Klappentext:
Quelle: Crocu Verlag
Rezension:
Fünfzehn Jahre sind vergangen, seit wir dem Küstenstädtchen Koriko zuletzt einen Besuch abgestattet haben. Kiki und Tombo sind inzwischen glücklich verheiratet und Eltern von Zwillingen. Auch Jiji ist mittlerweile mehrfacher Papa und lebt nach wie vor bei Kiki und ihrer Familie. Als die Zwillinge Nini und Toto elf Jahre alt sind, müssen sie so langsam entscheiden, welches Leben sie führen möchten. Kiki hofft darauf, dass Nini sich dazu entschließen wird, ebenfalls eine richtige Hexe zu werden. Doch diese zeigt bisher nur wenig Interesse, ganz im Gegensatz zu Toto, der nur leider keine Hexe werden kann. Schließlich sind Hexen sind jeher immer weiblich. Doch als eines Tages seine Katze Bebe mit ihm zu sprechen beginnt, schöpft Toto Hoffnung. Schlummern in ihm vielleicht doch magische Kräfte? Welchen Weg werden er und seine Schwester am Ende gehen?
Die Reihe rund um die junge Lieferhexe Kiki ist mir schon längst richtig ans Herz gewachsen. Den hier vorliegenden sechsten und letzten Band konnte ich dementsprechend kaum erwarten. Dieser kann dank kleiner Rückblicke auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Da die Bücher aber aufeinander aufbauen, empfiehlt es sich, die chronologische Reihenfolge einzuhalten oder zumindest den ersten Teil zu kennen.
Nachdem die vorherigen Bände Kikis Weg zum Erwachsenwerden thematisiert haben, konzentriert sich dieser Band vor allem auf die Erlebnisse von Nini und Toto. Ein sehr geschickter Schachzug der Autorin. Die neuen Protagonisten bringen frischen Wind in die Reihe und den hat es in meinen Augen auch gebraucht. In den Vorgängern wurden immer wieder Kikis große Selbstzweifel angesprochen, was auf Dauer ein wenig ermüdend zu lesen war. Hier liegt der Fokus der Handlung auf Kikis Kindern und ihrer Suche nach sich selbst. Abwechselnd begleiten wir die beiden, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Nini sehr temperamentvoll ist und nicht sicher weiß, ob sie wirklich eine echte Hexe werden möchte, ist Toto ruhig und sanft und wünscht sich nichts mehr als magische Kräfte zu haben. Doch er ist eben ein Junge und Jungen werden keine Hexen. Zumindest war das schon immer so. Aber vielleicht ist es ja an der Zeit, daran etwas zu ändern? Die Geschichte zeigt wunderbar, dass jeder das Recht hat, den Weg zu gehen, den er gehen möchte und es manchmal richtig und wichtig ist, mit Traditionen zu brechen. Genau das erkennt auch Kiki. Anstatt ihre Kinder zu drängen, lässt sie sie einige Entscheidungen treffen und unterstützt sie liebevoll dabei. Es macht einfach Freude, die Abenteuer der Zwillinge zu verfolgen und mitzuerleben, wie sie an ihren Herausforderungen wachsen und schließlich den Weg wählen, der für sie der Richtige ist.
Neben neuen Charakteren haben natürlich auch viele alte Bekannte ihren Auftritt. Jiji, Osono und sogar von Keke lesen wir, wenn auch nur über ihre Briefe. Allesamt sind sie wieder so liebenswert und charmant wie man sie kennt und sorgen für viele vergnügliche Lesemomente. Eiko Kadono hat hier einfach wieder ein richtig schönes Wohlfühlbuch geschaffen, das sich mit seiner cozy Stimmung wie nach Hause kommen anfühlt. Dass die Spannung und der Fantasyanteil wieder recht dezent gehalten sind, schmälert das Leseerlebnis in keinster Weise. Mir persönlich ging Nini bisweilen ein bisschen auf die Nerven und über ein paar mehr Illustrationen von Yuta Onoda hätte ich mich sehr gefreut. Dennoch habe ich das Lesen sehr genossen. Besonders das berührende Ende ist wundervoll und schließt diese Reihe gelungen ab. Zum Glück müssen wir uns aber noch nicht komplett von Kiki verabschieden. Bereits im Herbst wird der Crocu Verlag eine neue Serie aus dem Kiki-Universum starten, die einen neuen Blickwinkel auf Kikis Abenteuer geben wird. Ich freue mich schon sehr darauf!
Vielen lieben Dank an den Crocu Verlag für das Rezensionsexemplar!




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