Dienstag, 14. Juli 2026

[Rezension] Der letzte Roboter und der lange Weg nach Hause von Joe Todd-Stanton

Hardcover
Übersetzt von Bernd Stratthaus
Illustriert von Joe Todd-Stanton
Ab 4 Jahren
48 Seiten
ISBN: 978-3-219-12117-9
Erschienen: 14.07.2026

Klappentext:

Der kleine Roboter wacht auf einer Mülldeponie auf. Einfach ausrangiert. Tief in seinem Inneren spürt er jedoch, dass er hier nicht hingehört. Dunkel erinnert er sich daran, dass er einmal eine Familie hatte – und dass er geliebt wurde. Also macht er sich auf den langen Weg zurück in die Stadt. Doch als er dort ankommt, erwartet ihn eine traurige Entdeckung: Ein neuer, moderner Roboter hat seinen Platz eingenommen. Traurig kehrt der kleine Roboter zur Mülldeponie zurück – bis ein Mädchen ihn entdeckt. Gemeinsam mit ihrer Mutter repariert sie ihn und schenkt ihm ein neues Zuhause.

Quelle: Ueberreuter Verlag

Rezension:

Im Herzen einer riesigen Mülldeponie wacht ein kleiner kaputter Roboter auf. Er weiß nicht, wie er dort gelandet ist, aber er spürt, dass es hierher gehört. Er macht sich auf den Weg und findet sich schließlich in einer großen, geschäftigen Stadt wieder. Als er ein Plakat entdeckt, beginnt er sich zu erinnern. Er hatte einmal eine Familie, gehörte einem kleinen Junge und wurde geliebt. Doch als er zu seinem alten Zuhause zurückkehrt, muss er zu seinem Kummer feststellen, dass er durch einen neuen schicken Roboter ersetzt wurde. Ihn, beschädigt und mit fehlenden Teilen, will niemand mehr haben. Da wird ihm klar, dass er genau dort aufgewacht war, wo er jetzt hingehört. Tieftraurig kehrt er zur Mülldeponie zurück. Die Jahre vergehen und der kleine Roboter hat jegliche Hoffnung verloren, dass sich jemals etwas ändern wird. Doch dann tauchen ein Mädchen und seine Mutter auf. Sie finden den kleinen Roboter, reparieren ihn und schenken ihm ein neues, liebevolles Zuhause.

Als großer Fan von Joe Todd-Stanton freue ich mich jedes Mal wie ein Schnitzel, wenn ein neues Buch von ihm auf Deutsch erscheint. „Der letzte Roboter“ war daher natürlich ein absolutes Muss für meine Sammlung und was soll ich sagen, sie ist um ein weiteres Schätzchen reicher werden.

Joe Todd-Stanton ist einfach immer ein Garant für wundervolle Bilderbücher, die Jung und Alt gleichermaßen verzaubern. Mit „Der letzte Roboter und der lange Weg nach Hause“ präsentiert der englische Künstler ein herzerwärmend schönes Bilderbuch über Verlassenheit, Zugehörigkeit, Konsumismus, Upcycling, Hoffnung und Neuanfänge. Die Geschichte des kleinen verlassenen Roboters ist eine sanfte Erinnerung daran, dass es immer einen Ort gibt, an dem man so geliebt und akzeptiert wird wie man ist. Sie zeigt uns, was Familie wirklich bedeutet und dass es sich lohnt, niemals die Hoffnung zu verlieren. Darüber hinaus führt sie uns auch unser Konsum- und Wegwerfverhalten vor Augen. Anstatt Gegenstände zu reparieren, die nur leicht beschädigt sind, schmeißen wir sie einfach weg, was zur Folge hat, dass die Müllberge immer größer werden und oft noch voll funktionsfähige oder gar neuwertige Produkte im Abfall landen. In diesem Buch steckt einfach so viel, ohne belehrend zu wirken. Es geht zu Herzen, regt zum Nachdenken an und wird sicherlich so manches Kind dazu inspirieren, alten Dingen neues Leben einzuhauchen. Mit dem kleinen ausrangierten Roboter hat Joe Todd-Stanton einen überaus liebenswerten Charakter erschaffen, in man sich sehr gut hineinversetzen kann. Man kann seine Gefühle jederzeit spüren, fühlt und leidet mit ihm mit und wünscht diesem kleinen Kerlchen nur das Beste. Am Ende schließt man das Buch mit einem wohlig-warmen Gefühl im Bauch, nachdem der kleine Roboter endlich ein neues liebevolles Zuhause gefunden hat.

Optisch ist auch dieses Werk von Joe Todd-Stanton ein echtes Highlight! In seinem typischen Stil, sprich mal großflächig, mal in comicartigen Panels, entführen uns Stantons Bilder in eine futuristische Welt, zeigen den kleinen demolierten Roboter auf seinem Weg und laden zum Verweilen und Entdecken ein. Seine farbenfrohe Illustrationen sind gewohnt herrlich warm und detailverliebt und so ausdrucksstark, dass Text oft gar nicht vonnöten ist. Vermutlich hätte dieses Buch sogar sehr gut komplett ohne Worte funktioniert.

Fazit: „Der letzte Roboter und der lange Weg nach Hause“ ist eine berührende, fantasievolle und poetische Geschichte über die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt, die Bedeutung von Familie und die Magie des Upcyclings. Ein wunderschönes Bilderbuch ab 4 Jahren, das uns daran erinnert, dass jeder es wert ist, so geliebt zu werden wie man ist. Joe Todd-Stanton hat es mal wieder geschafft, mich zu begeistern! Ich finde sein neues Buch großartig und kann es jedem nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

 





Vielen lieben Dank an den Ueberreuter Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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