Klappentext:
Quelle: CalmeMara Verlag
Rezension:
In einer großen Stadt, in einem kleinen alten Haus mit der Nummer 12, wohnt Sven Hansen. Er ist jedoch nicht der einzige Bewohner – in seinem Keller haust auch eine aufgeweckte Rattenfamilie. Diese staunt nicht schlecht, als eines Tages ein flaumiges Etwas vor ihrem Kellerfenster landet. Es ist ein kleines Taubenküken, völlig allein und hilflos. Da von den Eltern weit und breit nichts zu sehen ist, beschließen die Ratten, das Kleine bei sich aufzunehmen. Sie taufen es auf den Namen den Tom und ziehen es liebevoll groß. Für Tom sind die Ratten seine Familie, doch je älter er wird, desto mehr wird ihm bewusst, dass er anders ist. Er mag als Einzige von ihnen die Sonne lieber als den Mond. Immer, wenn er tagsüber aufwacht und nicht mehr einschlafen kann, fühlt er sich sehr einsam. Eines Tages fasst er schließlich den Mut, sein Zuhause zu verlassen. Er lernt das Taubenmädchen Stella kennen und versteht endlich: Er ist gar keine Ratte! Er ist eine Taube. Ein turbulentes Großstadtabenteuer beginnt. Ob Tom wohl noch seinen Platz in der Welt finden wird? Aber was wird aus seiner liebgewonnen Rattenfamilie, wenn er sich für das Leben als richtige Stadttaube entscheidet?
Das Autorin-Illustratorin-Duo Hannah Schenk und Anne Hofmann präsentiert hier ein zauberhaftes Bilderbuch über zwei Tierarten, die bei vielen Menschen einen ziemlich schlechten Ruf haben. Sowohl Ratten als auch Stadttauben werden oft mit Dreck, Krankheiten und der Verbreitung von Seuchen in Verbindung gebracht. Doch in Wahrheit sind Ratten sehr reinliche Tiere und auch Stadttauben tragen ihre abfällige Bezeichnung „Ratten der Lüfte“ zu Unrecht. Genau das zeigt uns die Geschichte von kleinen Tauberich Tom Tauber. Die Rattenfamilie, in der unser gefiederte Protagonist landet, ist ein liebenswerter, kunterbunter Haufen, den man einfach gernhaben muss. Ohne zu zögern nehmen sie das kleine Taubenküken bei sich, kümmern sich liebevoll darum und behandeln es wie eines von ihnen. Auch die Tauben werden überaus herzlich dargestellt, allen voran natürlich der titelgebende Held dieser Geschichte, den man als Leser*in sofort ins Herz schließt. Es macht richtig Freude, ihn auf seinem Weg zu begleiten und mitzuverfolgen, wie er schließlich seinen Platz in der Welt findet. Dieses Buch räumt mit Vorurteilen auf und fördert Verständnis gegenüber diesen meist missverstandenen Tieren. Auf eine einfühlsame und kindgerechte Weise erzählt es von Zugehörigkeit, Herkunft und Freundschaft, von Selbstfindung, dem Anderssein und darüber, was Familie wirklich bedeutet. Vermutlich werden vierjährige Kinder noch nicht alles auf Anhieb verstehen wie die versteckte Hilfe vom alten Sven Hansen oder warum Opa Theo Tom nach Major Tom benennt. Dennoch wird es auch schon den Kleinsten viel Spaß machen, dieser berührenden Geschichten zu lauschen.
Anne Hofmann hat die Erzählung mit ihren wunderschönen, großflächigen Bildern zum Leben erweckt. In warmen Farben und mit viel Liebe zum Detail untermalen sie die Texte gekonnt, laden zum Verweilen und Entdecken ein und schaffen eine Atmosphäre voller Geborgenheit. Jede Doppelseite ist ein Augenschmaus – allein schon Tom Tauber mit seinen großen Kulleraugen sieht zum Verlieben süß aus. Eins ist sicher: Nach diesem Buch wird garantiert jeder Stadttauben mit anderen Augen sehen.
Abgerundet wird das Ganze durch einen doppelseitigen Sachteil, der einige interessante Fakten über Stadttauben bereithält. Dazu noch die Tatsache, dass der Verlag einen Teil des Erlöses pro Exemplar an die Taubenschutzkampagne #RespektTaube des Deutschen Tierschutzbunds spendet, lässt die Begeisterung für dieses Buch nur noch größer werden.
Fazit: „Tom Tauber – Ratte der Lüfte“ ist eine herzerwärmende und spannende Geschichte ab 4 Jahren über Identität, die Bedeutung von Familie und den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Ein tierisch schönes Plädoyer für die Stadttaube. Wundervoll erzählt und illustriert. Ich kann dieses Bilderbuch nur empfehlen, mein Herz hat der kleine Tom Tauber im Sturm erobert! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den CalmeMara Verlag für das Rezensionsexemplar!




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