Donnerstag, 20. April 2023

[Rezension] Bildspringer - Der erste Fall der Van-Gogh-Agency von Christina Wolff

Hardcover
Illustriert von Florentine Prechtel
Ab 10 Jahren
250 Seiten
ISBN: 978-3-96177-121-9
Erschienen: 16.03.2023

Klappentext:

Vincent hat ein einzigartiges Talent: Er kann in Gemälde eintauchen und sich darin bewegen! Außer seiner Mutter und seinem Großvater weiß nur die Leiterin der National Gallery London davon, und sie erlaubt ihm, in die Gemälde zu springen, die im Museum hängen. Als aus einer Londoner Villa das Gemälde ›Das Gewitter‹ eines alten niederländischen Malers gestohlen wird, beschließt Vincent, das Bild aufzuspüren. Im Laufe seiner Suche stößt er zu seiner großen Überraschung auf Holly, die genau wie er in Bilder springen kann. Bei seinem Ehrgeiz gepackt, schlägt er ihr einen Wettstreit vor: Wer ›Das Gewitter‹ schneller findet, hat gewonnen! Vincent wähnt sich schon als Sieger, doch die Suche stellt sich als schwieriger heraus als gedacht. Außerdem ist da noch ›Die Sternennacht‹ von Vincent van Gogh. Warum nur fühlt sich das Bild plötzlich wie eine Fälschung an, wenn Vincent hineinspringt?

Quelle: Woow Books Verlag

Rezension:

Da mir bisherigen Bücher von Christina Wolff so gut gefallen haben, stand für mich sofort fest, dass ich auch ihren neuen Kinderroman unbedingt lesen möchte. Auf den ersten Band von „Die Bildspringer“ war ich ungeheuer gespannt!

Da seine Mum als Reisefotografin viel unterwegs ist, verbringt der 13-jährige Vincent eine Menge Zeit bei seinem Großvater Arthur, der zusammen mit seinem besten Freund Henry in einem Apartment in London lebt. Arthur und Henry interessieren sich beide sehr für Gemälde und kennen sich mit ihnen bestens aus, aber sie besitzen nicht das besondere Talent, das in Vincent schlummert: Er kann in Bilder eintauchen und sich in dessen Welten bewegen! Außer seiner Familie weiß nur die Leiterin der National Gallery London von seiner außergewöhnlichen Gabe und erlaubt ihm, in sämtliche Gemälde zu springen, die im Museum ausgestellt werden. Vincent liebt es, in die verschiedenen Bilderwelten zu reisen, auch wenn es manchmal ganz schön gefährlich wird. Als er mal wieder einen seiner Bilderausflüge unternimmt, trifft er zu seiner großen Überraschung auf Holly, die ebenfalls über die Fähigkeit verfügt, in Bildern zu wandeln. Der Ehrgeiz der zwei Kinder ist sofort geweckt, als es heißt ein gestohlenes Gemälde wiederzufinden: „Das Gewitter“ von Jan van Goyen. Zwischen den beiden beginnt ein Wettstreit: Wer „Das Gewitter“ zuerst findet, hat gewonnen. Ehe es sich Vincent und Holly versehen, stecken sie mittendrin in einem unglaublichen Abenteuer, bei dem sie nicht nur auf einen dritten Bildspringer treffen, sondern es auch mit einer bösartigen Person zu tun bekommen, die nichts Gutes im Schilde führt. Die Welt der Kunst schwebt in großer Gefahr! Ob es den Kindern wohl rechtzeitig gelingen wird, sie zu retten?

Ich habe nun schon so einige Geschichten gelesen, in denen Charaktere durch die Welten von Büchern wandeln können, aber ein Roman über das Hineinspringen in Gemälde war mir bislang noch nicht bekannt. Eine total coole Idee, wie ich finde, und in meinen Augen gekonnt umgesetzt!

Meine Erwartungen an den Inhalt waren eindeutig nicht zu hoch geschraubt: Mich hat Christina Wolff auch mit ihrem neuen Werk von Anfang bis Ende begeistert, für mich persönlich ist es sogar ihr bisher bestes Buch. Ich habe mich einfach auf Anhieb wohl zwischen den Seiten gefühlt und einmal mit dem Lesen begonnen, habe ich kaum mehr damit aufhören können.

