Mittwoch, 7. November 2018

[Rezension] Die Mitternachtsbande von David Walliams

Hardcover
Mit Illustrationen von Tony Ross
ISBN: 978-3-499-21821-7
480 Seiten
Ab 9 Jahren
Erschienen: 23.10.2018

Klappentext:
Als Tom mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus kommt, schließt er schnell Freundschaft mit den anderen Kindern auf der Station: Da ist Amber mit ihren Gipsarmen und -beinen; Robin mit seiner Augenbinde; George, der sich von einer Mandeloperation erholt; und die kleine Sally, die so krank ist, dass sie die meiste Zeit im Bett liegen muss. Alle fünf teilen ein spannendes Geheimnis: Sie sind die MITTERNACHTSBANDE! Jede Nacht schleichen sie sich heimlich in den Keller des Krankenhauses, denn ... Aber von den wilden Abenteuern, die sie dort erleben, darf natürlich niemand etwas wissen. Schon gar nicht die boshafte Stationsschwester.



Rezension:

Die Bücher von David Walliams lese ich immer unheimlich gerne. Diese wandern stets auf meine Wunschliste, sogar ehe ich mir überhaupt den Klappentext durchgelesen habe. Mich konnte bisher noch kein Buch von dem britischen Autor enttäuschen und ich war sehr guter Dinge, dass mir auch sein neues Werk „Die Mitternachtsbande“ richtig gut gefallen wird.

Als Tom erwacht, weiß er zunächst wo er ist. Nicht mal an seinen Namen kann er sich im ersten Moment erinnern. Was ist nur passiert? Was ist das für ein merkwürdiger Ort? Warum liegt er auf einer Krankenliege und … oh Gott, was ist das? Ein Monster? Nein, ein Mann, aber meine Güte, ist der hässlich. Tom braucht eine ganze Weile, ehe er Ordnung in das Chaos in seinem Kopf bringen kann. So nach und nach erinnert er sich wieder. Er heißt Tom, ist Schüler in einem Internat und wurde von einem Cricket Ball am Kopf getroffen. Anscheinend wurde Tom ins Krankenhaus gebracht, genauer gesagt ins Lord Funt Krankenhaus. In Krankenhäusern ist wohl niemand gerne, auch Tom ist zunächst nicht begeistert. Dies liegt vor allem an der schrecklichen Oberschwester, deren Lieblingsbeschäftigung es zu sein scheint, ihre Patienten zu ärgern und fies zu behandeln. Eine furchtbare Frau, dank der Tom an seinem ersten Tag in einem rosafarbenen Rüschennachthemd landet.
Zum Glück sind seine Mitpatienten deutlich netter. Da wäre Amber, die sich beide Arme und beide Beine gebrochen hat; Robin, der eine Augenbinde trägt und daher nichts sehen kann; George, der sich von einer Mandeloperation erholt und die kleine Sally, die eigentlich nur im Bett liegt und schläft, weil sie so krank ist. Amber, Robin und George teilen ein großes Geheimnis: Sie sind eine Bande, die MITTERNACHTSBANDE! Jede Nacht schleichen sie sich heimlich aus dem Krankenzimmer, natürlich unbemerkt, denn niemand darf von dieser geheimen Kinderbande erfahren. Tom möchte unbedingt auch dazugehören. Als er schließlich Mitglied wird und merkt, was für tolle Abenteuer man dank der Mitternachtsbande erleben kann, möchte er am liebsten gar nicht mehr weg aus dem Lord Funt Krankenhaus.

Mit „Die Mitternachtsbande“ ist dem britischen Autor mal wieder ein richtig tolles Kinderbuch gelungen, welches einen bestens unterhält und voller skurriler und herrlich verrückter Einfälle steckt. Da frage ich mich jedes Mal aufs Neue, woher der Autor nur immer seine Ideen nimmt. Ich bin hier mal wieder aus dem Grinsen und Schmunzeln gar nicht herausgekommen und habe das Buch für meinen Geschmack viel zu schnell wieder beendet.

Mit gut 480 Seiten ist „Die Mitternachtsbande“ alles andere als dünn, aber keine Sorge an alle, die sich von so einer hohen Seitenzahl gewöhnlich abschrecken lassen: Das Buch liest sich irre schnell. Ich, als eine geübte Vielleserin, habe es in gut einem Tag durchgesuchtet. Der Schreibstil von David Walliams ist einfach klasse, er ist locker-leicht, flüssig und herrlich humorvoll. Dadurch, dass die Kapitel sehr kurz sind und das Buch mit vielen Illustrationen versehen wurde (selbstverständlich von Tony Ross!) fliegt man hier wirklich nur so durch die Seiten. Zu dem flotten Lesetempo trägt dann natürlich auch die witzige, spannende und liebenswerte Story bei, welche an keiner Stelle Langweile aufkommen lässt und ganz bestimmt auch den größten Lesemuffel zu einem begeisterten Leser mutieren lässt.

