Montag, 8. Januar 2018

[Rezension] Jenseits des Meeres von Jon Walter

Hardcover
320 Seiten
ISBN: 978-3-551-56017-9
Ab 12 Jahren
Erschienen: 02.10.2015

Klappentext:
Ein Land im Bürgerkrieg. Eine Hafenstadt in Flammen. Nur ein einziges Schiff nimmt noch Flüchtlinge auf. Doch der Preis für die Überfahrt ist für die meisten viel zu hoch.
Wie sollen Malik und sein Opa an Bord kommen? Und wird Maliks Mutter es rechtzeitig zu ihnen schaffen?
Malik muss all seinen Mut zusammennehmen, damit ihm die Flucht gelingt. Sein Erfindungsreichtum, eine streunende Katze und Opas besonderer Zaubertrick sorgen dafür, dass er dabei nie die Hoffnung verliert.
Ein erstaunliches und zutiefst menschliches Debüt über Krieg und Hoffnung, Flucht und Heimat – erzählt durch die Augen eines Jungen.





Rezension:


Jenseits des Meeres“ war mal ein Königskind, welches mich auf den ersten Blick nicht so angesprochen hat. Obwohl ich es für wichtig und gut halte, dass es Bücher über das Thema Flüchtlinge gibt, lese ich solche Geschichten eigentlich nicht so gerne. Da mich bisher aber noch kein Buch aus dem Königskinder Verlag enttäuscht hat, wollte ich „Jenseits des Meeres“ trotz allem sehr gerne lesen.

Malik und sein Großvater sind auf der Flucht. In ihrer Heimat herrscht Krieg und wie viele andere Flüchtlinge auch, wollen die beiden auf das Schiff Samariter, um dem Bürgerkrieg zu entfliehen. Doch der Preis für ein Ticket ist hoch. Die Samariter ist das einzige Schiff, welches noch Flüchtlinge aufnimmt, daher ist der Andrang groß. Dem Großvater gelingt es, seinen Enkel auf das Schiff zu schaffen, er selbst aber bleibt zurück. Malik fühlt sich einsam und hat Angst. Nicht nur, dass er nun ohne seinen Großvater ist, auch die Sorge um seine Mutter, die verschwunden ist, belastet ihn sehr. Malik verliert aber nicht den Mut und dank seiner Willensstärke, einiger cleverer Einfälle und so manchen hilfreichen Zaubertricks seines Großvaters, gelingt es ihm, die Hoffnung zu bewahren und diese schwere Zeit durchzustehen.

Als ich mit dem Buch begonnen habe, hielt sich meine Begeisterung zunächst ein wenig in Grenzen. Nein, dachte ich nur, ist dies etwa das erste Königskind, welches mir nicht gut gefallen wird? Aber, falscher Alarm, zum Glück. Manchmal braucht man bei Büchern eben ein bisschen, bis sie einem gefallen.

Bei mir war es bisher so gewesen, dass ich bei den Büchern aus dem Königskinder Verlag gleich schon von den ersten Seiten an komplett begeistert von den Geschichten war. Bei „Jenseits des Meeres“ hat es ein paar Seiten länger gedauert, aber dann ist der Funke übergesprungen und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Vielleicht lag es auch daran, dass es etwas gedauert, bis ich in die Geschichte hineingefunden habe, weil ich das Thema des Buches eigentlich nicht so gerne mag. Ich lese wirklich selten Bücher, die von Kriegen oder Flucht handeln. Obwohl diese Themen sehr wichtig sind, empfinde ich sie immer als so bedrückend, daher greife ich nicht allzu oft zu solchen Büchern.

Ich bin aber sehr froh, dass ich es bei diesem wundervollen Werk getan habe! Jon Walter ist mit „Jenseits des Meeres“ ein sehr bewegendes und absolut zauberhaftes Buch gelungen. Es behandelt auf eine sehr kindgerechte und liebenswerte Weise das ernste Thema Krieg.
Unser Protagonist ist der zehnjährige Junge Malik, der von seiner Mutter getrennt wurde und nun mit seinem Großvater auf der Flucht ist. Anfangs verstecken sie sich noch in einem verlassenen Haus, dann aber gelingt es dem Großvater, Malik auf das begehrte Schiff Samariter zu schaffen. Nun ist Malik ganz auf sich alleine gestellt, nur ein kleines Kätzchen begleitet ihn. Dieses hat er in dem verlassenen Haus gefunden und wie so viele Kinder, so liebt auch Malik Tiere über alles.

Malik ist ein richtig lieber Junge, den ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Aus seiner Sicht erfahren wir, wie er seine Zeit als Flüchtling erlebt und was ihm alles während dieser schlimmen Zeit widerfährt.

Auf der Samariter halten ihn alle für ein Waisenkind, sodass Malik zu den anderen Waisen gebracht wird. Malik schließt schnell Bekanntschaft mit anderen Jungen. Mit ihnen gelingt es ihm recht gut, diese alles andere als leichte Überfahrt zu überstehen. Auch seine kleine Katze spendet ihm Trost und Mut.

Obwohl das Thema sehr ernst ist, ist es dem Autor wunderbar gelungen, das Buch nicht zu bedrückend wirken lassen. Mit Malik ist ihm ein wundervoller Charakter gelungen, der sich auf viele Weisen zu helfen weiß und der trotz seiner schwierigen Lage nie die Hoffnung verliert.

Mir hat das Buch herrliche Lesestunden beschert! So skeptisch ich anfangs noch war, so begeistert bin ich jetzt von diesem wundervollen Königskind! Maliks Geschichte ist sehr authentisch, sie ist bewegend, stellenweise auch traurig, öfters aber dürfen wir mit Malik auch schöne Momente erleben. Ich kann das Buch jedem sehr ans Herz, sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen.

Fazit: Ein bewegender und wunderschöner Roman, über einen kleinen Jungen, welcher auf der Flucht ist und trotz der schweren Zeit niemals den Mut und die Hoffnung verliert. Ich habe ein klein wenig gebraucht, um in die Geschichte hineinzukommen, aber sobald diese Hürde überwunden war, war ich hellauf begeistert von dem Buch und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Mich hat „Jenseits des Meeres“ sehr berührt und ich kann es absolut empfehlen! Von mir gibt es 4,5 – gerundet auf 5 von 5 Sternen! 






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