Freitag, 16. Juni 2017

[Rezension] Lemon Summer von Kody Keplinger

Ab 14 Jahren
Taschenbuch, Broschur
ISBN: 978-3-570-31111-0
Erschienen: 09.05.2017

Klappentext:


Seit ihre Eltern geschieden sind, verbringt Whitley die Sommerferien bei ihrem Dad. Doch was für sie sonst die beste Zeit des Jahres war, entpuppt sich diesmal als reinster Albtraum. Denn ihr Dad – Überraschung! – hat eine neue Verlobte. Und die hat einen Sohn. Der sich ausgerechnet als Whitleys One-Night-Stand entpuppt. Weil Gefühle aber so gar nicht ihr Ding sind, lenkt Whitley sich ab: Party bis zum Umfallen. Dabei übersieht sie fast die guten Dinge direkt vor ihrer Nase. Wie den Jungen, dem wirklich etwas an ihr liegt ...


Quelle: cbt Verlag



Rezension:


Da mir das Buch „Von wegen Liebe“ von Kody Keplinger so gut gefallen hatte, war ich auf ihren neuen Jugendroman „Lemon Summer“ schon sehr gespannt gewesen. Das Cover ist zwar für mich nicht so der großer Eyecatcher, aber es hat trotzdem mein Interesse geweckt und mich neugierig auf das Buch gemacht. Das kräftige Blau des Wassers konnte bei mir auf jeden Fall punkten und auch der Titel klang sehr vielversprechend. Cover und Buchtitel versprechen eine schöne Sommerlektüre über zwei Teenager und da ich solche Bücher unheimlich gerne lese, war „Lemon Summer“ ein absolutes Muss für mich.

Die 18-jährige Whitley hat nicht den besten Ruf und tut auch einiges dafür, dass das so bleibt. Partys, Alkohohl, Jungs – nach der Scheidung ihrer Eltern sind dies noch die einzigen Dinge, die ihr Spaß machen. Whitleys Leben läuft gerade nicht ganz rund. Selbst der geplante Sommerurlaub mit ihrem Dad, auf den sie sich schon sehr gefreut hatte, beginnt katastrophal. Denn ihr Vater hat ihr verschwiegen, dass er eine Verlobte hat und umgezogen ist. Zudem bekommt Whitley auch noch zwei Stiefgeschwister. Als könnte es nicht noch schlimmer werden, erweist sich ihr zukünftiger Stiefbruder als ihr letzter One-Night-Stand…

Die Protagonistin Whitley war mir am Anfang etwas unsympathisch gewesen. Extrem tough und cool und denkt so gut wie nur ans Feiern und Trinken. Besonders der ständige Alkoholkonsum hatte mich zuerst sehr gestört. Aber sehr schnell wird dann klar, warum Whitley so ist. Sie leidet auch nach vier Jahren noch sehr unter der Scheidung ihrer Eltern. Von ihrer Mutter fühlt sie sich extrem vernachlässigt und ihren Vater, den sie sehr liebt, sieht sie nur in den Ferien. Daher flüchtet sich die 18-jährige im Alkohol und Party machen. Diese Reaktionen finde ich wirklich sehr realistisch und nachvollziehbar. Nachdem einem deutlich wird, was für Probleme Whitley hat, wird sie einem auch gleich viel sympathischer und man verspürt Mitleid mit ihr. Zumindest ging es mir so.

Das Buch hat sich dann auch als viel ernster herausgestellt als von mir erwartet. Ich hatte eher mit einer locker-leichten Sommergeschichte gerechnet, aber in „Lemon Summer“ steckt noch so einiges mehr. Das Buch hat Tiefgang und beinhaltet wichtige Themen wie Alkoholkonsum, Cybermobbing und Patchworkfamilien.

Mir haben eigentlich nur meine Anfangsschwierigkeiten mit Whitley gestört. Waren diese erst einmal überwunden, hat mir das Buch richtig gut gefallen! Trotz der ernsten Story hat das Buch ein tolles Sommerfeeling. Der Schreibstil ist flüssig und liest sich richtig angenehm. Der Stil ist herrlich jugendlich und erfrischend, genau so, wie ich es bei Teenieromanen mag.
Besonders gut gefallen haben mir ja die Nebencharaktere. Nathan mochte ich sofort und richtig süß finde ich ja seine kleine 13-jährige Schwester Bailey. Mein Lieblingscharakter ist Harrison, den Whitley auf einer Party kennenlernt und der sehr schnell ein richtig guter Kumpelfreund für sie wird. Ohne ihn wäre der Sommer vermutlich weit schlimmer für Whitley gewesen.
Sehr gerne mochte ich auch Sylvia, die neue Verlobte von Whitleys Vater. Sie möchte von Anfang nur das Beste für ihre zukünftige Stieftochter und ist Whitley in meinen Augen auch eine deutlich bessere Mutter als deren richtige.
Whitleys Eltern konnte ich nicht so wirklich leiden. Die Mutter beachtet ihre Tochter kaum und auch den Vater konnte ich manchmal nicht so ganz verstehen. Daher ist das Verhalten von Whitley wirklich sehr nachvollziehbar.
Ihre Entwicklung im Verlaufe des Buches ist ein sehr großer Pluspunkt für mich. Als ihr Vater ihr seine neue Verlobte vorstellt, ist Whitley zuerst alles andere als begeistert und beschließt, die neue Familie ihre Vaters zu hassen. Mit der Zeit ändert sie ihre Einstellung und diese Entwicklung ist sehr authentisch. Das anfangs trotzige und gespielt coole Mädchen wird erwachsener, geht Probleme anders und reifer an anstatt sie mit dem Alkohol zu verdrängen und auch in Sachen neuer Familie ändert sie ihre Meinung.


Fazit: Mich hat das Buch bestens unterhalten. Ein humorvolles und sommerliches Jugendbuch, dass viel mehr beinhaltet als nur eine einfache Liebesgeschichte. Tolle Charaktere und ein super Schreibstil! Bei mir flogen die Seiten nur so dahin und ich hatte viel Spaß beim Lesen. Von mir bekommt „Lemon Summer“ 5 von 5 Sterne!


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