Sonntag, 21. April 2019

[Rezension] Niemalswelt von Marisha Pessl

Hardcover
Ab 14 Jahren
384 Seiten
ISBN: 978-3551584007
Erschienen: 22.04.2019

Klappentext:
Seit Jims ungeklärtem Tod hat Bee keinen ihrer Freunde mehr gesprochen. Als sich die fünf ein Jahr später in einem noblen Wochenendhaus an der Küste wiedertreffen, entgehen sie nachts nur knapp einem Autounfall. Unter Schock und vom Regen durchnässt kehren sie ins Haus zurück. Doch dann klopft ein geheimnisvoller Unbekannter an die Tür und eröffnet ihnen das Unfassbare: Der Unfall ist wirklich passiert und es gibt nur einen Überlebenden. Die Freunde sind in einer Zeitschleife zwischen Tod und Leben gefangen, in der sie dieselben elf Stunden immer wieder durchlaufen – bis sie sich geeinigt haben, wer von ihnen überlebt. Der Schlüssel zur Entscheidung scheint Jims Tod zu sein – in ihrer Verzweiflung beginnen die Freunde nachzuforschen, was wirklich mit ihm passiert ist, in jener Nacht, in der er in den Steinbruch stürzte. Und langsam wird klar, dass sie alle etwas zu verbergen haben …

Quelle: Carlsen Verlag

Rezension:

Beim Durchschmökern der Programmvorschau des Carlsen Verlags ist mir „Niemalswelt“ sofort ins Auge gesprungen. In das wunderhübsche Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt und der Klappentext überzeugte mich auf Anhieb. Ich lese wahnsinnig Geschichten, die von Zeitschleifen handeln und auch das Genre Jugendthriller fällt absolut in mein Beuteschema. Hier war ich mir sehr sicher, dass „Niemalswelt“ ganz genau das Richtige für mich sein wird.

Seit ihre große Liebe Jim vor einem Jahr unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist, hat Bee ihre vier Freunde nicht mehr gesehen. Als sie von Whitley zu einer Party eingeladen wird, sagt sie zu, in der Hoffnung, endlich die Wahrheit zu erfahren. Die fünf Freunde entgehen nachts nur ganz knapp einem Autounfall und erreichen durchnässt ihr Wochenendhaus. Plötzlich klopft ein unheimlicher fremder Mann mit schlohweißem Haar an der Haustür und stellt sich als der „Wächter“ vor. Er eröffnet den Jugendlichen, dass sie tot seien und es bei dem Unfall nur einen Überlebenden gibt. Die Freunde hängen in der Niemalswelt fest, einer Zeitschleife, in der sie immer wieder dieselben 11 Stunden durchlaufen müssen, bis sie sich darüber entschieden haben, wer diese Zeitschleife lebend verlassen darf. Alles scheint auf Jims Tod hinauszulaufen und die Freunde beginnen nachzuforschen. Schnell wird deutlich: Jeder der fünf hat etwas zu verbergen...

Wow, was für ein Buch! Mein Riecher hat mich mal wieder nicht im Stich gelassen, für mich hat sich „Niemalswelt“ zu einem absoluten Highlight entwickelt. Ich war von den ersten Seiten an wie gebannt von der Handlung und konnte mich dieser Sogwirkung, die die Story von Beginn an auf mich ausgeübt hat, einfach nicht mehr entziehen.

Ich habe nun schon einige Bücher gelesen, in denen die Protagonisten bestimmte Zeitspannen immer wieder aufs Neue durchleben. Die meisten konnten mich hellauf begeistern, aber keines konnte mich so fesseln und beeindrucken wie „Niemalswelt“. Die Geschichte ist einfach nur abgefahren! Sie ist extrem spannend und mitreißend. Sie ist düster, mysteriös und rätselhaft. Sie konfrontiert einen mit lauter überraschenden Wendungen und jeder Menge Geheimnisse. Ständig werden neue Fragen aufgeworfen, sodass man immerzu am Mitfiebern ist und einfach nur noch eines möchte: Lesen!

