Samstag, 6. April 2019

[Rezension] Songbird von Anna Rosina Fischer

Klappenbroschur
432 Seiten
ISBN: 978-3-492-70508-0
Erschienen: 01.03.2019

Klappentext:
Ella und Sam kennen sich schon ewig, als sie sich endlich eingesteht, dass er ihr mehr bedeutet als alles andere. Zu dumm nur, dass Sam der beste Freund ihres großen Bruders ist. Und dass er ausgerechnet jetzt eine Stelle als Referendar fürs Lehramt antritt – an ihrer Schule. Und dann ist da noch diese Sache mit Milo … Völlig überfordert von ihren Gefühlen setzt Ella ihre eigene Gesundheit gefährlich aufs Spiel und verletzt damit nicht nur sich selbst. Songbird ist so romantisch, chaotisch, witzig und tieftraurig wie die echte, ganz große Liebe.

Quelle: Piper Verlag


Rezension:

Ist das Cover nicht wunderschön? Also bei mir war es große Coverliebe auf den ersten Blick. Auch der Klappentext sprach mich direkt an. Da mich zudem eine andere Bloggerin extrem neugierig auf das Buch gemacht hatte, stand für mich sehr schnell fest: Songbird möchte ich unbedingt lesen!

Ella und Sam kennen sich schon gefühlte Ewigkeiten und sind schon fast so etwas wie Geschwister füreinander. Ella aber empfindet schon seit langem mehr für Sam. Das Blöde ist nur: Sam ist der beste Freund ihres großen Bruders. Und als wäre das nicht schon kompliziert genug, wird Sam ausgerechnet an Ellas Schule eine Stelle als Referendar antreten und den Sportkurs übernehmen, den Ella belegt hat. Das alleine stürzt Ella schon in ein Gefühlschaos, aber dann ist da ja auch noch die Sache mit Milo...Ella ist vollkommen überfordert und beginnt damit, ihre eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Niemand scheint zu bemerken, dass sie immer weniger wird, bis auf Sam. Er und Ella sind füreinander bestimmt, das spüren beide. Ob sie wohl, trotz der vielen Hindernisse, die es zu überwinden gilt, zueinander finden werden?

In meinen Augen ist Anna Rosina Fischer mit Songbird ein wundervolles Debüt gelungen. Ich war hier beim Lesen richtig am Staunen, dass das Buch tatsächlich das erste Werk der Autorin ist. Der Schreibstil ist einfach nur klasse, ich liebe ihn. Er liest sich so schön und super angenehm. Bei mir flogen die Seiten wirklich nur so dahin und stellenweise konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, da ich von der Handlung so gefesselt war.
Es gab eigentlich nur einen Punkt, der mir gar nicht gefallen hat, deswegen werde ich hier leider keine 5 Sterne vergeben können.

Ich komme einfach mal zuerst zu meinem negativen Kritikpunkt. Da dieses Thema im Klappentext nicht genauer benannt wird und ich niemanden spoilern möchte, werde ich den folgenden Absatz jetzt als Spoiler kennzeichnen.

>SPOILER<
Die Protagonistin Ella, aus deren Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren, leidet an einer Essstörung, genauer gesagt an Magersucht. Beim Namen wird die Krankheit zwar nie genannt, aber es ist offensichtlich, dass Ella ein massives Essproblem hat und immer weniger wird. Die Krankheit steht hier nicht im Vordergrund der Handlung, der Fokus liegt auf der Liebesgeschichte von Ella und Sam. Ich fand es daher okay, dass auf die Krankheit nicht allzu sehr eingegangen wird, wobei ich mir da schon ein paar Details gewünscht hätte. Obwohl wir alles aus Ellas Sicht erfahren, bekommen wir dennoch keine wirklich genauen Gründe geliefert, warum genau Ella sich so zu Tode hungert. Denn das tut sie und da kommt jetzt mein großer Kritikpunkt: Ich fand es einfach nur schlimm, dass niemand in Ellas Umfeld zu merken scheint, wie schlecht es Ella geht. Außer Sam. Er ist der Einzige, der Ella darum bittet, doch bitte endlich mehr zu essen. Aber sonst? Das habe ich einfach nicht verstanden. Wieso merken Ellas beste Freunde und vor allem ihre Eltern nichts? Sie meinen zwar öfters, dass Ella ja so dünn geworden sei, aber etwas dagegen unternehmen tun sie nicht. Okay, Ella ist 18 und kann selbst über ihr Leben bestimmen, aber trotzdem. Mir hat das wirklich gar nicht gefallen, dass Ellas Eltern ihrer Tochter einfach so dabei zusehen, wie sie hungert und immer schwächer und weniger wird. Ich finde, diesen Punkt hätte die Autorin anders angehen sollen, vor allem auch deswegen, da es sich hier um ein Jugendbuch handelt.
>SPOILER ENDE<

