Klappentext:
Quelle: Magellan Verlag
Rezension:
Stockholm, 1880. Der Sommer hat in der Stadt Einzug gehalten und Mika kann endlich wieder aufatmen. Die Polizei sucht nicht länger nach ihr und so kann sie dem Kommissar wieder bei seinen Ermittlungen helfen. Dieser benötigt bei einem neuen Fall auch dringend ihre Hilfe. Die Tochter der wohlhabenden Familie Douglas ist verschwunden, allerdings deuten einiges darauf hin, dass sie freiwillig gegangen ist. Aber wieso ist sie untergetaucht? Ein Mädchen aus gutem Hause, das – im Gegensatz zu Mika – alles hat und sich um Essen und Geld keine Gedanken machen muss. Als Tekla ihr einen schrecklichen Fund auf einer Baustelle zeigt, ist sich Mika schnell sicher, dass dieser irgendwie mit dem Verschwinden der Douglas-Tochter zusammenhängt. Gemeinsam mit Valdemar kommt sie dem wohl dunkelsten Geheimnis Stockholms auf die Spur und gerät dadurch in große Gefahr…
Hierbei handelt es sich um den dritten Band von „Mika Mysteries“, der relativ zeitnah an die vorangegangenen Ereignisse anknüpft. Zum besseren Verständnis empfiehlt es sich daher, die Bücher in der chronologischen Reihenfolge zu lesen.
Erneut entführt uns der schwedische Autor Johan Rundberg ins Jahr 1880 nach Stockholm und schafft es gekonnt, ein realistisches Bild der damaligen Zeit zu vermitteln und alles vor dem inneren Auge lebendig werden zu lassen. Vor allem das harte Leben der Waisenkinder wird wieder sehr eindringlich und ungeschönt beschrieben, sodass das Gelesene stellenweise ziemlich unter die Haut geht. Die Grundstimmung ist gewohnt recht finster, lässt aber auch Platz für Humor und Leichtigkeit, sodass es niemals zu beklemmend wird. Dennoch ist die Altersangabe mit Vorsicht zu genießen, nicht für jedes zehnjährige Kind wird diese Reihe schon etwas sein. Wer aber gerne atmosphärisch-düstere Detektivgeschichten liest, kommt bei dieser schwedischen Kinderkrimi-Reihe ganz auf seine Kosten.
Auch dieser Band weiß von Beginn an zu fesseln und hält jede Menge spannende Entwicklungen und überraschende Wendungen bereit, was Lesepausen nahezu unmöglich macht. Es ist einfach wieder ein großer Spaß, Mika und Kommissar Valdemar bei ihren Ermittlungen zu begleiten und ihr Zusammenspiel mitzuverfolgen. Immer mehr zeigt sich, dass der etwas mürrische, aber liebenswerte Kommissar zu einer Art Vaterfigur für Mika wird, der ihr stets auf Augenhöhe begegnet. Mit den beiden hat der Autor ein wunderbares Duo geschaffen, besonders Mika ist eine starke und sympathische Protagonistin, die einmal mehr ihre große Tapferkeit und scharfe Beobachtungs- und Kombinationsgabe unter Beweis stellt und einen öfters vergessen lässt, dass sie gerade mal dreizehn Jahre alt ist. Ihre taffe Art wirkt aber niemals überzogen, sondern ist nachvollziehbar ihren harten Lebensumständen geschuldet. Die Geschichte wird stellenweise sehr emotional, besonders die Geheimnisse rundum Mikas und Valdemars Vergangenheit, die gelüftet werden, klingen nach. Einige Fragen werden am Ende endlich beantwortet, andere bleiben ungeklärt, sodass man den nächsten Band (der im Frühjahr 2027 erscheinen wird) kaum erwarten kann. Ich jedenfalls freue mich riesig drauf!
Fazit: Eine weitere rundum gelungene Fortsetzung hat uns Johan Rundberg hier gezaubert. Auch „Mika Mysteries – Das Werk des Dunklen Engels“ ist ein fesselnder und tiefgründiger historischer Kinderkrimi, dessen geheimnisvoll-düstere Atmosphäre und warmherzige Beziehung zwischen den Hauptfiguren nicht nur junge Leser*innen zu begeistern vermag. Ein kriminell spannendes Lesevergnügen ab 10 Jahren mit einer starken Heldin, die sich nicht unterkriegen lässt. Ich habe auch diesen Band regelrecht verschlungen und fiebere dem nächsten Abenteuer schon jetzt ganz vorfreudig entgegen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den Magellan Verlag für das Rezensionsexemplar!

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