Klappentext:
Quelle: Insel Verlag
Rezension:
Immer wenn es regnet, denkt Baran an seinen Papa, der ein Regenzauberer ist. Einmal durfte Baran ihn im Lager in den Bergen besuchen und war dabei, als er nachts Regen herbeizauberte, um die Brände zu löschen. Doch als Baran mit seiner Mutter aus ihrer Heimat fliehen musste, weil es dort zu gefährlich wurde, blieb der Vater zurück. Jetzt leben er und seine Mama in Schweden, wo alles anders ist, er die Sprache nicht versteht und kein Tag vergeht, an dem er seinen Papa nicht vermisst. Ständig fragt er nach, wann der Vater endlich kommt, doch die Mutter muss ihn jedes Mal vertrösten. Baran bleiben jetzt nur so seine Erinnerungen und seine Träume, in denen er seinen Papa begegnet. Eines Tages ist es aber soweit – auf seine Frage kommt endlich die langersehnte Antwort: „Heute. Er kommt heute“.
Zanyar Adami präsentiert ein bewegendes Bilderbuch über Flucht, Neuanfang, Sehnsucht und Zuversicht. Im Vorwort erklärt uns der Autor, dass „Baran“ das kurdische Wort für Regen ist und die Erzählung auf seinen eigenen Kindheitserinnerungen beruht. Dies merkt man auch, denn die Geschichte wird mit so viel Feingefühl und Liebe erzählt, als hätte der Autor sie nicht nur für seine Leserschaft geschrieben, sondern auch für sein jüngeres Ich. Aus Kindersicht erfahren wir, wie es sich anfühlt, wenn man in einem unbekannten Land seinen Platz finden muss und eine lange Zeit von einem Elternteil getrennt ist. Es trifft einen mitten ins Herz zu sehen, wie sehr sich Baran nach seinem Papa sehnt und sich nichts mehr wünscht, als endlich wieder von ihm in den Arm geschlossen zu werden. Trotz der schweren Thematik wird die Stimmung aber zu keiner Zeit bedrückend. Im Gegenteil, „Der Regenzauberer“ ist ein Buch, das Mut und Hoffnung spendet und einem mit einem warmen Gefühl im Herzen zurücklässt. Mit seinen Geschichten schenkt der Vater seinem Sohn jede Menge Kraft, von denen er zehren kann, bis sie wieder vereint sind. Und die anderen Kinder in seiner neuen Heimat grenzen Baran nicht aus, lachen gemeinsam mit ihm über die für ihn neue, lustig klingende Sprache und geben ihm das Gefühl, willkommen zu sein.
Die wunderschönen, detailreichen Aquarellbilder von Ishtar Bäcklund Dakhil zeigen abwechselnd Barans neuen Alltag in Schweden und seine Erinnerungen und Träume an seinen Vater in den Bergen. In warmen Farben fangen sie die Emotionen und Poesie des Textes perfekt ein und schaffen eine Atmosphäre voller Geborgenheit.
Fazit: „Der Regenzauberer“ ist eine berührende und poetische Vater-Sohn-Geschichte, die von der Kraft der Geschichten erzählt und dazu ermutigt, niemals die Hoffnung zu verlieren. Ein wundervolles Bilderbuch ab 5 Jahren, das ein wichtiges Thema kindgerecht aufgreift. Ich kann das Kinderbuchdebüt von Zanyar Adami nur empfehlen, mich hat es sehr berührt und beeindruckt. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den Insel Verlag für das Rezensionsexemplar!
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