So, das war aber auch mein einziger Grund zum meckern. Ansonsten kann ich nur sagen: Richtig, richtig gut! Den tollen Schreibstil habe ich ja bereits erwähnt, von diesem bin ich wirklich begeistert. Was mir auch sehr gut gefallen hat, sind die vielen liebenswerte Charaktere. Mit Ella, muss ich gestehen, bin ich nicht hundertprozentig warm geworden, aber sympathisch war sie mir dennoch. Was genau mich an Ella gestört hat, kann ich noch nicht mal so wirklich sagen. Mir hat manchmal einfach etwas der Zugang zu ihr gefehlt.

Was mir in Songbird tatsächlich besser gefallen hat, waren die Nebencharaktere und nicht die Protagonistin. Auch wenn mich die Eltern bezüglich des Nichtbeachtens der Probleme ihrer Tochter echt aufgeregt haben, mochte ich sie dennoch sehr gerne. Ellas Eltern sind so witzig! Irgendwie sind sie noch so richtige Kinder, ich habe mich stellenweise köstlich über sie amüsiert. Die zwei sind einfach total süß zusammen. :D

Wen ich sofort in mein Herz geschlossen habe, ist Ellas großer Bruder Kurt. Er ist so ein Bruder, den ich mir schon immer gewünscht habe.
Ellas Freunde Milo und Emma mochte ich ebenfalls unheimlich gerne. Emma ist so herrlich quirlig und Milo fand ich einfach nur Zucker.

Auch Sam hat mein Herz im Sturm erobert. Da hätte ich es eigentlich ganz schön gefunden, wenn wir auch aus seiner Sicht ein paar Kapitel zu lesen bekommen hätten. Vermutlich hätte ich ihn dann sogar noch lieber gewonnen.

Was zu meinen Highlights zählte, war der Humor. Der war absolut meiner, ich hatte hier eine Menge Gründe zum Schmunzeln. Die Dialoge waren teilweise so schön schlagfertig, so etwas liebe ich! Allerdings ist das Buch natürlich nicht nur lustig. Nein, ganz und gar nicht. Es ist auch ziemlich ernst und spricht eine Menge schwerer Themen an. Auf Ellas Probleme bin ich ja bereits in meinem Spoiler-Absatz eingegangen, es kommen allerdings auch noch andere Themen zur Sprache, die der Handlung sehr viel Tiefe und Ernsthaftigkeit verleihen werden. So hat zum Beispiel Sam eine dunkle Vergangenheit. Und die verbotene Liebe zwischen Sam und Ella wird natürlich auch für eine Menge Probleme sorgen.

Die Liebesgeschichte von Sam und Ella hat mir persönlich sehr gut gefallen. Es ist ein ziemliches Hin und Her, was einige Leser vermutlich nervig finden werden, was ich aber gerade besonders gut fand. Ich habe es als sehr authentisch empfunden, dass in den beiden eine große Unsicherheit und das totale Gefühlschaos herrscht. Ich habe wie gebannt mitverfolgt, wie sich ihre Beziehung entwickeln wird. Romantisch, chaotisch, witzig und tieftraurig, oh ja, da verspricht der Klappentext eindeutig nicht zu viel, genau das ist die Liebesgeschichte von Ella und Sam. Sie ist emotional, gänsehautmäßig schön und dramatisch. Und ja, Klischees sind natürlich auch vorhanden. Nicht nur bezüglich der Liebesgeschichte, auch sonst hat sich die Autorin an einigen Klischees bedient. Hat mich aber überhaupt gestört, für mich haben sie hier perfekt reingepasst.

Fazit: Ein wundervolles Debüt, welches mich, bis auf einen Punkt, hellauf begeistern konnte! Romantik, Humor, Drama, Tiefgründigkeit, Freundschaft, Familie, Musik, Gefühlschaos...Das und noch so manches mehr erwartet euch in Songbird. Mir haben das wunderhübsche Cover und der Klappentext nicht zu viel versprochen, ich habe das Buch richtig weggesuchtet und hatte jede Menge Spaß dabei. Ich kann Songbird wärmstens empfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen! 
 





Vielen lieben Dank an den Piper Verlag, der mir dieses schöne Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

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