Klappentext:
Quelle: Thienemann-Esslinger Verlag
Rezension:
Die kleine Jule wird von allen Leuten nur „Wunschjule“ genannt, da sie sich jeden Tag etwas anderes wünscht. Sie schreibt für ihr Leben gerne Wunschzettel und liebt es, sich die tollsten Wünsche einfallen zu lassen. Schon im Januar fängt sie mit ihrer Wunschliste für Weihnachten an und hat bis Dezember eine ganze Papierrolle vollgeschrieben. Doch dieses Jahr bringt ihr der Weihnachtsmann nur ein einziges kleines Geschenk: Ein blöder, langweiliger Zauberstab. Wütend und enttäuscht wirfst sie den Stab in eine Ecke. Sie wollte doch ein vierstöckiges Puppenhaus mit Tiefgarage haben, ein lila-blassblaues Fahrrad, eine Babypuppe, die Seifenblasen machen kann...Doch da fängt der Zauberstab plötzlich an zu leuchten und zu schimmern und auf einmal stehen im Wohnzimmer all die Dinge, die sie sich gewünscht hat. Jule ist begeistert. Jetzt kann sie sich all ihre Wünsche selbst erfüllen. Begeistert legt sie los und wünscht, was das Zeug hält. Ihr Zimmer wird immer voller, bis zur Decke stapeln sich die Kartons mit Spielsachen. Sie hat schließlich alles, was es gibt, aber glücklich ist Jule nicht. Sie weiß gar nicht mehr, was sie sich noch wünschen soll und als das nächste Weihnachtsfest naht, ist ihr Wunschzettel so gut wie leer und in ihr ist keine Vorfreude. Jule wünschst nichts mehr, als das alles wieder so ist wie vorher. Ob ihr der Weihnachtsmann diesen Wunsch wohl erfüllen wird?
Sabine Bohlmann zählt für mich schon längst zu den Autor*innen, deren Werke immer blind bei mir einziehen dürfen. Die deutsche Autorin ist einfach immer ein Garant für wundervolle Kinderbücher, die Jung und Alt gleichermaßen verzaubern. Und ihr neues Weihnachtsbilderbuch aus dem Thienemann Verlag bildet da definitiv keine Ausnahme.
Auf ihre gewohnt liebevolle Weise erzählt Sabine Bohlmann in „Die Wunschjule“ davon, wie wichtig es ist, Wünsche und Träume zu haben und die kleinen Dingen im Leben nicht aus den Augen zu verlieren. Viele Familien kennen das bestimmt: Wenn Weihnachten näher rückt, wird der Wunschzettel der Kinder immer länger und länger. Gefühlt jeden Tag wächst die Liste noch ein bisschen mehr, ständig fallen den Kleinen weitere Dinge ein, die sie unbedingt haben möchten. Aber macht es wirklich glücklich, wenn wir all unsere Wünsche erfüllt bekommen? Wenn wir alles besitzen, wovon wir nur träumen können? Und es nichts mehr gibt, worauf wir mit vorfreudigem Bauchkribbeln hinfiebern können?
Vorfreude ist die schönste Freude, weniger ist mehr. Genau das erkennt auch die kleine Jule. Besonders schön dabei ist, dass Sabine Bohlmann ihre Protagonistin selbst darauf kommen lässt, was wirklich wichtig ist. Als ihr Zimmer aus allen Nähten platzt, ihr Kopf völlig wunschlos ist und sie an ihren vielen Spielsachen überhaupt keine Freude hat, merkt Jule, dass Besitz nicht glücklich macht, sondern dass das wahre Glück darin liegt, Wünsche und Träume zu haben, nach denen man streben und auf die man sich freuen kann. Eine ganz wertvolle Message, gerade in der heutigen Zeit, in der so viel im Überfluss gelebt wird. Das Buch bietet viele tolle Gesprächsanlässe und regt auch schon die Kleinen zum Nachdenken an. Nicht nur für die Weihnachtszeit ist es ein richtiger Schatz, die Botschaft, die es vermittelt, sollte man das ganze Jahr über beherzigen.
Miriam Eisenbacher hat das Erzählte wundervoll illustriert. Mit warmen Farben, zartem Strich und lauter süßen Details fangen ihre Illustrationen die magisch-weihnachtliche Atmosphäre perfekt ein und erzählen oft über den Text hinaus. Es gibt es auf den Seiten einfach so viele zauberhafte Kleinigkeiten zu entdecken wie ein kleiner putziger Hamster, der sich nahezu auf jedem Bild versteckt hat.
Fazit: „Die Wunschjule“ ist eine warmherzige und magische Geschichte ab 4 Jahren über die Kraft des Wünschens und das Glück, mit weniger glücklich zu sein. Ein wunderschönes modernes Weihnachtsmärchen, das zum Wünschen und Träumen einlädt und daran erinnert, dass die größte Freude in den kleinen Dingen liegt. Sabine Bohlmann hat hier mal wieder ein echtes Kinderbuchschätzchen geschaffen, ich kann es jedem nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.
Vielen lieben Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar!




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