Samstag, 1. Juni 2019

[Rezension] Drei Schritte zu dir von Rachael Lippincott, Mikki Daughtry, Tobias Iaconis

Hardcover
Ab 14 Jahren
304 Seiten
ISBN: 978-3-423-76252-6
Erschienen: 24.05.2019

Klappentext:
Stellas einzige Überlebenschance ist eine neue Lunge. Bis es soweit ist, muss sie sich von allem und jedem fernhalten, um ihr ohnehin schwaches Immunsystem nicht zu gefährden. Ohne Ausnahme.
Will ist ganz anders – er lässt sich nicht unterkriegen und ist bereit, auf volles Risiko zu gehen. Sobald er 18 ist, wird er dem Krankenhaus den Rücken kehren, um endlich mehr von der Welt zu sehen.
Vor allem aber ist Will jemand, von dem Stella sich fernhalten muss. Wenn er sie auch nur anpustet, könnte sie infiziert werden. Beide könnten sterben. Aber je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr fühlt sich der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zwischen ihnen wie eine Strafe an. Wäre ein bisschen mehr Nähe wirklich so tödlich – vor allem, wenn sie verhindert, dass ihre Herzen brechen?

Quelle: dtv


Rezension:
  
Ist das Cover nicht ein Traum? Also bei mir war es hier Liebe auf den ersten Blick. Auch der Klappentext überzeugte mich auf Anhieb, sodass ich für mich sofort feststand, dass ich „Drei Schritte zu dir“ unbedingt lesen möchte. Ich war schon so gespannt, was mich wohl zwischen diesen wunderhübschen Buchdeckeln erwarten wird.

Stella leidet an Mukoviszidose, einer unheilbaren Lungenkrankheit. Seit sie sechs Jahre alt ist, ist das Krankenhaus ihr zweites Zuhause. Ausgerechnet vor dem geplanten Schulausflug, auf den sie sich schon so gefreut hat, verschlechtert sich ihr Zustand so sehr, dass sie mal wieder stationär behandelt werden muss.
Stella möchte unbedingt weiterleben, sie ist eine Kämpferin und hat die Hoffnung nicht verloren, dass sich bald eine Spenderlunge für sie finden wird. Um ihren Kampf gegen die Mukoviszidose festzuhalten hat sie sich einen YouTube Kanal zugelegt, für den sie regelmäßig Videos dreht.
Will ist ebenfalls ein Mukopatient, hat aber eine ganz andere Einstellung als Stella. Er hat keinen Bock mehr darauf, eine Therapie nach der nächsten zu machen. Für ihn steht fest: Sobald er 18 ist, wird er seiner Krankenhaus-Odyssee ein Ende setzen.
Was Will auch noch ist: Eine große Gefahr für Stella. Will ist hochansteckend, da er Bakterien in sich trägt, die für Stella tödlich sind. Die beiden müssen sich daher voneinander fernhalten und dürfen sich auf gar keinen Fall berühren. Sie verbringen dennoch Zeit miteinander, kommen sich immer näher und verlieben sich schließlich ineinander. Wie aber soll man sich richtig lieben können, wenn man sich nicht berühren darf, nicht umarmen und nicht küssen? Den Sicherheitsabstand einzuhalten fällt Stella und Will zunehmend schwerer. Ob ein klein bisschen mehr Nähe wirklich so schlimm für sie wäre?

Jetzt, nachdem ich „Drei Schritte zu dir“ gelesen habe, kann ich nur sagen, dass das Cover so wunderbar zum Inhalt des Buches passt. Die Geschichte, die einen hier erwartet, ist genauso wunderschön und zauberhaft wie die äußere Gestaltung.

Mich hat die Geschichte von Stella und Will zutiefst berührt und sehr schockiert. Zarter besaiteten Menschen rate ich hier sehr, lieber die Taschentücher während des Lesens griffbereit zu halten. Ich selbst habe sie nicht gebraucht, musste aber immer wieder schwer schlucken, weil mich die Story so bewegt und traurig gemacht hat.

Mukoviszidose ist einfach eine so, so schlimme Erkrankung. Menschen, die darunter leiden, haben keine hohe Lebenserwartung. Selbst mit einer Spenderlunge ist ihnen kein langes Leben gesichert, denn im normalen Fall erhalten sie durch eine Lungentransplantation „nur“ fünf weitere Jahre. Ich finde das einfach furchtbar! Ich muss gestehen, dass ich von der Krankheit bisher kaum etwas gehört habe. Was ich hier zu lesen bekommen habe, hat mich daher sehr getroffen.

Wir lernen hier insgesamt drei junge Menschen kennen, die an dieser unheilbaren Lungenkrankheit leiden: Stella, Will und Poe. Stella und Poe kennen sich von klein auf. Sie sind alte Hase im Krankenhaus und haben viele Klinikaufenthalte zusammen verbracht. Obwohl Poe nur ein Nebencharakter ist und wir nicht so viel über ihn erfahren wie über Stella und Will, habe ich Poe irgendwie am meisten in mein Herz geschlossen. Ich fand ihn einfach so lieb und süß.

