin behandelt sie wie Luft. Was ist nur passiert, was hat Bea falsch gemacht, weswegen ihre Freundin plötzlich nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte und nur noch mit den anderen Mädchen rumhängt? Um all das, was sich in Bea aufstaut, zu verarbeiten, beginnt sie Haikus zu schreiben. Haikus sind eine japanische Gedichtsform, die eine bestimmte Silbenzahl besitzen, sodass kein Wort zu viel verwendet werden darf. Bea liebt diese Art von Gedichten und schreibt diese auch auf eine ganz besondere Weise auf: Mit unsichtbarer Tinte. Auf kleinen Zetteln notiert sie ihre Haikus und versteckt sie an einen geheimen Ort, den nur sie kennt. Zumindest dachte sie, dass nur sie von diesem Versteck weiß. Denn eines Tages entdeckt Bea, dass ihr jemand geantwortet hat. Leider hat derjenige keinen Namen hinterlassen. Wer steckt nur hinter dem geheimnisvollen Briefeschreiber? Als wenn sie dies nicht schon genug durcheinander bringen würde, trifft sie auf den merkwürdigen Jungen Will. Auch Will ist anders und scheint ein Leben in Unsichtbarkeit zu führen. Und er ist ebenfalls auf der Suche – er möchte herausfinden, wie man in das Leland-Labyrinth gelangt, welches sich ganz in ihrer Nähe befindet und angeblich von gefährlichen Killerhunden bewacht werden soll. Bea und Will versuchen gemeinsam mehr über das Labyrinth herausfinden. Dabei verliert Bea ihr eigentliches Ziel aber nicht aus den Augen: In Erfahrung zu bringen, wer ihr diese rätselhaften Briefe schreibt. Die beiden Kinder stürzen sich zusammen in ein aufregendes Abenteuer und stoßen dabei auf weitere Menschen, die ihnen auf ihrem Weg behilflich sein werden.

Zurzeit lese ich wirklich ein tolles Buch nach dem nächsten, so macht das Lesen Spaß! Auch „Mein Weg aus unsichtbarer Tinte“ konnte mich hellauf begeistern. Hier ist Kat Yeh ein ganz wundervolles Jugendbuch gelungen, welches definitiv nicht nur optisch etwas Besonderes ist; auch das, was einen zwischen den Buchdeckeln erwartet, ist wunderschön.

Unsere Protagonistin ist das Mädchen Beatrix, kurz Bea, die außergewöhnlich ist, und zwar in vielen Dingen. So besitzt sie ein großes Talent fürs Gedichte schreiben und weiß, wie man mit Worten umgeht. Zumindest auf dem Papier. Bea ist eher schweigsam und zieht sich vor anderen sehr zurück. Immer war dies aber nicht der Fall. Vor ihrem Urlaub, als noch alles okay war, hatte Bea eine allerbeste Freundin, mit der sie herumgealbert und Spaß gehabt hat. Bea ist in vielen Dingen einfach anders als ihre Mitschüler und wie das leider oft der Fall ist, werden diejenigen, die anders sind und dadurch auffallen, von ihren Mitmenschen gemieden, geärgert und ausgegrenzt. Ich habe sehr mit Bea mitgelitten und die ganze Zeit über zutiefst gehofft, dass sie und ihre beste Freundin wieder zueinander finden werden.

Neben Bea haben mir auch die vielen Nebencharaktere sehr gut gefallen. So mochte Beas Eltern auf Anhieb richtig gerne. Beide sind sie Künstler, die Mutter malt Bilder, der Vater ist ein erfolgreicher Comiczeichner. Beide sind sie richtig locker drauf und finden es überhaupt nicht schlimm, wennihre Tochter mal keine Lust auf Schule hat. Solche Eltern wünschen sich wohl viele Kinder. ;) Allerdings haben Beas Eltern meistens nur ihre Kunst im Kopf, sodass sie ihre Tochter öfters sehr vernachlässigen.

Weitere Figuren, die wir kennenlernen dürfen und die eine wichtige Rolle spielen werden, sind zum Beispiel noch der Junge Will, der ebenfalls anders ist. Will liebt es, Listen anzulegen. Was er hasst, sind Veränderungen. Wie Bea habe ich Will sofort richtig lieb gewonnen und musste über sein doch recht eigenwilliges Verhalten des öfteren sehr schmunzeln.

Das Buch erzählt eine sehr berührende und gefühlvolle Geschichte, die zum Nachdenken anregt und einen mitleiden lässt. Durch die liebenswerten Charaktere mit ihren vielen Eigenarten gibt es für uns Leser aber auch immer wieder Gründe zum Lächeln. Auch am Rumrätseln ist man immerzu, da man wie Bea unbedingt wissen möchte, wer der geheimnisvolle Briefeschreiber ist. Momente zum Mitfiebern gibt es natürlich auch, denn das Abenteuer, auf welches Bea sich einlässt und bei dem Labyrinthe eine große Rolle spielen werden, stellt sich als nicht ungefährlich heraus.

Mir hat das Buch wundervolle Lesestunden beschert. Ich liebe solche Bücher, die von der Handlung her eher ruhig sind, die einen sehr nachdenklich stimmen und einen mitten ins Herz treffen. Mir tat Bea anfangs unendlich leid getan, da sie auf mich so einen verlassenen und traurigen Eindruck gemacht hat. Dann aber lernt sie neue Menschen kennen, die sie nicht wegen ihres Andersseins verurteilen und ihr aus ihrer Einsamkeit heraushelfen. Beas Geschichte zeigt sehr schön, dass es immer jemanden gibt, mit dem man sich gut versteht und mit dem man zusammen seinen Weg gehen kann.

Fazit: Berührend, herzerwärmend und wunderschön! Mit „Mein Weg aus unsichtbarer Tinte“ ist Kat Yeh ein ganz zauberhaftes Jugendbuch gelungen, welches eine wundervolle Geschichte über Freundschaft und das Anderssein erzählt. Mich konnte das Buch hellauf begeistern und ich kann es jedem, der auf der Suche nach etwas Besonderem und Außergewöhnlichem ist, absolut empfehlen. Nicht nur Kindern und Jugendlichen - auch erwachsene Suchende werden mit diesem schönen Buch fündig werden. Und auch denjenigen, die Haikus und Labyrinthe mögen und sich wie Bea Playlists anlegen, damit man seine eigene Hymne findet, die einem auf seinen Weg begleitet – auch denjenigen kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!





Vielen lieben Dank an den Magellan Verlag, der mir dieses schöne Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

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