Donnerstag, 25. März 2021

[Rezension] Mia und die aus der 19 - Alpaka Zirkus von Nicole Mahne

Hardcover
 
Illustriert von Kai Schüttler
Ab 8 Jahren
176 Seiten
ISBN: 978-3-96594-089-5
Erschienen: 26.02.2021

Klappentext:

Was macht das Alpaka in der Senioren-WG?
Herr Rippel, einer der Bewohner aus der betreuten Senioren-WG in Mias Straße, taucht plötzlich mit einem Alpaka im Schlepptau auf. Hat er das Tier etwa entführt? Vielleicht aus dem Zirkus, der gerade in der Stadt gastiert? Drittklässlerin Mia und ihre Freundin Jil ermitteln im Zirkuszelt. Gar nicht so einfach, denn der vorlaute Zirkusjunge Jerome und sein Äffchen funken ihnen immer wieder dazwischen. Und wer hat sämtliche Zirkusplakate mit schwarzer Farbe vollgesprüht?

Quelle: Südpol Verlag

Rezension:

Da mir „Mia und die aus der 19“ so gut gefallen hat, war meine Freude groß als ich hörte, dass dieses Jahr endlich eine Fortsetzung von Nicole Mahnes Kinderbuchdebüt erscheinen wird. Da stand für mich natürlich sofort fest, dass ich sie unbedingt lesen muss.

Huch, was ist denn das? Der Herr Rippel, einer der Bewohner aus der betreuten Senoiren-WG aus Haus Nummer 19, hat ein strubbeliges weißes Etwas mit nach Hause gebracht: Ein Alpaka! Aber woher kommt es bloß? Hat Herr Rippel das Alpaka etwa entführt? Da aus ihm nicht groß was herauszubekommen ist, müssen Mia und ihre beste Freundin Jil selbst in Erfahrung bringen, von wo das Alpaka stammt. Ob es vielleicht in dem Zirkus zu Hause ist, der gerade in der Stadt gastiert? Die beiden Freundinnen beginnen zu ermitteln, doch anstatt Antworten zu erhalten, stoßen sie nur auf weitere mysteriöse Vorkommnisse. Irgendjemand besprüht die Zirkusplakate mit schwarzer Farbe. Wer steckt dahinter?

Mit „Mia und die aus der 19“ hat Nicole Mahne im vergangenen Jahr ein wirklich ein ganz bezauberndes Debüt hingelegt, mit welchem sie mich komplett überzeugen konnte. Von der Fortsetzung habe ich mir dementsprechend recht viel erhofft und tja, was soll ich sagen, meine Erwartungen wurden vollkommen erfüllt.

Nicole Mahne ist in meinen Augen auch mit dem zweiten Band ein wundervolles Kinderbuch geglückt, welches genauso turbulent, unterhaltsam und wortwitzig ist wie der Vorgänger. Auch „Alpaka Zirkus“ beschert uns eine tolle Detektivgeschichte voller Spannung, Spaß und Liebreiz und lässt an keiner Stelle Langeweile aufkommen. Ich, als Erwachsene, habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und es für meinen Geschmack viel zu schnell wieder beendet.

Ehe ich euch weiter berichte, warum mir die Fortsetzung so gut gefallen, kurze Info an alle, die den ersten Teil nicht kennen: Meiner Ansicht nach sollte es kein Problem sein, wenn man ohne Vorwissen in den Folgeband eintaucht. Die Bände bauen zwar etwas aufeinander auf, erzählen aber in sich abgeschlossene Detektivfälle. Zudem werden uns die Figuren von Mia noch einmal kurz vorgestellt. Ich denke daher, dass man die Bücher sehr gut unabhängig voneinander lesen kann, empfehle allerdings dennoch, die chronologische Reihenfolge einzuhalten.

Für mich, als Nicht-Neuling, hieß es auf lauter liebgewonnene Charaktere wiederzutreffen. Die aufgeweckte Mia, ihre beste Freundin Jil, die schrulligen Senioren aus der Nummer 19 – alle sind sie wieder mit von der Partie, was mich tierisch gefreut hat. Ich liebe diese schräge Truppe einfach. Alle haben sie so ihre skurrilen Eigenarten und liebenswerten Besonderheiten, mit denen sie uns Leser*innen immerzu ein breites Lächeln ins Gesicht zaubern. Da wäre zum Beispiel Mia, unsere Hauptprotagonistin. Mit ihr hat die Autorin eine wunderbare Buchheldin erschaffen. Mia ist pfiffig, abenteuerlustig und sympathisch und besitzt so eine hinreißend kindliche Unbefangenheit. Wir erfahren erneut alles aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive und wie schon im Vorgänger, so bin ich auch dieses Mal total verzückt von der authentischen Art und Weise, wie uns Mia die Geschichte erzählt.

