Freitag, 22. Mai 2020

[Rezension] Waena - Der Ruf der Brandung von Antje Herden

Hardcover
Ab 12 Jahren
320 Seiten 
ISBN: 9783748800293 
Erschienen: 31.01.2020

Klappentext:
Für Moana gibt es nichts Schöneres als zu surfen. Aber in ihren Träumen findet sie sich neuerdings in einer geheimnisvollen Unterwasserwelt wieder, statt auf den Wellen zu reiten. Und im echten Leben scheint auf einmal etwas zwischen ihr und ihrem besten Freund zu stehen. Auch in der Zweier-WG mit ihrer Mutter kriselt es. Was ist da los? Pubertät? Es gibt ein viel schöneres Wort dafür: Waena - das Dazwischen. Was das wirklich bedeutet, erfährt Moana allerdings erst, als sie den faszinierenden Keanu kennenlernt. Er ist ihr sofort seltsam vertraut - und er träumt auch von der Unterwasserwelt! Die beiden gehören zusammen, wenn auch auf ganz andere Weise, als sie zunächst glauben ...

Quelle: Dragonfly Verlag


Rezension:

Da ich die Bücher von Antje Herden unglaublich gerne lese und Geschichten, die von magischen Unterwasserwelten handeln, über alles liebe, habe ich mich auf „Waena“ riesig gefreut. Der Klappentext klang einfach nur mega gut und von dem traumhaft schönen Cover war ich auf den ersten Blick ganz hin und weg. Ich liebe dieses Cover! Es schimmert so zauberhaft, wenn man es ins Licht hält und die Farben sind so wunderhübsch! Ich war nun sehr gespannt, ob mich auch das, was zwischen den umwerfenden Buchdeckeln schlummert, genauso begeistern wird die gelungene äußere Aufmachung.

Seit ihrem 14. Geburtstag hat Moana regelmäßig äußerst sonderbare und sehr realistische Träume, in denen sie sich in einer geheimnisvollen Unterwasserwelt befindet. Was hat es mit diesen Träumen nur auf sich? Moana hatte schon immer eine besondere Beziehung zum Meer, lebt zusammen mit ihrer Mutter aber leider weit weg vom Ozean in einer Stadt in Deutschland. Moana muss sich daher mit regelmäßigen Besuchen im Aquarium zufriedengeben. Seltsamerweise sprechen dort auf einmal die Fische zu ihr. Wie kann das sein? Auch sonst ereignen sich in Moanas Leben plötzlich ständig sehr seltsame Dinge und ihre Sehnsucht nach dem Meer wird immer größer. Was das alles zu bedeuten hat, erfährt Moana erst, als der faszinierende Keanu in das Haus gegenüber einzieht. Obwohl sie ihm noch nie begegnet ist, kommt er ihr merkwürdig vertraut vor. Als Keanu ihr verrät, dass auch er von der Unterwasserwelt träumt, versuchen die beiden gemeinsam herauszufinden, was sie verbindet.

Ich muss gestehen, dass ich hier nicht so wirklich das zu lesen bekommen habe, was ich erwartet habe. Ich hatte mit zahlreichen geheimnisvollen Unterwasserszenen und jeder Menge Magie und Fantasie gerechnet. Vermutlich bin ich aufgrund des Covers und des Titels „Der Ruf der Brandung“ davon ausgegangen, dass mir „Waena“ eine sehr fantasiereiche Meerjungfrauengeschichte bescheren wird. Dem war aber nicht so. Schlecht fand ich das Buch nun nicht, insgesamt hat mir es nette Lesestunden bereitet, aber vollkommen überzeugen konnte es mich leider nicht. In meinen Augen wurde eine echt coole Idee nur mittelmäßig gut umgesetzt.