Schon das erste Kapitel beginnt ereignisreich und zieht einen in den Bann. Wir lernen den 13-jährigen Vincent bei einem seiner Bilderausflüge kennen und als Leser*in wird einem sofort klar, dass es sich bei „Die Bildspringer“ um eine sehr kreative und abenteuerliche Geschichte handelt. So treffen wir nicht nur auf einen mürrischen Zwerg, wir erleben auch mit, wie unser Hauptprotagonist beinahe von einem Zug überfahren wird.

Auch nach diesem rasanten Einstieg geht es turbulent weiter. Das darauffolgende Kapitel mag zwar deutlich weniger actionreich sein, es kann dafür aber mit zwei ziemlich schrägen Vögeln aufwarten, auch bekannt als Vincents Grandpas Arthur und Henry. Über dieses ungleiche Duo habe ich mich öfters prächtig amüsiert, mit den beiden hat die Christina Wolff zwei herrliche Figuren erschaffen. Aber auch Vincent, aus dessen personaler Sicht alles erzählt wird, und die weiteren unterschiedlichen Charaktere mochte ich sehr. Vincent mit seiner sympathischen und aufgeweckten Art hat sich direkt in mein Herz geschlichen, genauso wie die pfiffige Holly und der Junge Sam.

Besonders gut gefallen haben mir die vielen Bilderreisen, auf die wir im Verlauf des Buches mitgenommen werden. Zusammen mit Vincent verschlägt es uns in eine Menge verschiedener Gemälde, was nicht nur sehr aufregend und faszinierend ist, sondern auch lehrreich und inspirierend. Man bekommt irgendwie richtig Lust darauf, sich die Bilder selbst mal anzuschauen und vielleicht auch einem Kunstmuseum einen Besuch abzustatten. Zum Glück werden alle im Text erwähnten Werke hinten im Buch noch einmal aufgelistet, sodass man sie sich während des Lesens gar nicht erst zu notieren braucht. Toll fand ich auch, auf was für eine schöne Weise verdeutlicht wird, dass jedes Kunstwerk kostbar und einzigartig ist. Wie genau uns das gezeigt wird und was wir alles mit Vincent, Holly und den weiteren Charakteren erleben werden, wird hier in meiner Rezension jedoch nicht verraten, das müsst ihr schon selbst herausfinden. Ich kann euch jedenfalls versprechen, dass an keiner Stelle Langeweile aufkommt und ihr nur so durch die Seiten fliegen werdet.

Genauso fantasievoll wie die Handlung ist auch die Innenaufmachung des Buches. Das Vorsatzpapier ist mit einer traumhaften farbigen Illustration geschmückt, gezeichnet von Florentine Prechtel, und auch innerhalb der Geschichte kommen wir in den Genuss von ein paar ihrer detailverliebten doppelseitigen Illustrationen. Diese sind zwar nur in schwarz-weiß gehalten, sie sind aber ebenfalls zum Hineinträumen schön und wirken richtig echt und magisch.

Die Geschichte endet recht abgeschlossen, lässt aber viel Spielraum für Folgebände. Soweit ich weiß, ist eine Fortsetzung bisher noch nicht angekündigt, ich gehe aber sehr davon aus, dass es weitergehen wird. Hoffentlich müssen wir uns auf den zweiten Band nicht allzu lange gedulden, ich bin schon so gespannt auf den nächsten Fall der Van-Gogh-Agency!

Fazit: Mit „Die Bilderspringer“ beschert uns Christina Wolff einen wunderbaren Abenteuerschmöker ab 10 Jahren, voller Spannung, Witz und Einfallsreichtum und mit ganz viel tollem Kunstwelt-Zauber und Museums-Flair. Ich kann das Buch nur empfehlen. Es ist so erfrischend anders und spannend und informativ zugleich. Es enthält einfach sämtliche Zutaten, die einen gelungenen Kinderroman ausmachen und die miteinander vereint ein originelles Gesamtkunstwerk ergeben. Mir hat es großen Spaß gemacht, die Van-Gogh-Agency auf ihrem ersten Fall zu begleiten und ich hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit Vincent, Holly und Co. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

 

 






Vielen lieben Dank an den Woow Books Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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