Mittwoch, 17. Juni 2026

[Rezension] Mäuschens Äpfel von Frances Stickley und Kristyna Litten

Hardcover
Übersetzt von Nils Aulike
Illustriert von Kristyna Litten
Ab 3 Jahren
32 Seiten
ISBN: 978-3-95939-255-6
Erschienen: 02.06.2026

Klappentext:

Heute ist ein Glückstag für das kleine Mäuschen: Es hat vier köstlich glänzende Äpfel für sein Abendessen gefunden. Aber, ojemine, da kommt Bär! Er ist sehr hungrig und furchtbar schlecht gelaunt. Bär will alle Äpfel für sich allein haben. Mäuschen braucht nun schnell einen klugen Plan …

Quelle: Bohem Verlag

Rezension:

An einem sonnigwarmen Tag macht sich eine kleine Maus in den Wald auf, um nach einem leckeren Festtagschmaus zu suchen. Zu ihrer großen Freude findet sie nicht nur einen, sondern sogar vier köstlich glänzende Äpfel. Doch gerade als sie sie nach Hause rollen möchte, hört sie ein lautes Grummeln und Brummeln. Es ist ein großer, grimmiger Bär, der nach dem langen Winter mächtig Kohldampf hat. Die Äpfel der Maus kommen ihm da gerade recht. Von dem Vorschlag, dass sie die Äpfel ja teilen könnten, will er nichts hören. Er will alles für sich alleine haben. So schnell gibt die Maus aber nicht auf. Geschwind entwickelt sie einen cleveren Plan, mit dem sie den Bären austricksen kann und schummelt sich heimlich in den Obstkorb...

Frances Stickley und Kristyna Litten präsentieren hier ein entzückendes Bilderbuch über die Bedeutung von Fairness, den Verzicht von Egoismus, Mut und Freundschaft. Mit viel Witz und Charme greift das Buch ein Thema auf, das viele Kinder irgendwann beschäftigt: Das Teilen. Kleine Kinder müssen meist noch lernen, dass sie nicht alles für sich beanspruchen können und es sogar viel schöner ist, mit anderen zu teilen und gemeinsam Zeit zu verbringen. So wie der Bär in dieser Geschichte, der alle Äpfel von Maus für sich alleine haben möchte und sich ziemlich sicher ist, dass er dem kleinen (und ziemlich pfiffigen) Mäuschen weit überlegen ist. Doch es zeigt sich ziemlich schnell, dass Stärke nichts mit Größe zu tun hat und Freundschaft in den unerwartetsten Momenten entstehen kann. Obwohl sich der Bär ziemlich gemein und unfair gegenüber der Maus verhält, verzeiht sie ihm und gibt ihm sogar ihrem letzten Apfel. Jeder hat schließlich eine zweite Chance verdient – auch bärige Apfeldiebe.

Erzählt wird das Ganze in wunderbar melodischen Reimen, die beim Vorlesen und Zuhören gleichermaßen Spaß machen. Ein großes Lob gebührt an dieser Stelle auch dem Übersetzer Nils Aulike, der den Text kongenial ins Deutsche übertragen hat.
 

Die zuckersüßen Illustrationen von Kristyna Litten untermalen das Erzählte gekonnt und erzählen viel über den Text hinaus. In zarten Farben und mit viel Liebe zum Detail zeigen sie einen märchenhaften Wald mit herrlichen Blumenmeeren, leckere Äpfel, die so plastisch wirken, als könnte man sie von den Seiten pflücken und einen Bären, den aufmerksame Leser*innen noch vor der Maus hinter den Bäumen lauern sehen können. Es gibt hier einfach so viel zu entdecken, sodass das Betrachten nie langweilig wird und es einfach richtig Freude macht, durch dieses Buch zu blättern.

Fazit: „Mäuschens Äpfel“ ist eine humorvolle Freundschaftsgeschichte über das Teilen, Entschuldigen und Verzeihen. Ein zauberhaft gereimtes und illustriertes Bilderbuch ab 3 Jahren, das spielerisch zeigt, wie schön es ist zu teilen. Charmant, lustig und gewitzt. Ich bin ganz verzückt von diesem mausestarken Bilderbuch, ich kann es wärmstens empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

 







Vielen lieben Dank an den Bohem Verlag für das Rezensionsexemplar!


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