Samstag, 27. Juni 2026

[Rezension] Das Geheimnis des verschwundenen Amulettes: Ein Fall für Mira Sommer von Marietheres Wagner

Hardcover
Ab 10 Jahren
128 Seiten
ISBN: ‎9783038763697
Erschienen: 12.05.2026

Klappentext:

Die zehnjährige Mira widmet sich mit Begeisterung der Spurensuche. Ihr großes Vorbild ist der Meisterdetektiv Sherlock Holmes. Doch was wäre der ohne Partner? Erst als Mira die unerschrockene Amelie und den redegewandten Fabio trifft, hat sie das richtige Team an der Seite, um ihren ersten eigenen Fall zu lösen: Ein geheimnisvolles Amulett ist verschwunden. Zwei Ziegen, die für den Kunstschmuggel verwendet werden, geraten dabei in Gefahr. Die Freundschaft der drei Kinder wird auf eine Probe gestellt, als Mira alles daransetzt, die Tiere zu retten, und dabei selbst zur Verdächtigen wird. Mira muss lernen, auf ihre ganz eigene Stärke zu vertrauen: ihre unvergleichliche Beobachtungsgabe, durch die sie entdeckt, was allen anderen verborgen bleibt.

Quelle: Midas Kinderbuch

Rezension:

Die zehnjährige Mira Sommer zieht mit in ihren Eltern von Berlin in eine Kleinstadt, wo ihr Vater eine Buchhandlung eröffnen möchte. Noch während sie mitten im Umzugschaos stecken, beginnt Mira ihren neuen Heimatort zu erkunden. Vielleicht entdeckt sie ja etwas Ungewöhnliches und Aufregendes. Mira ist eine begeisterte Spurensucherin. Sie sieht viele Dinge, die anderen verborgen bleiben. Die besten Voraussetzungen für eine kleine Detektivin. Ihr großes Vorbild ist Sherlock Holmes, aber was wäre der ohne seinen Watson? Zum Glück lernt Mira die Kinder Amelie und Fabio kennen, mit denen sie sehr schnell ein unschlagbares Team bildet. Als ein wertvolles Amulett verschwindet, nehmen sich die drei dem Fall sofort an. Ihre Ermittlungen erweisen sich jedoch als äußerst knifflig und dann gerät auch noch ausgerechnet Mira unter Verdacht, das Schmuckstück gestohlen zu haben. Ob es dem Trio wohl gelingen wird, den Fall zu lösen?

Ich liebe Detektivgeschichten mit gewitzten jungen Ermittlerinnen. Ich war daher guter Dinge, dass das neue Kinderbuch von Marietheres Wagner genau meinen Geschmack treffen wird, allerdings habe ich mir wohl ein bisschen zu viel versprochen. Schon der Beginn war für mich etwas holprig und auch im weiteren Verlauf bin ich leider nicht komplett mit der Geschichte warm geworden.

Als Leser*in wird man gleich zu Beginn mitten ins Geschehen geworfen, was im ersten Moment für leichte Verwirrung sorgt. Auch der etwas konfus wirkende Schreibstil erschwert den Einstieg etwas. Die Geschichte wird durchgehend aus der Ich-Perspektive von Mira erzählt, die mit einer Menge Fantasie gesegnet ist. Auf der einen Seite macht es Freude, ihre lebhaften Gedankengänge mitzuverfolgen, auf der anderen Seite lesen sich diese aber auch recht sprunghaft. Mira selbst beschreibt ihr Kopfchaos als Waschmaschine im Schleudergang und das trifft es ziemlich gut. Für das empfohlene Lesealter könnte die Erzählweise etwas zu anspruchsvoll sein. Selbst mir, als Erwachsene, war sie manchmal zu anstrengend. Auch handlungstechnisch wird es dieses Buch bei jungen Leser*innen vermutlich eher schwer haben, da es eine Weile dauert, bis die Geschichte richtig an Fahrt aufnimmt. Wer aber am Ball bleibt, wird man einem cleveren Detektivabenteuer belohnt, bei dem man schön mitfiebern kann. Bisweilen kommt der Zufall allerdings etwas zu oft zur Hilfe und manches wird sehr übertrieben dargestellt. Vor allem das Verhalten der Kommissarin erscheint wenig realistisch. Ansonsten sind die Charaktere aber gut ausgearbeitet. Mira ist eine sehr sympathische und pfiffige Protagonistin, die eine tolle Entwicklung durchmacht. Anfangs noch die unsichere Neue wächst sie im Laufe der Ermittlungen über sich hinaus und lernt, an sich selbst zu glauben. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden Fabio und Amelie zeigt sie uns, dass Zusammenhalt stark macht und wie wichtig es ist, seinen eigenen Fähigkeiten zu vertrauen.

Etwas schade ist, dass es keine Illustrationen gibt, die das Erzählte begleiten. Die habe ich persönlich sehr vermisst. Das Ende lässt vermuten, dass es eine Fortsetzung geben könnte, allerdings gehe ich momentan eher davon aus, dass ich die Reihe nicht weiterverfolgen werde.

Fazit: „Das Geheimnis des verschwundenen Amulettes: Ein Fall für Mira Sommer“ ist eine abenteuerliche und unterhaltsame Detektivgeschichte über Freundschaft, Mut und das Vertrauen in die eigenen Stärken. Ein netter Kinderkrimi für aufgeweckte Spürnasen ab 10 Jahren. Auch wenn ich mir etwas erhofft habe, kann ich das Buch empfehlen. Da es sprachlich aber etwas anspruchsvoller ist, sollte man schon geübt im Lesen sein. Von mir gibt es sehr gute 3 von 5 Sternen.

 





Vielen lieben Dank an den Midas Verlag für das Rezensionsexemplar!


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