Mit wem ich teilweise leider so Probleme hatte, ist unsere Hauptprotagonistin Moana, genannt Mo. Wir erfahren alles aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive und obwohl sie mir sympathisch war, ist es mir einfach nicht gelungen, komplett zu ihr durchzudringen. Irgendwie hatte Mo etwas an sich, was mich gestört hat. Ich kann nur gar nicht so richtig sagen, was genau es nun war. Vielleicht ihr Verhalten? Mo verhält sich wie so ein typischer Teenager, was ich für ihre 14 Jahre zwar als sehr authentisch empfunden habe, was ich persönlich auf Dauer nur etwas anstrengend fand. Man merkt doch sehr, dass es sich bei „Waena“ um ein Buch für junge Leser ab ca. 11 Jahren handelt, da es sehr viel um Teenagergedöns geht.
Was mich ebenfalls irgendwann ziemlich genervt hat, waren die kindischen Spitznamen von Mos Mutter für ihre Tochter. Motte-Karotte, Popottchen… - ist ja eigentlich eine sehr süße und liebevolle Idee, aber für ein 14-jähriges Mädel fand ich diese Namen ein wenig albern.

Wer mir von den Figuren eindeutig am besten gefallen hat, ist Mos bester Freund Herr Meier. Herrn Meier fand richtig spitze und lustig. Ich meine, allein schon, dass sich ein 15-jähriger Herr Meier nennt ist doch total ulkig, oder? :D
Ein wenig merkwürdig ist Mos bester Freund zwar schon irgendwie - er ist definitiv kein normaler 15-jähriger Jugendlicher - aber gerade das fand ich so klasse an ihm. Herr Meier ist so wunderbar schrullig und erfrischend anders.
Ein Charakter, der mir ebenfalls richtig gut gefallen hat, ist Keanu. Seine mysteriöse, zugleich aber ungemein liebenswerte und charmante Art hatte es mir sofort angetan.

Bezüglich der Handlung habe ich euch ja bereits erzählt, dass ich mit der Umsetzung nicht ganz so glücklich bin. Die Story war einfach nicht so, wie von mir erwartet. So hat mich zum Beispiel sehr erstaunt, dass die Geschichte in Deutschland spielt. Ich persönlich hatte mit einem ganz anderen, deutlich exotischerem Setting gerechnet.
Was auch nicht immer so meins war, ist die Erzählweise. Mir war die Handlung stellenweise ein bisschen zu verwirrend und chaotisch und leider hat es mir manchmal auch etwas an Spannung gefehlt. Ich bin zwar gelegentlich ins Mitfiebern und Miträtseln geraten, aber es gab für mich auch so einige Szenen, die ich ein wenig langweilig fand. Dank des lockeren, jugendlichen Schreibstils und den schön kurzen Kapiteln hat sich das Buch für mich aber dennoch sehr flott und angenehm lesen lassen, sodass mich die leichten Längen letztendlich gar nicht so sehr gestört haben.

Das Ende hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits fand ich es toll, da mich die Auflösung sehr überrascht hat, andererseits konnte es mich aber nicht so zufriedenstellen, weil es so schnell und abrupt kam. Es wird zwar am Ende alles aufgeklärt, aber irgendwie hatte ich dennoch das Gefühl, das etwas fehlt. Ein paar Seiten mehr hätte ich nicht schlecht gefunden.

Fazit: Dieses Buch zu bewerten fällt mir nicht leicht. Eigentlich fand ich es nicht schlecht, aber da ich mit einer ziemlich anderen Story gerechnet habe, hat mich „Waena – Der Ruf der Brandung“ leider doch etwas enttäuscht. Ich bin irgendwie nicht davon ausgegangen, dass das Buch so viel von Teenagerkram und Pubertät handeln wird und nur recht wenig von magischen Unterwasserwelten. Da hatte ich aufgrund des großartigen Covers und des Titels etwas anderes erwartet. Trotz der überraschend anderen Geschichte und meiner Kritikpunkte hat mir „Waena – Der Ruf der Brandung“ aber ein sehr nettes Leseerlebnis beschert. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen!





Vielen lieben Dank an den Dragonfly Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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