Auch die vielen weiteren Charaktere fand ich wieder großartig – allen voran unsere „schrägen Vögel“ aus der Nummer 19. Diese alten Herrschaften sind echt der Knaller, sag ich euch. Man muss sie einfach alle gernhaben. Mein persönlicher Star ist nach wie vor Herr Rippel, der stets eine Schwimmbrille auf dem Kopf trägt und einen Joghurtlöffel um den Hals hängen hat. Der Herr Rippel ist schon echt etwas verrückt und sonderbar…auf eine sehr, sehr liebenswürdige Weise.

Von den neu eingeführten Gesichtern bin ich ebenfalls ganz angetan. Da es uns in diesem Band in den Zirkus Lamberti verschlägt, haben wir das große Vergnügen ein paar Zirkusleute kennenzulernen. Den vorlauten Jungen Jerome beispielsweise, und sein putziges kleines Totenkopfäffchen Bo. Die Szenen mit Jerome und Mia haben mir besonders gut gefallen. Mia kann diesen Zirkusjungen zunächst nicht so gut riechen, müsst ihr wissen, und die Dialoge, die bei ihren Aufeinandertreffen entstehen, haben mich öfters breit schmunzeln lassen.

Ja, ihr merkt vermutlich gerade, das Buch sprüht wirklich nur so vor Witz und Charme. Die Geschichte ist einfach der reinste Gute-Laune-Macher.

Neben dem Humor und der Situationskomik kommt aber natürlich auch die Spannung nicht zu kurz. Woher hat der Herr Rippel nur das Alpaka? Stammt es vielleicht aus dem Zirkus? Und apropos Zirkus: Wer besprüht bloß die ganzen Zirkusplakate mit schwarzer Farbe?
Wie die Antworten auf die Fragen lauten, werde ich hier selbstverständlich nicht verraten. Wenn ihr die gerne haben möchtet, müsst ihr das Buch schon selbst lesen - was ihr unbedingt tun solltet! Wenn ihr Detektivfans seid, gerne in Kinderkrimis abtaucht und auf erfrischend ausgefallene Figuren steht, werdet ihr von „Mia und die aus der 19“ garantiert genauso verzaubert sein wie ich.

Empfohlen wird auch dieser Band für Mädchen und Jungen ab 8 Jahren und dem schließe ich mich an. Für 8-jährige Kinder, die schon geübte Leser*innen sind, bietet sich das Buch ideal zum Selberlesen an. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, die Schrift hat eine angenehme Größe und die Kapitel sind schön kurz. Zum Vorlesen eignet sich das Buch meinem Empfinden nach ab etwa 6 Jahren. Kinder ab diesem Alter sollte der Handlung mühelos folgen können und auch die Werte und Botschaften verstehen, die sie enthält.

Wie der erste Teil, so beschert uns auch der zweite nicht nur einen aufregenden Kriminalfall, sondern vermittelt auch wichtige Themen wie Freundschaft, Toleranz und das Miteinander von Generationen. Ich fand es erneut herzerwärmend schön zu sehen, wie sehr sich Mia und Jil für die „schrägen Vögel“ aus der 19 interessieren und was für eine tolle Beziehung sie zueinander haben.

Richtig gut gefallen hat mir in diesem Band auch, dass wir einen sehr interessanten Einblick ins Zirkusleben erhalten und ein bisschen was über Alpakas erfahren.

Was dann auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben darf, sind die humorvollen schwarz-weiß Illustrationen von Kai Schüttler. Jeder Kapitelanfang wird von einer Zeichnung begleitet und auch in den Kapiteln gibt es ein paar Bilder. Mir haben die Illustrationen erneut unheimlich gut gefallen. Kai Schüttler ist es erneut perfekt und auf eine sehr vergnügliche Weise gelungen, die Personen und ihre verschiedenen Eigenschaften in Szene zu setzen. Besonders klasse fand ich wieder die Zeichnungen von Herrn Rippel. Beim Betrachten seiner (leicht dümmlichen) Mimik komme ich aus dem Schmunzeln meist gar nicht mehr heraus, hihi.

Fazit: Superlustig, mitreißend und charmant - ein herrliches Lesevergnügen für Groß und Klein!

Nicole Mahne hat mit „Alpaka-Zirkus“ einen zauberhaften Folgeband aufs Papier gebracht, der wie sein Vorgänger ein aufregendes und höchst amüsantes Detektivabenteuer ab 8 Jahren erzählt und mit viel Wärme wichtige Themen und Werte vermittelt wie Toleranz und Freundschaft. Mir hat es total viel Spaß gemacht, Mia, Jil und die kauzigen Senioren aus der 19 auf ihren neuen Ermittlungen zu begleiten und ich würde mich sehr über ein weiteres Wiedersehen mit ihnen freuen. Ich kann „Mia und die aus der 19 - Alpaka-Zirkus“ nur empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen!
 
 
 





 
Vielen lieben Dank an den Südpol Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

 

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