Übersetzt
von Anja Fislage
Illustriert
von Mat Rockefeller
Ab
10 Jahren
288
Seiten
ISBN:
978-3-649-65212-0
Erschienen:
15.06.2026
Klappentext:
Elvas
Gabe ist faszinierend und beängstigend zugleich: Sie kann sehen, wie
Menschen sterben werden. Das macht sie in der Menschenwelt zur
Außenseiterin, doch als sie an der Schule für außergewöhnliche
Feen aufgenommen wird, scheint sie endlich ihren Platz gefunden zu
haben! Hier trifft Elva auf Mitschüler und Mitschülerinnen, die
alle halb Mensch und halb … etwas anderes sind. Doch hinter den
Mauern der Schule schwelt ein alter Konflikt und als einer ihrer
neuen Freunde spurlos verschwindet, muss Elva eine Entscheidung
treffen. Kann sie sich ihrer größten Angst stellen: ihrer eigenen
Magie? Kann sie einen Freund retten, dessen Schicksal sie selbst
vorhergesehen hat?
Quelle:
Coppenrath Verlag
Rezension:
Die
12-jährige Elva hat eine ganz besondere, aber ziemlich beängstigende
Gabe: Sie kann sehen, wie Menschen sterben. Die anderen halten sie
daher für seltsam und sogar gruselig. Freunde hat Elva keine, selbst
ihre Mutter lehnt sie ab. Ihr Leben ändert sich jedoch schlagartig,
als sie in eine psychartrische Klinik eingewiesen sein soll und
stattdessen von der Fee Farnanda ins Feenreich gebracht wird, wo sie
fortan die Schule für außergewöhnliche Feen besuchen soll. Hier,
inmitten des Verlorenen Waldes, sind alle wie sie: Halb Mensch, halb
irgendetwas anderes. Da wäre zum Beispiel Halb-Dschinn Essie oder
ihre Zimmermitbewohnerin Trym, einer tauben Halb-Banshee, deren
Schreie tödlich sind (in ihrer Gegenwart sollte man besser immer mit
Ohrenstöpseln schlafen!). An diesem ungewöhnlichen Ort fühlt sich
Elva endlich verstanden und akzeptiert und findet schnell Freunde.
Doch das Internat steckt voller Geheimnisse und als Essie auf einmal
spurlos verschwindet, muss Elva all ihren Mut zusammennehmen, um
ihren Freund zu retten.

Piper
CJ präsentiert hier einen vielversprechenden Reihenauftakt, der zwar
etwas weniger unheimlich daherkommt, als das Cover vermuten lässt,
aber dennoch die ideale Lektüre für die schaurig-schöne Jahreszeit
ist.
Vor
allem zu Beginn ist die Geschichte recht düster. Wir lernen unsere
12-jährige Protagonistin Elva kennen, deren vermeintliche „Gabe“
ein wahrer Fluch ist. Die Vorstellung, dass ein Kind den Tod anderer
Menschen voraussehen kann, ist besonders für ein Kinderbuch etwas
heftig und zu sehen, dass selbst die eigene Mutter Elva nicht haben
möchte, lässt einen zutiefst mitfühlen. Mir, als Erwachsene, hat
diese melancholische und bedrückende Atmosphäre sehr gut gefallen,
solch skurrile Geschichten mochte ich schon immer gerne. Das
empfohlene Lesealter ist jedoch durchaus mit Vorsicht zu genießen,
nicht für jedes zehnjährige Kind wird dieses Buch etwas sein. Ich
persönlich würde die Altersempfehlung ein, zwei Jahre höher
ansetzen.
Im
weiteren Verlauf wird das Buch aber zunehmend freundlicher und
wärmer. Die Wende kommt mit dem Auftauchen der mysteriösen
Farnanda, die uns die Geschichte erzählt und im Prolog und Epilog
auch selbst richtig zu Wort kommt. Witzigerweise wird sie sogar als
Autorin auf dem Cover genannt – eine sehr coole Idee!
Gemeinsam
mit Elva tauchen wir in die magische Welt der Feen ein, erkunden das
geheime Internat und lernen nach und nach die anderen Schüler*innen
kennen, die wie Elva sind: Anders. Halb Mensch, halb Fabelwesen. Elva
befindet sich plötzlich unter Gleichgesinnten, findet die ersten
Freunde ihres Lebens und hat endlich das Gefühl, ihren Platz
gefunden zu haben. Die Themen Freundschaft, Mut, Anderssein,
Selbstfindung und Akzeptanz werden hier wunderbar aufgegriffen. Die
Geschichte führt uns schonungslos vor Augen, wie schnell wir andere
als Sonderling abstempeln, nur, weil sie irgendwie von der „Norm“
abweichen. Gleichzeitig macht sie aber auch Mut und kann besonders
für junge Leser*innen, die anders sind und sich unverstanden fühlen,
ein kleiner Trostspender sein. Es macht einfach Freude, Elva auf
ihrem Weg zu begleiten und mitzuerleben, wie sie über sich
hinauswächst und für das einsteht, woran sie glaubt. Auch die
weiteren Charaktere bereichern das Leseerlebnis ungemein. Die Autorin
hat einige faszinierende Figuren und Wesen ins Leben gerufen und eine
sehr fantasievolle Story erschaffen, die leichte „Wednesday“ –
Vibes aufkommen lässt. Man fiebert und rätselt beim Lesen mit und
sitzt am Ende mit einigen Fragen im Kopf da. Wie gut, dass der zweite
Band bereits nächstes Frühjahr erscheinen wird. Ich freue mich sehr
darauf!
Neben
aller Begeisterung gibt es aber auch einen Grund zum Meckern: Leider
haben sich ziemlich viele Rechtschreib- und Grammatikfehler
eingeschlichen, was gerade für ein Kinderbuch äußerst unschön
ist. Hoffentlich kann das in späteren Auflagen korrigiert werden!
Deutlich
positiver ist dafür die Gestaltung des Buches. Nicht nur das Cover
ist ein echter Hingucker, auch das Innenleben ist zauberhaft
gestaltet, angefangen bei den farbigen Vorsatzpapieren bis hin zu den
stimmungsvollen schwarz-weiß Illustrationen von Matt Rockefeller,
die die geheimnisvoll-magische Atmosphäre der Geschichte perfekt
einfangen.
Fazit:
„Die Schule der außergewöhnlichen Feen – Elvas magische Gabe“
ist ein spannendes und magisches Internatsabenteuer über die Kraft
der Freundschaft, das Gefühl von Zugehörigkeit und den Mut, zu sich
selbst zu stehen. Ein außergewöhnlicher Fantasy-Auftakt ab 11
Jahren, der sich erfrischend von anderen Feengeschichten abhebt und
neugierig auf mehr macht. Also mir hat dieses Buch viel Spaß
gemacht, ich kann es sehr empfehlen. Von mir gibt es sehr, sehr gute
4 von 5 Sternen.




Vielen
lieben Dank an den Coppenrath Verlag für das Rezensionsexemplar!
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