Was ich gar nicht oft genug loben kann, ist der Schreibstil von Marisha Pessl. Er ist so emotional und poetisch. Die Wortwahl ist einfach nur perfekt. Ich bin ja eigentlich nicht so jemand, der sich während des Lesens Zitate notiert, aber hier habe ich dann doch des öfteren einen Stift gezückt, um mir Sätze aufzuschreiben, da sie mir von den Formulierungen so gut gefallen haben.
Die Atmosphäre, die hier durch den wundervollen Schreibstil geschaffen wird, ist großartig! Sie ist so schön düster, ja, fast schon bedrohlich und beklemmend, dies aber auf eine angenehm gute und so herrlich faszinierende Weise.

Womit mich die Autorin ebenfalls hellauf begeistern konnte, ist die Ausarbeitung der Charaktere. Mit Bee, aus deren Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren, ist Marisha Pessl eine tolle Hauptprotagonistin gelungen, in die ich mich jederzeit wunderbar hineinversetzen konnte.
Bei ihren Freunden kann ich nun nicht behaupten, dass ich sie alle mochte, aber sie haben mich allesamt fasziniert. Alle haben sie so ihre Geheimnisse und man weiß bei niemanden, wem man nun eigentlich vertrauen kann und wem nicht. Ich fand das einfach nur grandios, wie diese ganzen Geheimnisse so nach und nach enthüllt werden und wir die wahren Persönlichkeiten der Protagonisten immer mehr kennenlernen.

Ebenfalls klasse fand ich die Idee mit der Niemalswelt. Da war ich ständig am herumrätseln, was es mit dieser wohl auf sich hat.
Worauf ich auch mega gespannt war, war auf die Aufklärung von Jims mysteriösen Tod. Wie ist er gestorben? War es ein Unfall, Mord oder Selbstmord?

Hach, während dies schreibe, wird mir nur noch mal bewusst, wie geil ich dieses Buch finde. Die Story ist so hammermäßig gut, am liebsten würde man das Buch jedem in die Hand drücken und sagen: Lies es! Du wirst es nicht bereuen. Wobei die Geschmäcker natürlich verschieden sind. Nicht jeder wird das Buch so lieben und dem Sog so sehr verfallen wie ich. Mich jedenfalls konnte „Niemalswelt“ so richtig packen und mir ein wundervolles Leseerlebnis bescheren.
Besonders gelungen fand ich das Ende. Für mich kam es absolut überraschend, sodass ich hier meinen geliebten Aha-Moment erhalten habe.

Mich hat in „Niemalswelt“ nur eine kleine Sache etwas gestört, allerdings nicht so sehr, als dass ich deswegen einen Stern abziehen würde. Mich persönlich hat die Rolle des Wächters ein wenig enttäuscht. Anfangs war er noch recht präsent, allerdings ist er dann sehr schnell immer mehr in den Hintergrund gerückt. Schon schade, denn irgendwie fand ich den Wächter total cool. Ihm wäre wirklich gerne öfters im Verlaufe der Geschichte begegnet. Aber wie gesagt, allzu schlimm fand ich diesen Punkt nicht. „Niemalswelt“ war dennoch ein absolutes Highlight für mich!

Fazit: Mich konnte Marisha Pessl mit „Niemalswelt“ zutiefst beeindrucken! Die Story ist so krass spannend und fesselnd. Sie ist düster, geheimnisvoll, faszinierend und absolut süchtig machend. Der Verlag bewirbt das Buch mit „Ein echter Page-Turner, der einen nicht mehr loslässt!“ und yes, das unterschreibe ich vollkommen! Man wird hier durchweg mit überraschenden Wendungen und jeder Menge Geheimnisse konfrontiert, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich konnte mich dieser Sogwirkung, die die Handlung von den ersten Seiten an auf mich ausgeübt hat, einfach nicht mehr entziehen und habe das Buch quasi verschlungen. Ich kann „Niemalswelt“ absolut empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen!







Vielen lieben Dank an Vorablesen und den Carlsen Verlag für dieses wunderschöne Buch!


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