Freitag, 16. August 2019

[Rezension] Familie Flickenteppich 1: Wir ziehen ein von Stefanie Taschinski

Hardcover
Mit farbigen Illustrationen von Anne-Kathrin Behl
Ab 8 Jahren
217 Seiten
ISBN: 978-3-7891-0969-0
Erschienen: 22.07.2019

Klappentext:
Emma und ihre Familie sind die Neuen in der Nummer 11! Aber viel spannender wäre es doch, wenn alle Nachbarn zusammen eine große Familie wären – wie bei einem Flickenteppich. Gesagt, getan! So wird aus der alten Frau Becker einfach Oma Becker und Emmas Papa wird zum Papa für alle Kinder im Haus. Nur ein Nachbar will bei Familie Flickenteppich nicht mitmachen: der mysteriöse Graf aus dem Erdgeschoss! Aber es wäre doch gelacht, wenn Familie Flickenteppich dem Geheimnis des unsichtbaren Nachbarn nicht gemeinsam auf die Spur kommen würde!



Rezension:

Als ich das erste Mal über Familie Flickenteppich gestolpert bin, wusste ich sofort: Das Buch muss ich unbedingt lesen! Der Klappentext überzeugte mich auf Anhieb und bei dem farbenfrohen Cover war es bei mir Coverliebe auf den ersten Blick. Von Stefanie Taschinski habe ich zudem schon so einige Kinderbücher gelesen, die mich allesamt hellauf begeistern konnten. Die kleine Dame zum Beispiel oder Funklerwald. Der Auftakt zu ihrer neuen Kinderbuchreihe wanderte daher schleunigst auf meine Wunschliste.

Da Mama Engl ihre Familie verlassen hat und auf großer Tournee in Australien ist und der Vater fortan alles alleine hinkriegen muss, können Papa Engl und die drei Geschwister Ben, Emma und Jojo leider nicht mehr in ihrem alten Zuhause wohnen bleiben. Die vier ziehen also um und werden in der Hausnummer 11 ein neues Kapitel aufschlagen. Neben der Wohnung von Familie Engl gibt es noch fünf weitere in dem roten Backstein mit den weißen Fenstern. Bis auf das unfreundliche Ehepaar Neumann (absolute Erbsenzähler sind das!) sind zum Glück alle Nachbarn total lieb und hilfsbereit. Mit den Zwillingen Tarek und Aylin werden sich die achtjährige Emma und der zehnjährige Ben sehr schnell anfreunden und gemeinsam lauter tolle Abenteuer erleben. Zusammen werden sie versuchen, hinter das Geheimnis des Grafen zu kommen. Der Graf wohnt im Erdgeschoss der Nummer 11, aber merkwürdigerweise bekommt ihn nie jemand zu Gesicht! Sehr seltsam. Gewitzt und mutig wie die Kinder aber sind, werden sie diesen spannenden Fall ganz bestimmt lösen. Oder?

Stefanie Taschinski ist mit dem ersten Band von Familie Flickenteppich ein absolut bezauberndes Kinderbuch gelungen. Ich habe mich schon nach den ersten Seiten in diese süße Geschichte und die vielen liebenswerten Charaktere verliebt. In dem Buch wimmelt es wirklich nur so vor sympathischen Figuren und lauter warmherzigen Momenten, sodass man sich beim Lesen rundum wohlfühlt.

Erzählt wird hier alles aus der Sicht der 8-jährigen Emma in der Ich-Perspektive. Emma habe ich sofort ganz fest in mein Herz geschlossen. Sie ist so ein liebes und fröhliches Mädchen. Man kann als Leser wirklich gar nicht anders, man muss Emma einfach gernhaben.
Bei den anderen Kindern gilt aber dasselbe: Ob Emmas großer Bruder Ben, ihre kleine, super niedliche Schwester Jojo, die Zwillinge Tarek und Aylin oder Bens neuer Klassenkamerad Freddy – sie sind allesamt total liebenswürdig und wirken so wunderbar authentisch.
Das ist ein Punkt, der mir ganz besonders gut gefallen hat: Die Charaktere, die Geschichte – alles wirkt so schön aus dem Leben gegriffen und so echt. Verstärkt wird dies noch durch den tollen, kindlichen Schreibstil. Stefanie Taschinski ist es in meinen Augen erstklassig gelungen, aus der Sicht einer Achtjährigen zu schreiben. Emmas Gefühle und Gedanken werden großartig dargestellt, sodass man sich problemlos in sie hineinversetzen und alles jederzeit vollkommen nachvollziehen kann.
Vor allem Emmas großer Kummer bezüglich ihrer Mutter wird sehr einfühlsam beschrieben. Mir tat Emma unendlich leid, dass sie so darunter leidet, dass ihre Mama die Familie verlassen hat. Durch ein Skype-Gespräch lernen wir Frau Engl auch noch kurz kennen und irgendwie war sie mir überhaupt nicht sympathisch. Da mag ich den Vater von Ben, Emma und Jojo viel, viel lieber!