Stella und Will waren mir aber ebenfalls auf Anhieb richtig sympathisch. Die Geschichte wird abwechselnd von den beiden erzählt, was mir unheimlich gut gefallen hat. Mir ist es problemlos gelungen, mich in die beiden hineinzuversetzen und ihr Denken und Handeln jederzeit nachzuvollziehen.

Stella und Will sind ziemliche Gegensätze. Stella will unbedingt leben, für sich, für ihre Eltern, für ihre Schwester Abby. Sie nimmt gewissenhaft ihre Medikamente ein und hält sich an alle Vorgaben.
Will ist da ganz anders. Er ist total genervt von seiner Mutter, die ihn ständig zu neuen Studien und Therapien zwingt und hat keinen Bock mehr auf diesen Krankenhaus-Mist. Seinen achtzehnten Geburtstag sehnt er richtig herbei, denn dann kann er endlich selbst über sein Leben bestimmen.

Als Stella und Will sich das erste Mal begegnen, können sie sich zunächst nicht so wirklich leiden. Dies wird sich aber noch ändern. Die beiden verlieben sich ineinander und verbringen immer mehr Zeit zusammen. Was sie dabei aber immer beachten müssen: Sie müssen einen Sicherheitsabstand einhalten und dürfen sich auf gar keinen Fall berühren. Eine schreckliche Vorstellung, oder? Du liebst einen Menschen, möchtest ihn so gerne umarmen, ihn küssen, darfst dies aber nicht tun, da dies tödlich enden würde. Ich habe so mit Stella und Will mitgelitten! Ihre Geschichte ist so traurig, zugleich aber auch so wunderschön, sodass sie einen auf die reinste emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt. Man ist immerzu am Mitfiebern und mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Handlung ist zwar recht ruhig und weniger dramatisch, als ich erwartet habe, aber sie entwickelt dennoch eine richtige Sogwirkung auf einen, der man sich einfach nicht mehr entziehen kann. Zumindest bei mir war es so. Ich habe das Buch in einem Rekordtempo durchgesuchtet. Es liest sich wirklich toll; der Schreibstil ist so herrlich locker-leicht und die Kapitel sind schön angenehm kurz.  

Worüber ich erst ein bisschen nachdenken musste, ist das Ende. Zuerst war ich nicht so zufrieden damit, da es recht offen ist. Jetzt aber muss ich sagen, dass es perfekt zur Geschichte passt. Für mich war hier einfach alles stimmig. Das Buch ist so emotional, herzergreifend und mitreißend und stellenweise sogar richtig humorvoll, sodass man hier nicht nur am mitzittern und mitfühlen ist, sondern auch öfters Gründe zum Schmunzeln hat. Die Mischung aus Ernst, Humor, Romantik und Tiefgründigkeit ist dem Autoren-Trio in meinen Augen wunderbar gelungen.

Wer gerne Bücher im Stil von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ liest, wird „Drei Schritte zu dir“ ganz bestimmt lieben. Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen. Es erzählt eine ganz besondere Liebesgeschichte und führt uns Lesern nur zu deutlich vor Augen, was leben wirklich bedeutet.

Fazit: Emotional, mitreißend, gefühlvoll, wunderschön! Mich hat die Geschichte von Stella und Will zutiefst berührt und sehr schockiert. „Drei Schritte zu dir“ ist ein wundervolles Jugendbuch, welches eine tragische, bewegende und ganz besondere Liebesgeschichte erzählt. Auf die Verfilmung von „Drei Schritte zu dir“ bin ich schon sehr gespannt. Den Film werde ich mir auf jeden Fall ansehen. Das Buch konnte mich komplett überzeugen und ich vergebe volle 5 von 5 Sternen!







Vielen lieben Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!
 

Kommentare:

  1. Hallo du Liebe,

    leider konnte mich das Buch nicht ganz so emotional erreichen wie dich. Komisch, da ich normalerweise bei allem weine :D Aber da kann man nichts machen. Ansonsten fand ich die Geschichte aber auch sehr gut :)

    Liebe Grüße,
    Jacki von Liebe dein Buch

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    1. Hallo liebe Jacki,

      schade, dass dich das Buch emotional nicht so erreichen konnte. Weinen musste ich hier auch nicht, aber ich weine auch eher selten bei Büchern los. Eigentlich erstaunlich, denn ich bin sehr nah am Wasser gebaut. Bei Filme muss ich tatsächlich oft zu den Taschentüchern greifen, aber bei Büchern irgendwie nicht. :D
      Schön, dass dir das Buch aber trotzdem gefallen hat. :)

      Liebe Grüße
      Corinns

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