Montag, 10. Februar 2020

[Rezension] Mitternachtsstunde 1: Emily und die geheime Nachtpost von Benjamin Read und Laura Trinder

Hardcover
Ab 10 Jahren
320 Seiten
ISBN: 978-3-551-52117-0
Erschienen: 31.01.2020

Klappentext:
Im Ernst, seltsame Briefe zur Geisterstunde? Kaum flattert einer davon in Emilys Haus, verschwinden kurz darauf ihre Eltern. Klar, dass Emily dem nachgehen muss. Bewaffnet mit Igel Hoggins und ihrer großen Klappe macht sie sich auf die Suche – und stolpert in eine andere Welt. Plötzlich tummeln sich auf Londons Straßen Hexen, Kobolde und Dämonen! Und alle sind altmodisch viktorianisch gekleidet. Zum Glück trifft Emily auf Tarquin. Der blumig duftende Nachtwächter-in-Ausbildung will ihr unbedingt helfen. Und Hilfe kann sie gebrauchen, denn jetzt liegt es an Emily, eine böse Macht aufzuhalten und ihre Eltern zu retten.



Rezension:

Bei „Mitternachtsstunde: Emily und die geheime Nachtpost“ stand für mich sofort fest: Muss ich lesen! Unbedingt! In das entzückende Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt (es leuchtet sogar im Dunklen! Total cool!) und der Klappentext klang einfach so mega gut. Allein schon das Setting hatte ich mich. Ich liebe Bücher, die in London spielen. Was tat ich also? Jep, genau! Ich ließ das Buch nur zu gerne bei mir einziehen.

Als eines Tages ein anonymer und äußerst mysteriöser Brief in Emilys Haus flattert und nur kurze Zeit später ihre Eltern verschwinden, wird sich das Leben der 12-jährigen schlagartig verändern. Emily zögert nicht lange und beschließt, sich auf die Suche nach ihren verschollenen Eltern zu machen. Zusammen mit ihrem tierischen Begleiter, dem Igel namens Hoggins, und ihrem vorlauten Mundwerk stürzt sie sich mitten hinein ins Abenteuer – und stolpert in eine andere Welt. Genauer gesagt in ein anderes London - ein London voller Magie, furchterregender Monster und außergewöhnlicher Geschöpfe. In dieser Dimension scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Alles wirkt so seltsam altmodisch und es herrscht immerzu Mitternacht. Emily ist verwirrt. Was ist das nur für eine Welt? Zum Glück stößt sie sehr schnell auf Tarquin, ein nach Blumen duftendenen Polizist-in-Ausbildung. Tarquin möchte Emily unbedingt helfen, was dieser nur gerade recht kommt. Eine böse Macht hat es auf ihre Familie abgesehen und es ist nun an Emily, ihre Eltern zu retten. Ob ihr das wohl gelingen wird?

London, jede Menge Magie und Fabelwesen, eine andere Welt, eine böse Macht, die es aufzuhalten gilt – klingt doch wirklich große Klasse, oder? Ich muss ja gestehen, dass meine Erwartungen an das Buch ziemlich hoch waren. Es klang einfach so gut und auch die famose Aufmachung hat meine Hoffnungen enorm hochgeschraubt. Ein bisschen zu viel habe ich von dem Buch dann wohl doch erwartet, denn leider hat es sich nicht zu dem von mir ersehnten Highlight entwickelt. Es hat mir richtig gut gefallen, sehr sogar, nur hat mir persönlich einfach das Besondere gefehlt. Was genau ich vermisst habe, kann ich nur leider gar nicht sagen. Vielleicht kennt ihr das ja, dass man manchmal gar nicht sagen kann, was genau nun eigentlich dazu geführt hat, dass einem ein Buch nicht so umgehauen hat wie erhofft und es vom Gefühl her einfach kein 5 von 5 Sterne-Buch für einen ist.

So, nach diesem etwas negativen Einstieg mache ich nun mal schleunigst mit den positiven Dinge weiter. Nicht, dass ihr noch den Eindruck gewinnt, dass total enttäuscht von „Mitternachtsstunde“ bin. ;)
Bis auf dieses gewisse Etwas, das mir gefehlt hat, bin ich wirklich hellauf begeistert von dem, was ich hier zu lesen bekommen habe. In meinen Augen ist Benjamin Read und Laura Trinder gemeinsam ein fabelhafter Reihenauftakt gelungen! Benjamin Read hat eine großartige Geschichte aufs Papier gezaubert und Laura Trinder hat das Abenteuer, welches einen hier erwartet, mit wunderhübschen Zeichnungen an den Kapitelanfängen versehen. 

