Samstag, 24. Oktober 2026

[Rezension] Prinzessin Floradora – Verflixt, verwünscht und voll verflucht von Maja Ilisch

Hardcover
Illustriert von Laura Rosendorfer
Ab 10 Jahren
280 Seiten
ISBN: 978-3-401-60879-2
Erschienen: 04.09.2026

Klappentext:

Prinzessin Floradora kann es kaum fassen als Puff! plötzlich die Böse Fee in ihrem Zimmer steht und Floradora verflucht. Puff! wachsen der Prinzessin Widderhörner auf dem Kopf. Eine Prinzessin mit Hörnern?! Das geht gar nicht! Aber Moment mal – eigentlich fühlen sich die Hörner ganz gut an und zum Türen-Einrennen eignen sie sich auch prima! Leider sehen das Floradoras Eltern anders und verfrachten sie kurzerhand ins Dunkelwald-Internat, damit niemand sie so zu Gesicht bekommt. Dort trifft Floradora auf andere Prinzen und Prinzessinnen – alle verflucht und weggesperrt. Wer steckt nur hinter all dem? Während sie ihre Flucht planen, lernen die Kinder nicht nur ihre eigenen Stärken kennen, sondern finden auch echte Freundschaft und Hilfe von unverhoffter Seite. Können sich die Kinder von ihren Flüchen befreien - und wollen sie das überhaupt?! Oder zeigen sie lieber dem ganzen Märchenreich, was in ihnen steckt?

Quelle: Arena Verlag

Rezension:

Die 13-jährige Floradora ist eine ganz gewöhnliche Prinzessin. Sie hat einen Schrank voller schöner Kleider und eine goldene Kugel (bei der sie allerdings nicht weiß, was sie eigentlich damit anfangen soll). Also wirklich alles ganz normal – bis zu dem Tag, als plötzlich die Böse Fee in ihrem Zimmer auftaucht und sie mit einem Fluch belegt. Auf einmal wachsen Floradora zwei Widderhörner aus dem Kopf und mit ihrem langweiligen Leben ist es auf einen Schlag vorbei. Eigentlich findet sie ihre neuen Hörner gar nicht so schlecht. So einen Kopfschmuck trägt schließlich sonst keiner und man kann damit Türen einrennen. Leider sehen ihre entsetzten Eltern das anders und rufen die Gute Fee zur Hilfe. Da diese den Fluch nicht umkehren kann, schicken der König und die Königin ihre Tochter kurzerhand in das Dunkelwald-Internat, damit niemand von ihrer Verfluchung erfährt. Doch das Internat entpuppt sich als eine Art Gefängnis für verfluchte Königskinder. Hier leben Prinzessinnen mit Schweinsnasen und Hasenzähnen, Prinzen mit Eselsohren und einem Rabenschnabel. Das Leben an diesem trostlosen, grauen Ort ist absolut schrecklich und die Kinder planen gemeinsam ihre Flucht. Aber wo sollen sie hin? Mit ihrem entstellten Aussehen können sie sich doch nirgendwo blicken lassen. Doch dank der selbstbewussten Floradora lernen die anderen Königskinder ihre verfluchen tierischen Eigenschaften zu akzeptieren und merken, dass sie sogar sehr nützlich sein können. Aber werden ihre Familien ebenfalls erkennen, was wirklich in ihren Kindern steckt?


Ich liebe märchenhafte Geschichten und Kinderbücher mit starken Botschaften. Ihr auch? Dann solltet ihr euch „Prinzessin Floradora“ unbedingt mal genauer anschauen. Schon das Cover ist überaus liebevoll gestaltet und genauso ist auch die Geschichte dahinter.

Maja Ilisch präsentiert hier ein bezauberndes Fantasyabenteuer, welches klassische Märchenmotive mit viel Humor gehörig auf den Kopf stellt und gleichzeitig Mut macht, man selbst zu sein. Die Geschichte ist eine Art Parodie auf die meist sehr stereotype Märchenwelt, hinterfragt Klischees und Rollenbilder und begeistert mit vielen witzigen Anspielungen. So liest man von einem Prinzen, der lieber eine Prinzessin sein möchte; verfluchten Königskinder, die ihre Rettung selbst in die Hand nehmen und einer bösen Fee, die ganz anders ist als gedacht. Um die feine Ironie richtig zu genießen, sollten die verschiedenen Märchen, die hier umkrempelt werden, natürlich bekannt sein, aber auch ohne dieses Vorwissen macht dieses Buch einfach Spaß zu lesen. Die Story ist herrlich fantasievoll und skurril (für meinen Geschmack bisweilen schon etwas zu verrückt) und wohlig-düster und voller Wärme zugleich. Es ist großartig mitzuerleben, wie sich Floradora mit ihrer Verfluchung arrangiert und sie sogar lieben lernt und wie sie die anderen Prinzen und Prinzessinnen darin bestärkt, sich ebenfalls so zu akzeptieren wie sie sind. Gemeinsam wachsen die verfluchten Königskinder über sich hinaus, bilden ein unschlagbares Team und zeigen uns, dass Anderssein nichts ist, für das man sich zu schämen braucht oder das versteckt werden muss. Im Gegenteil, vermeintliche Schwächen und Makel können eine echte Stärke sein und sind gerade das, was uns besonders macht. Dieses Buch ist eine Ode an das Anderssein und definitiv nicht nur für junge Leser*innen eine wertvolle Lektüre.

Die wunderhübschen schwarz-weiß Illustrationen von Laura Rosendorfer fangen die Magie der Erzählung gekonnt ein und das Ende, das überraschenderweise kein typisches Märchen-Happy-End ist, rundet das Ganze perfekt ab.

Fazit: „Prinzessin Floradora – Verflixt, verwünscht und voll verflucht“ ist ein warmherziges und augenzwinkerndes Märchen, das die Diversität feiert und dazu ermutigt, zu sich selbst zu stehen. Ein wunderbares Kinderbuch ab 10 Jahren über das Anderssein, Mut und Freundschaft. Mir hat dieses Buch sehr viel Freude bereitet, ich kann es nur wärmstens empfehlen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen.




Vielen lieben Dank an den Arena Verlag für das Rezensionsexemplar!

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