Klappentext:
Quelle: Tulipan Verlag
Rezension:
Die Viertklässler Horst, Olga und Mesut haben nichts gemeinsam, außer dass sie in dieselbe Klasse gehen und in derselben Reihe sitzen. Doch dann landen sie alle drei beim Direktor, woran aber nur ihre Lehrerin Frau Freund Schuld ist. Zumindest fast nur. Am Anfang war die gesamte Klasse 4a noch guter Dinge, dass sie mit ihrer neuen Lehrerin richtig Glück gehabt haben, allerdings hat sich ihre Meinung schnell geändert. Inzwischen ist Frau Freund alles „zu“: Zu laut, zu leise, zu spät, zu früh...kaum zu glauben, was alles „zu“ sein kann. Nun hat es also Horst, Olga und Mesut getroffen, doch mit Nachsitzen ist es dieses Mal nicht getan. Frau Freund droht damit, dass ihre Klassenfahrt ins Wasser fällt, wenn es den Dreien nicht gelingt, innerhalb von zwei Wochen das Klassenklima zu verbessern. Auf einmal müssen Hau-drauf-Olga, Superhirn Mesut und Horst mit seinem Stress-Schluckauf zusammenarbeiten und gemeinsam einen Plan ausarbeiten. Ob das wohl funktionieren kann?
Die Bücher von Silke Schlichtmann wandern immer sofort auf meine Wunschliste, sobald ich sie in den Verlagsvorschauen erspähe. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin ist einfach immer ein Garant für wundervolle Kinderbücher, die ganz nah dran sind am Kinderalltag. Jedes Buch aus ihrer Feder war bisher ein Highlight – und ihr neues Werk aus dem Tulipan Verlag bildet da definitiv keine Ausnahme.
„Die drei aus Reihe zwei“ ist einfach typisch Silke Schlichtmann: Humorvoll, klug und mit diesem herrlich warmen, offenherzig-kindlichen und lebendigen Erzählton, in den man sich einfach verlieben muss. Aus der Ich-Perspektive von Viertklässler Horst lesen wir von einer völlig überforderten Lehrerin und einer ziemlichen Chaoten-Klasse, von geklauten Fußballtoren, überraschenden Erkenntnissen und einem waghalsigen Klassenklima-Rettungsplan, dessen Durchführung man mit Freude mitverfolgt. Die Geschichte sprüht nur so vor Situationskomik und liebenswert-schrägen Charakteren und kommt stellenweise so spannend wie ein kleiner Krimi daher. Gleichzeitig vermittelt sie aber auch wertvolle Botschaften über Freundschaft, Zusammenhalt und vorschnelles Urteilen. Es wird sehr schön gezeigt, wie wenig wie unsere Mitmenschen meist kennen, obwohl wir täglich mit ihnen zusammen sind. Ob unter Klassenkamerad*innen oder Kolleg*innen – anstatt uns die Zeit zu nehmen, einander näher kennenzulernen, stecken wir andere oft vorschnell in eine Schublade und bringen uns damit um einige positive Überraschungen. Horst, Olga und Mesut haben sich bisher kaum richtig gekannt, obwohl sie in dieselbe Klasse gehen und sogar in derselben Reihe sitzen. Die drei könnten unterschiedlicher kaum sein: Während Horst recht schüchtern ist und bei Stress immer Schluckauf bekommt, haut Olga sofort zu, wenn ihr was nicht passt. Und Mesut ist ein absolutes Superhirn (seine oberschlaue Ausdrucksweise habe ich beim Lesen richtig gefeiert!). Es macht einfach so viel Spaß, die Eigenheiten der Drei und ihrer Mitschüler*innen zu entdecken, die teils leicht überspitzt dargestellt werden, aber eigentlich auch ziemlich wirklichkeitsnah sind. Die 4a ist schon ein sehr bunter Haufen, doch als es drauf kommt, halten sie fest zusammen und bilden ein unschlagbares Team, was unheimlich schön mitzuerleben ist. Ob ihre Aktion am Ende gelingt, wird an dieser Stellen jedoch nicht verraten, das gilt es schon selbst herauszufinden.
Die zahlreichen witzig-liebevollen schwarz-weiß Illustrationen von Tine Schulz fangen das Erzählte perfekt ein und das Ende lässt hoffen, dass es noch ein Wiedersehen mit Horst und dem Rest der 4a geben wird. Ich jedenfalls würde mich sehr über eine Fortsetzung freuen!
Fazit: „Die drei aus Reihe zwei“ ist eine lustige, aufregende und warmherzige Schulgeschichte über Teamwork, Vorurteile und echtes Miteinander. Ein wunderbarer Kinderroman ab 8 Jahren voller Witz, Herz und herrlich kindlicher Logik. Silke Schlichtmann hat es mal wieder geschafft, mich zu begeistern! Ich finde ihr neues Kinderbuch großartig und kann es jedem nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den Tulipan Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!



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