Herr Engl ist ein total lieber Kerl und wundervoller Vater. Allerdings muss er seine Kinder leider oft alleine lassen. Er muss schließlich arbeiten gehen, damit die Familie genug Geld hat.

Gott sei Dank leben in der Nummer 11, dem neuen Zuhause von Familie Engl, viele großartige Menschen, die jederzeit bereit sind zu helfen. Die Mutter von Tarek und Aylin, die gutmütige alte Frau Becker, die zwei Frauen Doris und Stella - alles total herzliche und hilfsbereite Menschen. Leider wohnen in der Nummer 11 aber auch zwei nicht so nette Menschen: Das Ehepaar Neumann, auch bekannt als die Erbsenzähler. Richtig unfreundlich sind die. Bis auf diese beiden Miesepeter schließt man aber wirklich die gesamte Nummer 11 sofort ins Herz. Der Zusammengehalt in diesem Haus ist einfach klasse! Mitzuerleben wie aus den Bewohnern der Nummer 11 eine Art kunterbunte Familie wird, eine „Flickenteppich-Familie“ eben – ist so herzerwärmend schön!

Neben den einzigartigen Charakteren haben mir auch die vielen aufregenden und witzigen kleinen Abenteuer der Kinder wahnsinnig gut gefallen. Man erlebt mit ihnen einfach so viele herrliche Dinge - Langeweile kommt hier an keiner Stelle auf. Man möchte gar nicht mehr aufhören mit dem Lesen, ist durchweg am Mitfiebern und immerzu am Schmunzeln.

Was hier für besonders viel Spannung sorgen wird, ist das große Geheimnis um den Grafen. Er lebt im Erdgeschoss, aber seltsamerweise bekommt ihn nie jemand zu Gesicht. Gibt es ihn eigentlich wirklich? Aber wenn ja, wieso zeigt er sich nie? Sehr merkwürdig. Ob die Kinder wohl gemeinsam hinter das Rätsel dieses mysteriösen Nachbars kommen werden? Nun, das werde ich hier natürlich nicht verraten, da müsst ihr das Buch schon selber lesen. ;)

Ich kann den ersten Band von Familie Flickenteppich wirklich nur empfehlen. Er erzählt eine so zauberhafte Geschichte über Familie, Freundschaft, Zusammenhalt und Hilfsbereit. Besonders die Beschreibungen der innigen Freundschaft von Emma und Aylin haben mir richtig das Herz erwärmt. Und die Zusammentreffen mit Oma Becker fand ich auch super! Oma Becker ist einfach spitze. Als großer Vogelfreund hat es mich übrigens sehr gefreut, dass die liebe Oma Becker Besitzerin von zwei Vögeln ist. :D

Zum Vorlesen bietet sich das Buch prima an; zum Selberlesen würde ich es für Mädchen und Jungen ab etwa 8 Jahren empfehlen. Die Schrift ist recht groß, der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und die Kapitel sind angenehm kurz. Wer schon etwas geübter ist im Lesen, sollte hier keine Probleme beim Durchschmökern haben. 

Was dann auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben darf, sind die farbenfrohen Illustrationen von Anne-Kathrin Behl. Mir haben sie richtig gut gefallen, sie sind total süß und wunderhübsch und harmonieren perfekt zur Geschichte.

Fazit: Ein ganz wundervolles Kinderbuch, welches total gute Laune und große Lust auf mehr macht! Mir hat das erste Abenteuer von Familie Flickenteppich unheimlich gut gefallen. Ich bin richtig verliebt in die warmherzige Geschichte, die wunderbaren Charakteren und die süßen Illustrationen. Wer gerne Bücher im Stil der Möwenweg-Reihe von Kirsten Boie liest, sollte Familie Flickenteppich in meinen Augen unbedingt kennenlernen! Ob zum Vor- oder zum Selberlesen, ob Jung oder Alt, ich kann diesen schönen Reihenauftakt wärmstens empfehlen! Ich bin begeistert und vergebe gerne volle 5 von 5 Sternen! 







Vielen lieben Dank an den Oetinger Verlag für dieses wunderschöne Buch und dass ich bei der Leserunde auf Lovelybooks dabei sein durfte! 
 

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