Was mir ganz besonders gut gefallen hat, ist unsere Buchheldin Emily, aus deren Sicht wir alles in der dritten Person erfahren. Emily ist so ein Mädel, wie ich sie in Büchern liebe: Mutig, clever, witzig und so herrlich tough und schlagfertig. Ihre rotzfreche, dickköpfige Art und große Klappe habe ich beim Lesen richtig gefeiert.
Wen ich auch ganz fest in mein Herz geschlossen habe, ist Emilys stacheliger kleiner Kamerad: Der Igel Hoggins. Hoggins ist so putzig!
Die weiteren Charaktere haben mir ebenfalls wahnsinnig gut gefallen. Allesamt wurden sie prima ausgearbeitet und tragen mit ihren einzigartigen und teils sehr schrägen und skurrilen Eigenschaften dazu bei, dass man super unterhaltsame und aufregende Lesestunden mit dem Buch verbringt. Über wen ich mich zum Beispiel köstlich amüsiert habe, ist Tarquin. Über ihn musste ich ständig schmunzeln.
Neben vielen freundlichen Figuren bekommen wir es im Verlaufe des Buches auch noch mit so einigen weniger netten Gestalten zu tun. Diese müssen aber natürlich auch sein. Was wäre das denn sonst für ein Abenteuer, wenn es keine Widersacher und Bösewichte gäbe? ;) 

Apropos Abenteuer! Abenteuerlich geht es hier definitiv zu, und wie! Die Story kann mit jeder Menge Spannung, Action und Geheimnisse aufwarten und enthält lauter fantasievolle Ideen, überraschende Wendungen und schaurig-schöne Momente. Mitfiebern und Miträtseln ist hier zweifellos ohne Ende angesagt und auch ins Gruseln gerät man des öfteren. Der Grusel ist aber natürlich vollkommen kindgerecht.
Grandios fand ich, dass die Handlung auch für mich, als Erwachsene, völlig unvorhersehbar war. „Mitternachtsstunde“ mag ein Kinderbuch für Mädchen und Jungen ab 10 Jahren, es ist meiner Meinung nach aber auch für deutlich ältere Bücherwürmer absolut lesenswert!

Einfach nur fantastisch fand ich das Setting. Ich meine, London! Besonders das viktorianische London mag ich unfassbar gerne. Mich hat es daher riesig gefreut, dass das andere London, in welches wir mit Emily und Hoggins reisen werden, mein geliebtes viktorianisches Flair verströmt. Dazu dann noch diese wunderbar geheimnisvolle und magische Atmosphäre, die dank der einmaligen Kulisse geschaffen wird – hach, genial, sag ich euch! Dank der anschaulichen und detaillierten Beschreibungen hat man beim Lesen die tollsten Bilder im Kopf und kann sich spielend leicht in dieses außergewöhnliche London träumen.

Auch mit dem Schreibstil konnte Benjamin Read vollends bei mir punkten. Er ist humorvoll, fesselnd und so schön locker-leicht. Dank der flüssigen Erzählweise, der packenden Handlung und den angenehm kurzen Kapiteln fliegt man nur so durch die Seiten und hat das Buch im Nu durchgeschmökert.

Am Ende wird man zum Glück mit keinem fiesen Cliffhanger konfrontiert, allerdings bleiben schon so einige Fragen offen, sodass in einem die große Lust auf Band 2 geweckt wird. Für mich steht auf jeden Fall fest, dass ich die Reihe weiterverfolgen werde. Auf die Fortsetzung bin ich schon richtig gespannt!

Fazit: Mitreißend, humorvoll, märchenhaft schön - ein tolles Fantasy-Abenteuer für Jung und Alt! Mir hat der erste Band von Mitternachtsstunde unheimlich gut gefallen. Die Handlung ist voller Magie und lässt an keiner Stelle Langeweile aufkommen, die Charaktere zaubern einem mit ihren schrägen Eigenarten immerzu ein breites Grinsen auf die Lippen, der Schreibstil ist top, das Setting ist brillant und das Cover ist ein richtiger Hingucker. Mir hat es trotz allem leider nicht für volle 5 Sterne gereicht. Dieses Besondere, was ich mir erhofft hatte, hat mir persönlich einfach gefehlt. Begeistert bin ich aber natürlich dennoch und ich kann das Buch jedem, der gerne in abenteuerliche Fantasyschmöker abtaucht, wärmstens ans Herz legen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!






Ein großes Dankeschön an den lieben Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar!
 

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