Sonntag, 8. November 2026

[Rezension] Es singt ein Rentier im Advent (Bd. 3) von Smilla Blau und Susanne Göhlich

Hardcover
Illustriert von Susanne Göhlich
Ab 5 Jahren
168 Seiten
ISBN: 978-3-7373-7654-9
Erschienen: 23.09.2026

Klappentext:

Bald ist es wieder so weit: Weihnachten steht vor der Tür, und Frieda kann es kaum erwarten, ihren Rentierfreund Flinn wiederzusehen! Doch dieses Jahr ist im Hause Winterwald alles ein bisschen anders: Mama ist auf Dienstreise in Amerika, und Papa bricht sich beim Dekorieren den Po. So schlimm, dass Tante Margarete und Onkel Heinrich einziehen müssen! Statt Zimtsternen und Kakao gibt es nun Haferbrei und Vitaltee. Das Schlimmste: Rentier Flinn darf auf keinen Fall entdeckt werden! Zum Glück hat Frieda eine geniale Idee.

Quelle: Fischer Sauerländer

Rezension:

Weihnachten steht vor der Tür und Frieda zählt schon die Tage bis Heiligabend. Genauer gesagt bis zum 23. Dezember, denn dann wird ihre Mama endlich aus Amerika zurückkommen. Ausgerechnet in der Adventszeit muss Frau Winterwald für mehrere Wochen beruflich verreisen. Zum Glück hat sie für ihre Kinder und ihren Mann aber eine tolle Überraschung: Sie hat den Weihnachtsmann darum gebeten, Rentier Flinn dieses Jahr schon etwas früher vorbeizuschicken, damit er Papa, Frieda und Anton tatkräftig unterstützen kann (vor allem im Weihnachtsgebäck wegfuttern). Doch dann kommt alles ganz anders. Papa bricht sich beim Dekorieren das Steißbein und ist auf Hilfe angewiesen. So ziehen Tante Margarete und Onkel Heinreich für einige Zeit bei ihnen ein. Statt leckeren Zimtsternen und heißer Schokolade gibt es nun ekligen Haferbrei, Dörrobst und Vitaltee – und das ausgerechnet in der Adventszeit! Das Schlimmste jedoch ist: Rentier Flinn ist ebenfalls schon bei den Winterwalds eingezogen und Tante Margarete und Onkel Heinreich verlangen nicht nur strengste Ordnung in ihrem Haus – sie sind auch strikt gegen Haustiere. Oje. Es muss schleunigst ein guter Plan her, damit Flinn auf gar keinen Fall entdeckt wird.

Bereits zweimal haben mir die Familie Winterwald und Rentier Flinn die Weihnachtszeit versüßt. Inzwischen würde mir echt was fehlen, wenn ich im Dezember nicht zu einer neuen Geschichte mit Rentier Flinn greifen könnte. Wie gut, dass es Smilla Blau gar nicht erst so weit kommen lässt und auch noch einen dritten Band geschrieben hat. Dieser kann auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, allerdings macht es mehr Spaß, wenn man mit dem ersten Abenteuer startet.

Erneut nimmt uns Smilla Blau zur Familie Winterwald mit, doch anders als in den beiden Vorgängern, die kurz nach Weihnachten spielen, dürfen wir Frieda, Flinn und Co. dieses Mal durch die Adventszeit begleiten. Wie nicht anders zu erwarten, wird es mal wieder köstlich chaotisch und unterhaltsam und natürlich auch ganz wundervoll winterlich-weihnachtlich und herzerwärmend. Einmal mit dem Lesen begonnen, mag man gar nicht mehr damit aufhören. Da das Buch in 24 Kapitel aufgeteilt ist, eignet es sich natürlich ideal als Vorlese-Adventskalender, allerdings macht es einem die Geschichte wirklich schwer, jeden Tag nur ein paar Seiten zu lesen. ;)

Ob beim Plätzchen backen, auf dem Weihnachtsmarkt oder in der Schule beim Krippenspiel – mit einer großen Portion Rentier-Chaos, jeder Menge Schmunzelpotenzial und ganz viel Weihnachtszauber sorgt auch dieser Band für den allerschönsten Lesespaß. Rentier Flinn ist und bleibt ein absolut bezaubernder Charakter, den man mit seinem ulkigen Sprachfehler („Daf fuperduper!“) und seiner großen Verfressenheit („Wo Fokolade?“) einfach lieben muss (Weihnachtsgebäck ist aber auch wirklich zu lecker). Auch die kleine Frieda mit ihrer kindlich-naiven Sicht und die weiteren Charaktere werden wieder so liebevoll beschrieben, dass sie sich sofort einen Platz im Leserherz sichern. Na ja, okay, Tante Margarete und Onkel Heinrich vielleicht nicht. Zumindest nicht auf Anhieb. Vor allem Tante Margarete mit ihren supergesunden Essen sammelt zunächst wahrlich keine Sympathiepunkte. Doch so viel sei schon mal verraten: Es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Denn vielleicht sind diese beiden Superspießer doch ganz anders, als es auf den ersten Blick scheint. Wichtige Themen wie Familie, Zusammenhalt, Freundschaft und Füreinanderdasein werden hier wunderbar aufgegriffen. Man liest die Geschichte mit einem breiten Dauerlächeln und wohlig-warmen Gefühl im Bauch und ist am Ende richtig traurig, wenn es wieder vorbei ist. Aber wer weiß, vielleicht beglückt uns Smilla Blau ja auch noch mit einem vierten Band? Also ich würde mich sehr darüber freuen!

Die zahlreichen witzig-bunten Illustrationen von Susanne Göhlich sind erneut das Sahnehäubchen obendrauf. Mit ihrem unverwechselbaren Stil erweckt die deutsche Illustratorin die Geschichte zum Leben und rundet das Leseerlebnis perfekt ab.

Fazit: Rentier Flinn ist zurück und das Warten hat sich mal wieder gelohnt! Auch „Es singt ein Rentier im Advent“ ist ein tierisch schöner, weihnachtlicher Vorlesespaß für die ganze Familie zum Lachen, Mitfiebern und alle-Jahre-Wiederlesen. Eine herrliche Adventsgeschichte ab 5 Jahren voller haarigem Chaos, Humor und Herz. Lustig, warmherzig und turbulent – oder wie Flinn sagen würde: Daf ganf famof! Also ich bin mal wieder begeistert und hoffe sehr auf ein weiteres Wiedersehen mit Flinn, Frieda und Co. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

 

 

 

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