Beginnen tut das Buch zunächst mit einer Vorstellung der Charaktere, die einem in der Geschichte begegnen werden. Soweit ich weiß, ist das bei jedem Werk von David Walliams der Fall. Finde ich immer klasse, da man so schon mal einen kleinen Einblick davon erhält, was einem in dem Buch erwarten wird. Schon da wird immer deutlich: In den Büchern von David Walliams wimmelt stets nur so von total schrägen Figuren. Auch in „Die Mitternachtsbande“ gibt es eine Menge davon. Nicht alle sind nett und sympathisch, aber wäre ja auch langweilig, wenn es anders wäre, oder? Am schlimmsten ist wohl die Oberschwester, die eindeutig ihren Beruf verfehlt hat. Wäre ich Patient im Lord Funt Krankenhaus, hätte ich ganz bestimmt so schnell wie möglich das Weite gesucht, wenn die Oberschwester für meine Station zuständig wäre. Diese Frau ist einfach nur furchtbar. Gegen sie ist sogar das Krankenhausessen die reinste Freude. Ja, das Essen im Lord Funt Krankenhaus ist leider nicht so der Brüller. Aber zumindest wird es von einer netten Person serviert: Tuutsie, deren große Leidenschaft es ist, anderen eine guten Morgen zu wünschen.

Ebenfalls ein richtig sympathischer Charakter ist der Pfleger, der zwar hässlich wie die Nacht ist, aber ein unglaublich lieber, herzensguter und hilfsbereiter Mensch. Über die Vergangenheit des Pflegers erfahren wir im Verlaufe des Buches auch noch etwas mehr. Der Arme kann einem wirklich nur leid tun. Er besitzt noch nicht einmal einen Namen, er wird immer nur „Pfleger“ hat.

Auch unser Protagonist Tom hat kein wirklich schönes Leben. Er lebt in einem schrecklichen Internat, in dem das Essen sogar noch schlimmer ist als im Lord Funt Krankenhaus und seine Eltern sieht er so gut wie nie, da sie im Ausland leben. Mir tat Tom richtig leid. Er ist so ein lieber Junge, den man als Leser sofort ins Herz schließen muss.

Was mir an den Büchern von David Walliams immer ganz besonders gut gefällt, ist, dass seine verrückten, humorvollen Geschichten auch stets wichtige Botschaften enthalten, die einem zum Nachdenken anregen. „Die Mitternachtsbande“ macht deutlich, dass man mit genügend Fantasie und guten Freunden jeden noch so unmöglich erscheinenden Traum wahr werden lassen kann. Selbst an einem so tristen und unschönen Ort wie einem Krankenhaus kann man schöne Momente erleben, wenn man nicht alleine ist.

Was dann natürlich auch nicht fehlen darf, sind die einmaligen Illustrationen von Tony Ross. Ein Buch von David Walliams ohne die lustigen Bilder von Tony Ross? Geht für mich gar nicht, die gehören einfach dazu. Auch hier gibt es eine Menge Illustrationen, die das Geschehen im Text perfekt wiedergeben und einen bestens unterhalten.

Eine tolle Story plus großartige Illustrationen, habe ich etwas vergessen? Oh ja, stimmt, die Spielereien mit der Schrift. Wie es sich für ein Buch von David Walliams gehört, so wird auch hier ohne Ende mit der Schrift gespielt: Dick gedruckt, groß, klein, kursiv...das Buch ist wirklich klasse und sehr fantasievoll aufgemacht.

Und zu guter Letzt: Natürlich dürfen wir auch im Lord Funt Krankenhaus auf einen altbekannten Charakter treffen. Alle, die die Bücher von David Walliams kennen, wissen vermutlich, wen ich meine. ;)

Fazit: Ein witziger, spannender und herrlich schräger Lesespaß für Jung und Alt! Mir hat das Buch großartige Lesestunden beschert. Alle, die auf einen schwarzen Humor und skurrile Ideen stehen, werden hier beim Lesen ganz auf ihre Kosten kommen. Laute Lacher und ein Dauergrinsen sind hier garantiert. Neben all dem Witz enthält die Geschichte aber auch noch eine wichtige Botschaft, was mir ganz besonders gut gefallen hat. Ich bin richtig begeistert von „Die Mitternachtsbande“ und ich hoffe sehr, dass wir auf das nächste Werk von David Walliams nicht allzu lange warten müssen. Ich kann das Buch absolut empfehlen und vergebe volle 5 von 5 Sternen!







Vielen lieben Dank an den Rowohlt Verlag, der mir dieses schöne Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit Absenden eines Kommentars erklärst Du Dich einverstanden, dass personenbezogene Daten (z.B. IP-Adresse, Standort des Logins etc.) eventuell abgespeichert und für Statistiken von Google weiterverarbeitet werden.
Beim Setzen eines Hakens für weitere Benachrichtigungen auf Folgekommentare erklärst Du Dich ebenfalls einverstanden, dass personenbezogene Daten (z.B. IP-Adresse, Standort des Logins etc.) abgespeichert werden.
Weitere Informationen findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google